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Alex Zanardi holt Gold in Rio

Alex Zanardi hat seinen Triumph aus London wiederholt und gewinnt Handbike-Gold im 20-Kilometer-Zeitfahren - Dritte Goldmedaille für den früheren IndyCar-Champion

(Motorsport-Total.com) - Auch im Alter von fast 50 Jahren ist Alessandro Zanardi nicht zu stoppen: Der ehemalige Formel-1-, CART-, WTCC- und GT-Fahrer sicherte sich bei den paralympischen Spielen in Rio de Janeiro Gold im Handbiking über 20 Kilometer. Für den Italiener ist es die dritte Goldmedaille, nachdem er bereits in London 2012 zwei Goldmedaillen geholt hat. Er bezwang seinen australischen Rivalen Stuart Tripp um 2,74 Sekunden.

Alessandro Zanardi

Alex Zanardi hat sich erneut Gold im Handbiking gesichert Zoom

Der 49-Jährige, der bei einem Horrorunfall auf dem Lausitzring vor 15 Jahren beide Beine verloren hat, brauchte für die 20 Kilometer lange Strecke am Barra-Strand entlang 28:36.81 Minuten. Dabei hatte er bei der Zehn-Kilometer-Marke noch 18 Sekunden Rückstand auf Tripp. Zanardi teilte sich seine Kräfte aber cleverer ein, holte im zweiten Teil des Rennens reichlich Zeit auf und lag am Ende knapp vorn.

"Das ist fantastisch. Ein großartiges Rennen", jubelt der nun dreimalige Paralympics-Sieger. Für ihn war es erst der Beginn der Spiele in Rio, denn am morgigen Donnerstag steht noch ein Straßenrennen auf dem Programm. Dieses wird mit dem 15. Jahrestag seines schweren Unfalls auf dem Lausitzring zusammenfallen. Zanardi hatte bereits vor vier Jahren in London zweimal Gold und einmal Silber mit der Staffel geholt.

"Es war eine lange Reise, die praktisch am Tag nach den Spielen von London begonnen hat, als ich beschlossen habe, mich in meinem Leben auf einen neuen Horizont zu konzentrieren - und zwar auf Rio de Janeiro", sagt Zanardi. "Man muss auch wissen, dass das Stadion und die Sportstätten in Rio dort gebaut wurden, wo früher die Indycar-Strecke lag. Ich war dort immer schnell, habe aber nie ein Rennen gewonnen. Tief in mir dachte ich also, dass dies nun eine weitere Möglichkeit sein wird, diese Bilanz geradezurücken und in Rio endlich etwas zu erreichen. Nach den aufregenden Jahren der Vorbereitung, und angesichts der Tatsache, dass mir der Kurs technisch gesehen eigentlich weniger liegt, ist es einfach fantastisch, erneut Gold in Händen zu halten."

"Ich wusste, dass mir der Kurs in Pontal aus vielen Gründen technisch nicht entgegenkommt. Also habe ich mit meinem Trainer einen detaillierten Plan ausgearbeitet, wie ich das Rennen angehen und einteilen soll. An diesen Plan habe ich mich ganz genau gehalten", meint Zanardi weiter. "Ich muss zugeben: Es war hart, als ich nach der ersten Runde realisiert habe, dass ich nur Dritter war und mein Rückstand auf den Führenden Stuart Tripp fast 20 Sekunden betrug."

"Aber ich habe weiter gekurbelt, bin meinem Plan gefolgt, habe mein Projekt umgesetzt. Und auf der zweiten Runde ist mir wirklich ein Wunder gelungen. Denn ich bin nicht nur nicht langsamer geworden, sondern ich habe es sogar geschafft, meine Pace weiter zu steigern und am Ende zu sprinten. Auf diese Art mit nur 2,7 Sekunden Vorsprung Gold zu gewinnen ist ein noch schöneres Gefühl als wäre es anders gelaufen. Ich bin überglücklich und möchte allen danken, die mir geholfen haben, hier zu sein und heute diesen großartigen Erfolg zu genießen."

Zum bevorstehenden Straßenrennen sagt Zanardi: "Dieses Rennen wird eine Lotterie", blickt Zanardi voraus. "Ich bin mir sicher, dass sich alles in einem Zielsprint entscheiden wird. Nur 200 Meter vor dem Ziel geht es durch eine sehr enge Spitzkehre. Das ist praktisch ein 'U-Turn'. Wenn es mir gelingt, in einer guten Position aus dieser letzten Kurve zu kommen, dann weiß ich, dass ich einen guten Sprint hinlegen werde. Dann habe ich wirklich gute Chancen. Doch so denken alle. Es wird also jeder versuchen, vor dem Rest des Feldes in diese letzte Kurve zu gehen. Damit besteht sogar die Gefahr, dass es zu einem Unfall kommt. Es wird also in jedem Fall ein spannendes Rennen. Ich werde mein Bestes geben. Der Schlüssel zum Erfolg wird sein, sich aus dem Getümmel herauszuhalten."