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NASCAR Talladega: Denny Hamlin gewinnt turbulentes Crashfest

UPDATE: Nach drei "Big Ones" geht das Playoff-Rennen in Talladega im dritten Anlauf einer Verlängerung mit Fotofinish und Strafen zu Ende

(Motorsport-Total.com) - Das Playoff-Rennen auf dem Talladega Superspeedway war auch in der NASCAR Cup-Saison 2020 wieder ein dramatisches.

Denny Hamlin

Als einziger Playoff-Fahrer in den Top 10 im Ziel: Sieg für Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) Zoom

Ursprünglich waren beim YellaWood 500 auf dem Talladega Superspeedway 188 Runden angesetzt. Letzten Endes wurden ganze 200 Runden gefahren, weil es drei Anläufe einer Verlängerung (Overtime) brauchte.

Der Zieleinlauf erfolgte im Fotofinish und durchaus kontrovers. Denny Hamlin (Gibbs-Toyota), der in Turn 4 der letzten Runde unterhalb der doppelten gelben Linie die Führung übernommen hatte, siegte mit 0,023 Sekunden Vorsprung auf den nicht mehr in den Playoffs vertretenen Matt DiBenedetto (Wood-Ford). So sah zwar der Zieleinlauf aus, aber nicht das Ergebnis.

Denn nach dem Zieleinlauf dauerte es zunächst einige Minuten, bis Hamlin als Sieger bestätigt wurde. Laut NASCAR wurde er in Turn 4 der letzten Runde unter die doppelte gelbe Linie gezwungen und wurde daher nicht bestraft.

Stattdessen war es DiBenedetto, der bestraft wurde. Laut NASCAR war er es, der einen anderen Fahrer nach unten drückte. Statt auf P2 wurde DiBenedetto als Vorletzter in der Führungsrunde nur auf P21 gewertet. Vorletzter deshalb, weil Playoff-Teilnehmer Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet) aus dem gleichen Grund ebenfalls bestraft und auf P22 zurückversetzt wurde.

UPDATE 2:15 Uhr MESZ: Weil das Team von Chase Elliott (Hendrick Motorsports) Einspruch gegen dessen Strafe eingelegt hat und dieser stattgegeben wurde, wird Elliott im offiziellen Endergebnis auf P5 gewertet. Stattdessen ist es Chris Buescher (Roush-Ford), der bestraft wird und auf P22 zurückversetzt wird. Im neuesten Urtel von NASCAR war er es, der Denny Hamlin unter die doppelte gelbe Linie gezwungen hat.

So oder so ist Denny Hamlin eine Woche nach Ganassi-Pilot Kurt Busch als zweiter der noch zwölf Playoff-Teilnehmer in die "Round of 8" vorgestoßen. Und am Rande sei bemerkt: Beim Playoff-Rennen in Talladega hat es erstmals seit 2013 keinen Ford-Sieg gegeben.

Wilder Auftakt: Fünf Gelbphasen in Stage 1

Nicht nur die Schlussphase des Rennens war ausgesprochen wild. Vor einigen tausend zugelassenen Zuschauern führte Denny Hamlin das 39-köpfige Feld ins Rennen. Aber direkt in der ersten Runde gab es Gelb: Im Hinterfeld drehte sich Hamlins nächstjähriger Gibbs-Teamkollege Christopher Bell (Leavine-Toyota) in die Mauer. Tyler Reddick (Childress-Chevrolet) legte ebenfalls einen Dreher hin, konnte aber weiterfahren.

Auch nach dem ersten Restart ging es nicht lange gut. In der neunten Runde rutschte Ricky Stenhouse (JTG-Chevrolet) nach Kontakt durch John Hunter Nemechek (Front-Row-Ford) auf Höhe Start/Ziel in die innere Streckenbegrenzung - Aus. Beim Restart kam Corey LaJoie (Go-FAS-Ford) nicht in die Gänge und löste mit seinem vorübergehenden Stehenbleiben direkt die dritte Caution aus.

Drei Runden vor Schluss des ersten Rennsegments (Stage 1) krachte es ganz vorn in Reihen der Playoff-Teilnehmer. An der Spitze lag Aric Almirola (Stewart/Haas-Ford), als er bei einem etwas zu späten Block von Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet) umgedreht wurde.

Kyle Busch (Gibbs-Toyota) wurde ebenfalls verwickelt. Gleiches gilt für den nicht mehr in den Playoffs vertretenen Ryan Blaney (Penske-Ford). Für Almirola war das Rennen gelaufen. Die anderen konnten zunächst weiterfahren.

"Big One" 1 bei Stage-Siegen für Buescher und Truex Jr.

Zusammen mit einer angekündigten Competition-Caution gab es allein im ersten Rennsegment nicht weniger als fünf Gelbphasen. Am Ende dieses Segments, das unter Gelb zu Ende ging, lag Chris Buescher vorne und kam damit erstmals in seiner Karriere zu einem Stage-Sieg.

Bonuspunkte gab es in Stage 1 für sechs Playoff-Teilnehmer: Joey Logano, Austin Dillon, Brad Keselowski, Chase Elliott, Martin Truex Jr. und Kurt Busch. Im Gegenzug hatten sich Kevin Harvick, Denny Hamlin und Clint Bowyer kurz vor Stage-Ende freiwillig zurückfallen lassen. Damit gaben sie zwar Bonuspunkte auf, entgingen aber dem Crash, der einen ihrer Mitstreiter (Almirola) aus dem Rennen genommen hat.


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In Stage 2 gab es bald wieder Gelb, weil Kyle Busch als Folge der Verwicklung in den Crash um Almirola einen Reifenschaden erlitt. Zwölf Runden vor Schluss des zweiten Rennsegments geschah dann ein weiterer Crash in der Spitzengruppe, der gleich mehrere Playoff-Teilnehmer aus dem Rennen riss. Es war der erste von letztlich drei "Big Ones" im Rennen. Was war passiert?

Clint Bowyer (Stewart/Haas-Ford) drehte auf Höhe Start/Ziel den Hendrick-Chevrolet von Jimmie Johnson in dessen letztem Talladega-Rennen um. Kurt Busch (Ganassi-Chevrolet), der von Johnson erwischt wurde, legte eine wilde Flugeinlage über Cole Custer (Stewart/Haas-Ford) hin. Abgesehen davon wurden unter anderem Austin Dillon (Childress-Chevrolet), Daniel Suarez (Gaunt-Toyota) sowie Brendan Gaughan (Beard-Chevrolet) im letzten Rennen seiner Cup-Karriere in den Crash verwickelt. Verletzt wurde niemand.

Für Bowyer und Kurt Busch war das Rennen gelaufen, aber mit einem großen Unterschied. Während Busch dank seines Las-Vegas-Sieges schon sicher in der "Round of 8" steht, wird es für Bowyer kommende Woche mit dem Weiterkommen ebenso ganz schwierig wie für seinen kurz zuvor gecrashten Stewart/Haas-Teamkollegen Aric Almirola.

Den Stage-2-Sieg holte sich im hektischen Sprint nach einer kurzen Rotphase schließlich Martin Truex Jr. (Gibbs-Toyota): Bonuspunkte gab es in diesem Segment nur für zwei weitere Playoff-Teilnehmer: Brad Keselowski und Chase Elliott, die genau wie Truex Jr. beide schon in Stage 1 gepunktet hatten.

"Big Ones" 2 und 3 in der Verlängerung

Im letzten Rennsegment wechselten sich, abgesehen von ein paar Ausreißern, hauptsächlich Joey Logano (Penske-Ford) und Chase Elliott an der Spitze ab. Je nach dem, welche der beiden Spuren mehr Schwung hatte, lag mal der eine, mal der andere ganz vorn.

Zehn Runden vor Schluss wurde die eine Spur nach wie vor von Logano angeführt, die andere aber von Darrell "Bubba" Wallace (Petty-Chevrolet). Doch sechs Runden vor Schluss driftete Wallace nach Kontakt von Ryan Preece (JTG-Chevrolet) in die Mauer und wurde durchgereicht.

Gelb kam zunächst nicht heraus. Weil sich aber James Davison (Ware-Chevrolet) wenige Sekunden später drehte, gab es doch zum elften Mal innerhalb der geplanten Renndistanz eine Gelbphase - es war noch lange nicht die letzte.

Beim Restart, der die Verlängerung einläutete, führte Logano das Feld an, wurde aber in Turn 3 von Elliott überrumpelt. Wenige Sekunden später - kurz bevor, die Weiße Flagge gezeigt wurde - gab es den zweiten "Big One" des Tages. Tyler Reddick, der sich in der ersten Runde des Rennens gedreht hatte, drehte den stark ondulierten Gibbs-Toyota von Kyle Busch, der in mehrere Crashs verwickelt war, in den Penske-Ford von Logano.

Neben Kyle Busch wurden unter anderem auch Kevin Harvick und Martin Truex Jr. in den Crash verwickelt. Für Kyle Busch war endgültig Feierabend. Das gilt auch für Logano, der zwar zunächst weiterfahren konnte, aber nach einer zweiten kurzen Rotphase des Tages die Ernüchterung erlebte, dass sein Penske-Ford keinen Vortrieb mehr hatte.

Für die im Rennen verbliebenen Fahrer ging es derweil zum zweiten Overtime-Restart. Elliott führte das Feld an, aber in Turn 3 - wiederum kurz bevor die Weiße Flagge gezeigt werden konnte - krachte es erneut. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Runden waren es "Bubba" Wallace und Ryan Preece, die aneinander gerieten. Mitgerissen wurden (nicht zum ersten Mal an diesem Tag) unter anderem Ryan Blaney sowie die Alex Bowman und Austin Dillon.

So ging es zum dritten Overtime-Restart. Matt DiBenedetto und Denny Hamlin führten die beiden Spuren an. Als eine Runde später endlich die Weiße Flagge für die letzte Runde gezeigt werden konnte, lag DiBenedetto ganz knapp vorn.

Dann aber gab es Chaos allerorten und in Turn 3 der letzten Runde die strittige Szene, die zur Bestrafung von Matt DiBenedetto und Chase Elliott führte. Denny Hamlin ist derjenige, der lacht, hat er doch seinen siebten Saisonsieg eingefahren und damit den Einzug in die "Round of 8" der Playoffs sichergestellt.

Im doppelt korrigierten Ergebnis Zweiter: Erik Jones (Gibbs-Toyota) mit 0,068 Sekunden Rückstand auf Hamlin. Jones gehört ebenso wenig zum Kreis der Playoff-Teilnehmer wie die Fahrer, die auf den Plätzen drei und vier sowie sechs bis zehn gewertet wurden: Ty Dillon, William Byron, Ryan Newman, Tyler Reddick, John Hunter Nemechek, Brennan Poole und Ryan Preece.

Derweil ist Chase Elliott aufgrund der Revision des ersten Urteils von P22 auf P5 vorgerückt und hat das Rennen damit als zweiter Playoff-Teilnehmer neben Sieger Denny Hamlin in den Top 10 beendet.

Playoff-Stand: Kyle Busch und Co. mit großem Punkterückstand

In den Playoffs haben vor dem letzten Rennen der "Round of 12" vier Fahrer schon beträchtlichen Punkterückstand auf den "Cut" der Top 8. Es sind Kyle Busch, der im Verlauf des Rennens in gefühlt jeden Crash verwickelt war, Austin Dillon, der ebenfalls mehrfach mitgerissen wurde, Clint Bowyer, der in Stage 2 den ersten "Big One" ausgelöst hatte, und Aric Almirola aufgrund des Crashs in Stage 1, als er das Rennen gerade angeführt hatte.


Fotostrecke: Der aktuelle Playoff-Stand im NASCAR Cup 2020

Damit ist alles angerichtet für das letzte Rennen der "Round of 12". Dieses steigt am kommenden Sonntag auf dem "Roval" des Charlotte Motor Speedway. Für die NASCAR-Topliga ist es das zweite und letzte Rundkurs-Rennen im Coronajahr 2020 nachdem im August kurzfristig der Rundkurs in Daytona in den Kalender aufgenommen wurde. Auf dem "Roval" in Charlotte fällt die Entscheidung, mit welchen dann nur noch acht Fahrern der Kampf um den NASCAR Cup-Titel 2020 fortgesetzt wird.

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