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Tränen, Jubel und Millionen Dollar: Byron beendet Hendricks Durststrecke

William Byron beendete Hendricks Serie von zehn Niederlagen in Folge beim Daytona 500 - Das bringt dem Team Millionen Dollar ein

(Motorsport-Total.com) - Die NASCAR hat für das Daytona 500 im Jahr 2024 ein Preisgeld von rund 28 Millionen US-Dollar (rund 25,9 Millionen Euro) ausgeschüttet. Noch nie war der Preisgeldtopf beim "Great American Race" auf dem Daytona International Speedway so groß. Zwar ist nicht bekannt, wie viel Geld der Sieger erhält, aber Schätzungen gehen von rund 1,5 bis zwei Millionen Dollar für den ersten Platz aus - 2015 waren es rund 1,5 Millionen Dollar für Joey Logano. Dieser Scheck geht 2024 an William Byron, der die zehnjährige Durststrecke von Hendrick Motorsports beendete.

Titel-Bild zur News: William Byron

Byron beendet die Durststrecke von Rick Hendrick Zoom

2014 gewann Dale Earnhardt Jr. letztmals das Daytona 500 für das Team von Rick Hendrick. Seitdem hat der Rennstall zahlreiche Runden auf dem Superspeedway in Florida angeführt, acht Mal stand ein Fahrer des Teams in den vergangenen zehn Jahren auf der Poleposition. Nun hat der 26-Jährige aus North Carolina den Fluch gebrochen und Hendrick den neunten Daytona-500-Sieg beschert. Damit zog das Team in der ewigen Bestenliste mit Spitzenreiter Petty Enterprises gleich.

Für Hendrick war es sogar ein Doppelsieg, da Alex Bowman das Rennen als Zweiter beendete. Für kurze Zeit war nicht klar, welcher der beiden Fahrer das Daytona 500 gewonnen hatte, denn nach einem Unfall zwischen Trackhouse-Pilot Ross Chastain und Penske-Pilot Austin Cindric musste die gelbe Flagge geschwenkt werden, die auch das Rennen beendete. Zum Zeitpunkt der Caution lag Byron in Führung.

Byron wartete auf Bestätigung

"Niemand hat mir gesagt, dass ich gewonnen habe", sagt Byron. "Rudy [Fugle, Teamchef] weinte im Funk und ich hoffte einfach, dass er einen guten Grund hatte. Er war voller Emotionen und ich fragte mich, ob wir gewonnen hatten oder nicht." Erst nach einer halben Ewigkeit für Byron erhielt er über Funk die Nachricht, dass er das Daytona 500 gewonnen hatte.

"Ich habe es noch gar nicht realisiert", so Byron weiter. "Es ist immer noch surreal, weil so viel passieren muss, um dieses Rennen zu gewinnen." Mit seinen 26 Jahren gilt Byron als eines der großen Talente im NASCAR-Zirkus und mit seinem Simracing-Background hat der Rennfahrer aus Charlotte einen ganz besonderen Weg an die Spitze des Sports genommen.

"Es war immer einfach für mich, das Tempo zu finden", sagt er. "Die Rundenzeiten sind mir auf natürliche Weise gelungen, aber die anderen Autos um mich herum zu managen und gegen sie zu fahren, das war schwierig. Aber das habe ich mit der Zeit gelernt. Ich habe jetzt die Hälfte meiner Karriere in der Cup-Serie verbracht, was einfach verrückt ist."

Wurzeln im Simracing

Byron begann mit dem Rennsport in der Simulation iRacing und wechselte erst spät in die reale Welt des Motorsports. Sein erstes Rennen fuhr er erst mit 15 Jahren, doch dank seiner Simracing-Erfahrung konnte er schon bald zahlreiche Erfolge feiern. So stieg er schnell in der NASCAR-Karriereleiter auf. 2017 wurde er Xfinity-Champion, seit 2018 fährt er im Oberhaus der NASCAR. Das Daytona 500 war der elfte Cup-Sieg seiner Karriere.

Byron startet mit der legendären Startnummer 24, die Jeff Gordon in den 1990er-, 2000er- und 2010er-Jahren prägte. Der viermalige Cup-Champion ist als Vizepräsident bei Hendrick aktiv und hat das Daytona 500 selbst dreimal gewonnen. "Es ist ein Jahrzehnt her, dass Hendrick das Daytona 500 gewonnen hat, und wir haben über die Jahre gesehen, wie schwierig es ist, dieses Rennen zu gewinnen", sagt Gordon.


Fotostrecke: Die Bestenliste der NASCAR-Rennsieger

"Ich versuche, nicht parteiisch zu sein, aber William macht es mir schwer", sagt Gordon. "Es ist 2024 und die Startnummer 24 ist immer etwas Besonderes für mich. Mir gefällt, dass er sie zu seiner eigenen Startnummer gemacht hat. Die Fans der Nummer 24 gibt es schon lange, aber er hat sich eine ganz eigene Fangemeinde aufgebaut. Er war schon immer ein Superstar, aber jetzt hat er ein neues Level erreicht."

Jubiläum für Hendrick

Für Rick Hendrick wird die Saison 2024 die 40. Saison in der NASCAR sein. Geoff Bodine war 1984 der erste Fahrer, der das Daytona 500 für den Rennstall bestritt und damals Achter wurde. 14 Titel und 301 Rennsiege machen Hendrick zu einem der erfolgreichsten Teams der NASCAR-Geschichte. Rick Hendrick ist mittlerweile 74 Jahre alt, doch der Gründer war bei Byrons Sieg noch fit genug, um ihn ausgiebig zu feiern.

"William macht die Arbeit", sagt Hendrick. "Das ist alles, woran er denkt. Er sitzt im Simulator, er schaut sich die Videos an, er arbeitet sehr hart. Viele Leute verstehen nicht, wie viel Zeit er investiert. Dass er Rudy an seiner Seite hat, gibt ihm Selbstvertrauen, denn gemeinsam waren sie in der Truck-Serie sehr erfolgreich."

"Wir hatten eine Durststrecke", sagt Hendrick über die zehn Jahre ohne Sieg in Daytona. "Wir haben hier viele Runden geführt, deshalb waren wir auch in diesem Jahr nicht aufgeregt. Ich wusste nicht, ob er gewonnen hatte oder noch eine Runde zu fahren war. Als ich vor 40 Jahren hierher kam, hatte ich das Gefühl, dass dies nicht der richtige Ort für mich war, wenn ich Junior Johnson, die Pettys oder die Wood Brothers sah. Wir waren damals fünf Vollzeitarbeiter ohne Sponsor und haben es in die Top 10 geschafft."


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Umstritten war der Sieg von Byron, weil Cindric und Chastain in der vorletzten Runde vor der Ziellinie abgeflogen waren. Hätte NASCAR sofort Gelb gezeigt, wäre das Rennen in die Verlängerung gegangen. Doch NASCAR hoffte, dass Cindric in die Wiese rutschen würde, sodass die letzte Runde unter Grün hätte gefahren werden können. Als die Startnummer 2 wieder auf die Strecke rutschte, war die Caution fällig und da die letzte Runde bereits begonnen hatte, musste die Gelbphase das Rennen laut Reglement beenden.

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