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Penske-Teamwork: Kurt Busch schiebt Newman zum Sieg!

Kein Gibbs-Toyota, sondern zwei blaue Dodge von Roger Penske entschieden das Daytona 500 für sich - Rick Hendrick erlebt ein Rennen zum Vergessen

(Motorsport-Total.com) - Weder die starken Toyotas von Joe Gibbs, noch die Startruppe von Rick Hendrick gingen beim 50. Daytona 500 als Sieger hervor: In einem atemberaubenden Finale zeigte die Dodge-Fraktion, was echtes NASCAR-Teamwork ist - Kurt Busch schob seinen Penske-Teamkollegen Ryan Newman unwiderstehlich zum Sieg.

Ryan Newman Penske Daytona 500 2008

Penske-Pilot Ryan Newman feiert ausgiebig seinen Daytona-Sieg Zoom

Nicht weniger als sechs Dodge Charger standen am Ende unter den ersten Acht, und obwohl die drei Toyotas von Joe Gibbs Racing das Rennen weitgehend dominierten, waren sie am Ende genauso chancenlos, wie die hochfavorisierte Hendrick-Armada um Jimmie Johnson und Jeff Gordon, die gleich zum Saisonauftakt eine schwere Schlappe einstecken mussten.#w1#

Doch der Reihe nach: Der siebenfache NASCAR-Champion "King" Richard Petty schwenkte die grüne Startflagge zur Jubiläumsausgabe von Daytona, und nahm dazu vorsichtshalber seinen berühmten Cowboyhut ab, nachdem ihm dieser beim gleichen Vorgang 2007 einmal vom Kopf geweht wurde. 43 Cup-Boliden und 36.000 PS kreieren einen extremen Windschatten, der in Daytona immer eine Rolle spielt, wie das Finale zeigen sollte.

Alles begann ganz normal: Hendrick-Chevrolet gegen Gibbs-Toyota - bereits nach fünf von 200 Runden tummelten sich fünf der sieben Favoritenautos abwechselnd an der Spitze, der Kampf um die fünf Bonuspunkte für eine Führungsrunde war früh in vollem Gange. Ansonsten erlebte der Superspeedway von Daytona, und seine etwa 250.000 Zuschauer, eine äußerst ruhige Anfangsphase.

Zu Beginn wenig Action in Daytona

Start Daytona

Start zum Daytona 500 - Richard Petty ganz rechts nahm lieber den Hut ab Zoom

Nach 70 Runden hatten die drei Gibbs-Toyotas von Denny Hamlin, Kyle Busch und Tony Stewart 65 Runden angeführt. Neben den drei Hendrick-Stars Jeff Gordon, Dale Earnhardt Jr. und Jimmie Johnson war vor allem Neu-Penske-Pilot Sam Hornish Jr. eine positive Überraschung, der zwischenzeitlich bis auf Rang fünf nach vorne fahren konnte. Am Ende wurde Hornish starker 15.

Der erste kleine Aufreger war ein verpatzter Boxenstopp von Jimmie Johnson unter grüner Flagge, dessen Crew Probleme beim Radwechsel links hinten hatte. Die Folge war ein großer Positionsverlust, der den amtierenden NASCAR-Champion aus der Spitzengruppe heraus bis auf Rang 25 zurückwarf. Johnson sollte sich von diesem Rückschlag danach nicht mehr erholen können.

Satte 81 von insgesamt 200 Runden dauerte es bis zur ersten Gelbphase, als NASCAR Teile auf der Strecke ausmachte. Während es für Johnson - und auch Tony Stewart - aufgrund von Handlingsproblemen zeitweise rückwärts ging, drehten pünktlich zur Rennhalbzeit nun die beiden blauen Penske-Dodge von Kurt Busch und Ryan Newman auf.

Die Roush-Truppe fing ebenfalls an, sich in der Spitzengruppe zu positionieren, während Brian Vickers im einzigen Red-Bull-Toyota Pech hatte, und wegen eines Reifenplatzers und dem dazugehörigen Stopp unter grüner Flagge aus der Führungsrunde heraus fiel.

Gordon im Pech - Roush kollidieren

Jeff Gordon

Jeff Gordon in der Garage - großes Pech für den Hendrick-Piloten Zoom

Auch Clint Bowyer robbte seinen Childress-Chevrolet jetzt unauffällig bis auf Rang zwei nach vorne, während parallel dazu mit Denny Hamlin der erste Gibbs-Toyota entscheidend zurückfiel. Sein linker hinterer Kotflügel war beschädigt und Hamlin rutschte aus den Top 20 heraus. Kyle Busch, Clint Bowyer, Greg Biffle, Dale Earnhardt Jr. und Tony Stewart lauteten die Top 5, als genau 50 Runden vor dem Ende die erst zweite (!) Gelbphase ausgelöst wurde.

In dieser Serviceperiode hatte Jeff Gordon dann Riesenpech: Bei ihm ging an der Hendrick-Box plötzlich die Motorhaube auf, und der vierfache Cup-Champion musste seinen Chevrolet Impala in den Garagenbereich steuern - ein Aufhängungsbruch am DuPont-Chevy mit der berühmten Startnummer 24.

Kurz darauf dann Stoff für einen potenziellen Familienkrieg bei Roush Fenway Racing: David Ragan, der Crashweltmeister des Jahres 2007, übersah ausgerechnet seinen Teamkollegen Matt Kenseth, und nahm dadurch beide Ford Fusion aus dem Rennen. Kenseth tobte am Funk, und während der folgenden Gelbphase begannen jetzt die finalen Strategiespiele der drei bislang dominierenden Top-Piloten.

Kyle Busch nahm an der Box vier neue Reifen auf, Tony Stewart holte sich zwei neue Goodyears, während Dale Earnhardt Jr. mit seinem Hendrick-Chevrolet gar nicht zum Service ging, und in der Folge logischerweise die Führung übernahm. "Junior" und Crewchief Tony Eury Jr. gingen mit dieser Strategie ein hohes Risiko, was sich am Ende jedoch - aus anderen Gründen - nicht auszahlen sollte.

Earnhardt Jr. mit Strategiefehler?

Tony Stewart Kyle Busch

Tony Stewart und Kyle Busch - bärenstark, aber im Finale chancenlos Zoom

Jetzt ging das Daytona-Finale so richtig los: Three-Wide-Racing unter permanentem Führungswechsel vom Allerfeinsten. Stewart, Earnhardt Jr. und Kyle Busch erwiesen sich erneut klar als die drei schnellsten CoTs, dahinter lagen Bowyer und Newman in Lauerstellung.

Plötzlich wieder Pech für Rick Hendrick und seine Mannen: Nach Jeff Gordon erwischte es ausgerechnet Jimmie Johnson, der leichten Kontakt mit Sam Hornish Jr. hatte, und so in einen Dreher gezwungen wurde. Weiterhin involviert waren mit Martin Truex Jr. und Michael Waltrip ebenfalls zwei große NASCAR-Namen.

Zweimal war Earnhardt Jr. nicht an der Box und wurde auf alten Reifen beim folgenden Restart prompt bis auf Rang sechs durchgereicht, während plötzlich ein Pilot in Erscheinung trat, der bislang unauffällig wie eine graue Maus im Feld mitgerollt war: Juan Pablo Montoya stieß bis auf Rang fünf nach vorne.

Und kaum in der Spitzengruppe in Erscheinung getreten, sorgte der Kolumbianer für viel Wirbel, denn er schob den jetzt führenden Clint Bowyer leicht an. Jener drehte sich ins Infield, und Montoya lag kurzzeitig hinter Newman auf Position zwei.

Perfektes Teamwork bei Penske

Daytona

Tony Stewart führte in der letzten Runde, doch die blauen Penske formieren sich Zoom

Doch dies nicht für lange: Der Kolumbianer wurde beim Restart ohne Windschatten weit durchgereicht und beendete das Rennen schließlich auf einem enttäuschenden Platz 32. Wenig später krachte es erneut: Kevin Harvick geriet mit Dave Blaney zusammen, und in der Folge wurde unter anderem erneut auch Denny Hamlin in Mitleidenschaft gezogen.

Urplötzlich befand sich Jeff Burton vor Greg Biffle und Ryan Newman in Front. Kyle Busch war Vierter, Casey Mears als Hendrick-Speerspitze Fünfter, Stewart Sechster. Dale Earnhardt Jr. lag auf Position acht, als acht Runden vor dem Ende der Single-File-Restart erfolgte.

Doch dann - wie sollte es am heutigen Abend auch anders kommen - erwischte es mit Casey Mears den dritten Hendrick-Chevrolet. Mears wollte sich vor die Motorhaube von Tony Stewart setzen, doch der wiederum hatte den drängelnden Dale Jr. im Genick, und schon krachte Mears quer in die Mauer - Gelbphase Nummer sieben wurde ausgelöst.

Der letzte und entscheidende Restart: Stewart fuhr drei Runden vor dem Ende auf der oberen Linie mit drei Dodge im Genick, unten kämpfte Kyle Busch zusammen mit Kasey Kahne und Dale Earnhardt Jr. um den Anschluss. Eingangs der letzten Runde führte Stewart noch, aber auf der Gegengerade schob Kurt Busch seinen Teamkollegen Ryan Newman unwiderstehlich am Gibbs-Toyota vorbei an die Spitze.

Dodge-Fraktion mit überragendem Finish

Daytona Ryan Newman

Ryan Newman gewann das Daytona 500 vor Kurt Busch - Penske Doppelsieg Zoom

Newman gewann das 50. Daytona 500 vor seinem Penske-Teamkollegen Kurt Busch und Tony Stewart. Hinter Kyle Busch, der zwar die meisten Führungsrunden holte, am Ende jedoch durch eine falsche Linienwahl den Kürzeren zog, wurde Reed Sorenson im besten Ganassi-Dodge ganz starker Fünfter.

Die beiden Evernham-Piloten Elliot Sadler und Kasey Kahne, sowie Robby Gordon vervollständigten einen sehr überraschenden Dodge-Triumph von Daytona, das anno 2008 - wer hätte das gedacht - Dale Earnhardt Jr. auf Platz neun als besten Chevrolet, und einzigen Hendrick-Piloten unter den Top 20 sah.

Greg Biffle als Zehnter rettete einigermaßen die Ehre der Ford-Armada, die ebenfalls empfindlich geschlagen wurde. Ganz stark präsentierte sich hingegen Red-Bull-Pilot Brian Vickers, der sich nach seinem zwischenzeitlichen Rundenverlust wieder bis auf Position zwölf nach vorne kämpfen konnte.

Jimmie Johnson wurde 27., Casey Mears 37. und Jeff Gordon gar nur 39. - Daytona entpuppte sich als kompletter Fehlstart für die hochfavorisierten Hendrick-Asse, während Dodge sozusagen eine Wiederauferstehung feiern konnte.

Die Marke mit dem Widder im Logo wurde von nahezu allen Experten im Kampf zwischen Chevrolet und Toyota als chancenlos eingestuft. Nun fuhren sechs Charger unter die ersten Acht, während das Establishment schwer geschlagen wurde. So schön kann NASCAR sein - Bill France Sr. würde sicher seinen Spaß haben.

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