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Assenheimers 250-km/h-Unfall: "Man denkt nur: 'Jetzt tut's weh'"

Glück im Unglück für Patrick Assenheimer: Bei dem Unfall auf der Döttinger Höhe bei NLS/VLN5 bleibt er unverletzt - So kam es zum Überschlag

(Motorsport-Total.com) - "Als ich mich weggedreht habe und nur noch den Porsche gesehen habe, dachte ich erst, dass ich gleich mit dem zusammenkrache." Patrick Assenheimer hat die Bilder noch genau im Kopf. Er entging beim 6-Stunden-Ruhr-Pokal-Rennen, dem Saisonhöhepunkt der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, ehemals VLN), einer Katastrophe mit viel Glück - und dank modernster Sicherheitstechnik im Motorsport.

Patrick Assenheimer, Unfall, Crash, Überschlag

Patrick Assenheimer überstand einen Überschlag bei 250 km/h unverletzt Zoom

Der 28-Jährige war Ende der dritten Runde in seinem Haupt-Mercedes #6 (Assenheimer/Baumann/D. Müller/Engel) in einen Positionskampf verwickelt. Sein Gegner war ein Markenkollege, der GetSpeed-Mercedes #8 (Perrodo/Collard/Vaxiviere/Jöns) mit Matthieu Vaxiviere am Steuer.

"In der Galgenkopf-Kurve sind wir auf Überrundungsverkehr aufgelaufen", erinnert sich Assenheimer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Dadurch sind wir mit 20 bis 30 km/h weniger [als gewöhnlich] auf die Döttinger Höhe eingebogen." Auf der drei Kilometer langen Gerade zählt eigentlich jedes km/h, das man auf sie mitnimmt.

Assenheimer beschreibt, was weiter passiert ist: "Die Gruppe hinter uns, die zuvor 30 bis 50 Meter von uns entfernt war, kam besser auf die Gerade. Somit hat diese Gruppe natürlich auf uns aufgeschlossen."


VLN/NLS5 Relive: Unfall bei Zeitmarke 4:12:23

Die Gruppe bestand aus dem GetSpeed-Mercedes #23 (Hill/Szymkowiak), dem Frikadelli-Porsche #31 (Christensen/Estre/Martin/Bleekemolen), dem KCMG-Porsche #19 (Imperatori/Liberati/Burdon) und dem Falken-Porsche #3 (Preining/Engelhart/S. Müller/Werner). Sechs potente Boliden mit 530 PS kämpften nun um Plätze und den besten Windschatten auf der Gerade.

Rennunfall mit schweren Folgen

Assenheimer hatte den Kampf noch nicht aufgegeben: Trotz des fehlenden Schwungs bestand die Möglichkeit, sich in den Windschatten eines anderen Fahrzeugs zu setzen und gegebenenfalls zum Konter anzusetzen. Dadurch kämpfte das Paket nun als Knäuel und die Autos kamen gefährlich dicht zusammen.

"Es gab für mich die Möglichkeit, nach links oder rechts zu gehen. Ich bin dann relativ weit nach links gezogen und knapp einen Meter neben der Grasnabe gefahren. Diese Linie habe ich gehalten. Dann wurde ich hinten leicht getroffen und bin dadurch abgebogen."


Onboard GetSpeed-Mercedes #8 (Unfall bei 4:08:30)

Den Treffer setzte Jules Szymkowiak im GetSpeed-Mercedes #23, der dafür mit einer Zeitstrafe von 180 Sekunden belegt wurde. Assenheimer ist nicht böse: "Wir sind alle Rennfahrer. Wir versuchen immer, das Maximum rauszuholen und in jede Lücke zu stechen, wo wir eine Chance sehen. Deswegen auch keinerlei Vorwürfe. Es ist unglücklich, wie das Ganze entstanden ist."

Die Folge: Das Fahrzeug begann, sich einzudrehen. Assenheimer war sich bewusst, was da gerade geschah: " Als ich mich weggedreht habe und nur noch den Porsche gesehen habe, dachte ich erst, dass ich gleich mit dem zusammenkrache."

"Da hatte ich sehr, sehr viel Glück, dass er schnell reagiert hat und auf die Seite gefahren ist. Er ist ja noch halb durchs Gras gefahren. Deswegen hat er mich um ein paar Zentimeter verfehlt." Aufgepasst hat Josh Burdon im KCMG-Porsche #19.

Die Rolle war gar nicht so schlimm

"Durch das weitere Eindrehen kam der Einschlag rückwärts, dadurch hat sich das Auto auf den Kopf gestellt und ich habe mich einmal überschlagen. Im Endeffekt denkt man nur: 'Okay, jetzt tut's weh' und bereitet sich auf den Einschlag vor."

Die Rolle an sich war aber gar nicht so übel wie erwartet: "Dadurch, dass ich noch am Rotieren war, wurde die Energie effizient abgebaut. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass, dass ich dachte, dass der Überschlag noch schmerzhafter wird. Ich hatte auch Glück, dass ich nicht in Richtung Leitplanke geflogen bin, sondern die Kraft auch hier rotierend abgebaut wurde."

Patrick Assenheimer konnte sich aus eigener Kraft aus dem Wrack befreien. Er blieb nahezu unversehrt: "Ich spüre ein bisschen meinen Nacken. Das ist einfach so. Aber es ist nicht wirklich schlimm. Ich dachte mir am Abend noch: 'Okay, schauen wir mal, wie es ist, wenn ich aufstehe'. Aber auch da waren die Schmerzen nicht so stark."

Am Montagabend unterzieht er sich einer Physiotherapie, um diese Schmerzen zu behandeln. Er gibt sich optimistisch: "Da wird das alles wieder in Ordnung kommen. Nächstes Wochenende greifen wir dann gleich wieder bei der GT-World-Challenge an."

Einen Dank schickt er in Richtung Mercedes-AMG und des Automobil-Weltverbandes FIA: "Die FIA und die Hersteller machen bei der Abnahme aller GT3-Fahrzeuge einen Megajob. Auch wenn man es selbst nie testen möchte: Diese Fahrzeuge sind supersicher."

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