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NASCAR 2016: Denny Hamlin gewinnt 58. Daytona 500

Wahnsinnsfinale in Daytona: Denny Hamlin gewinnt mit 0,011 Sekunden Vorsprung - Erster Toyota-Sieg beim Daytona 500 - Reihenweise Abflüge ausgangs Kurve vier

(Motorsport-Total.com) - Denny Hamlin hat das 58. Daytona 500 gewonnen, das den engsten Zieleinlauf in der Geschichte des US-amerikanischen Klassikers sah. In einem spektakulären Schlussspurt setzte er sich um elf Tausendstelsekunden gegen Martin Truex jun. durch. Kurz zuvor verlor Matt Kenseth, der das Rennen die letzten 40 Runden vor Schluss angeführt hatte, bei einem Blockversuch die Führung und fiel noch bis auf Rang 14 zurück. Es war der erste Sieg für Toyota beim Daytona 500 und dank Kyle Busch auf Rang drei gleich ein Dreifachsieg.

Denny Hamlin

Denny Hamlin holte sich seinen ersten Sieg beim Daytona 500 Zoom

"Das war heute ein echter Teamsieg", jubelte Hamlin, für den es ebenfalls der erste Sieg beim wichtigsten NASCAR-Rennen des Jahres war. "Ich weiß nicht, wo das herkam, und auch nicht, was passiert ist. Es kam einfach zusammen. Ich bekam einen Push. Das wäre alles nicht möglich gewesen, wenn die Toyotas nicht zusammengearbeitet hätten." Gegen die Camrys war an diesem Tag kein Kraut gewachsen, insgesamt führten sie 180 der 200 Runden an, 95 davon lag der Sieger vorn.

Das Rennen sah sechs Cautions, die über 31 Runden gingen - die letzte davon endete zwölf Runden vor Schluss. Hamlin sah schon während des Rennens sehr stark aus und führte die meisten Runden, schien sich aber beim letzten Stopp bereits verpokert zu haben. Seine Wahl auf vier frische Reifen zahlte sich dann allerdings in der letzten Runde aus, als er den führenden Kenseth über die Außenbahn attackieren konnte, was schließlich zum Sieg führte.

Polesetter Elliot verabschiedet sich frühzeitig

Der erste der insgesamt 15 verschiedenen Führenden war Polesetter Chase Elliot, der sich die erste Führungsrunde der neuen NASCAR-Saison notieren ließ. Doch für den Rookie sollte es kein erfolgreiches Debüt werden. Schon in der 19. Runde war für ihn das Rennen gelaufen, als er die Kontrolle ausgangs Kurve vier verlor. An dieser Stelle sollte es noch eine ganze Reihe von Fahrern erwischen. Unglücklich für den Nachfolger von Jeff Gordon: Er schlug nicht ein, sondern beschädigte sich seinen Chevy, als er vom Asphalt aufs Gras kreiselte. Er verlor 40 Runden und wurde 37.

Schon in der vierten Runde des Rennens ging Dale Earnhardt jun. zur Freude der Fans in Führung. Aber auch für ihn sollte es nicht besser ausgehen: Wie Elliot erwischte es auch den zweifachen Sieger des "500" ausgangs Kurve vier in Runde 169. "Das hat mich wirklich komplett überrascht", so der 41-Jährige, der zuvor schon zurückgefallen war. "Wir sind gerade wieder nach vorne gekommen und aggressiv geworden, als es geschehen ist." Üble Erinnerungen wurden wach, als ein Earnhardt nach Frontaleinschlag in einem Krankenwagen abtransportiert wurde, doch er wurde nach dem obligatorischen Check gleich wieder entlassen.

Zum ersten Mal setzte sich Hamlin nach der ersten Runde Boxenstopps an die Spitze, die infolge des Unfalls von Elliot unter gelb abgehalten wurden. Schon hier zeigte sich, wie stark der Camry von Joe Gibbs Racing funktionierte: Zwischen der ersten und der zweiten Gelbphase konnte Hamlin nicht angetastet werden. Erst als Brian Vickers ebenfalls ausgangs Kurve vier die Kontrolle verlor und in der Folge um ein Haar von Michael Waltrip torpediert worden wäre, war das erste Hamlin-Kapitel vorbei.

Johnson-Intermezzo dauert nur 19 Runden

Nach den zweiten Boxenstopps ging Jimmie Johnson in Führung. Dabei konnte er sich der Toyota-Armada für 19 Runden erwehren. Der sechsfache Champion versuchte, die High Line zum Arbeiten zu bringen. Doch diese funktionierte den ganzen Tag über nicht - als die Türe innen offen war, ging Kyle Busch in Führung, während Johnson zwölf Plätze auf einen Schlag verlor. Der zweifache Sieger des Daytona 500 fiel später noch weiter zurück und wurde nur 16.

Als es in Runde 95 nach einer Kollision zwischen Matt DiBenedetto und Chris Buescher zur dritten Caution kam, ging wieder Denny Hamlin in Führung und sollte diese auch über die nächste Neutralisation hinweg halten. Diese wurde durch einen Reifenschaden bei Greg Biffle wegen Trümmerteilen ausgelöst. In der Regel lagen mehrere Toyotas vorn, die Pace wurde vor allem von den Fahrzeugen von Joe Gibbs Racing diktiert plus dem Furniture-Row-Camry von Martin Truex jun. In der Regel gab es jedoch das für Restrictor Plate Rennen übliche Pack Racing mit etwa 20 Autos innerhalb einer Sekunde.

Kenseth führt bis zur letzten Runde

Nach vielen Boxenstopps unter gelb lief der letzte Routineservice unter grün ab. Nun hieß es abwägen: Zwei oder vier Reifen? Hamlin entschied sich für vier, der Großteil der Konkurrenz nahm jedoch nur zwei. Großer Sieger dieser Runde war Matt Kenseth, der nun die Führung übernahm. Hamlin fiel bis auf die siebte Position zurück. Auch Kenseth schien an der Spitze unüberholbar zu sein, selbst zwei weitere Gelbphasen konnten ihn nicht von der Spitze verdrängen.

Eine davon wurde durch Earnhardt ausgelöst, die andere durch eine Kollision zwischen Greg Biffle und Danica Patrick. Ein Zwölf-Runden-Sprint sollte das Rennen entscheiden, mit Kenseth an der Spitze gefolgt von Truex und Joey Logano. Zunächst sah es so aus, als könne Kenseth das Rennen von der Spitze aus kontrollieren, doch das Pack hatte sich seine Attacke bis zum letzten Moment aufgehoben.

Packender Spurt zum Zielstrich

Auf der Back Straight erhielt Hamlin einen Push, der es ihm erlaubte, auf der Außenbahn ausreichend Schwung aufzubauen, um in Kurve drei und vier Kenseth außen herum attackieren zu können. Dieser Entschied sich zu einem Blockversuch, doch das Timing passte nicht. Hamlin wechselte auf die Center Line, während Kenseth am berüchtigten Kurvenausgang von Kurve vier ins Schlingern geriet. "Ich sah, dass Denny einen Run hatte und wollte ihn blocken", sagte Kenseth. "Ich habe es nicht geschafft und bin geslidet - das war's." 13 weitere Fahrzeuge zogen noch vorbei.

Ganz unten schien nun Truex jun. als lachender Dritter aus der Nummer herauszugehen. Die beiden Toyotas berührten sich beim Schlussspurt zur Ziellinie mehrfach und Hamlin gelang es, einen Überschuss aufzubauen. Erst auf den allerletzten Drücker ging er vorbei und holte sich den Sieg. "Ich hatte die Führung bis bestimmt wenige Meter vor dem Ziel", konnte es Truex jun. kaum fassen. "Vielleicht hätte ich ihn mehr blocken müssen."

Mit dem Sieg hat Denny Hamlin nun automatisch einen Startplatz für den Chase am Ende der Saison gezogen. Hinter ihm und Truex komplettierte Kyle Busch den Totaltriumph für Toyota, Kevin Harvick brachte den besten Chevy auf Rang vier. Besondere Erwähnung verdient Carl Edwars als Fünfter: Der Polesetter von 2012 verlor zwischenzeitlich eine Runde, als er beim Unfall von Vickers in die Eisen steigen musste und von Trevor Bayne in die Mauer geschoben wurde. Er konnte die Runde dank Gelbphasen wieder aufholen und kämpfte sich wieder nach vorn - ein weiteres Beispiel für die Überlegenheit der Joe-Gibbs-Camrys an diesem Tag.

Joey Logano rettete mit Rang sechs die Ehre für Ford an einem sonst rabenschwarzen Tag für das blaue Oval, die nur einen weiteren Fusion unter die besten 15 brachten. Das untere Ende der Top 10 war fest in Chevrolet-Hand: Kyle Larson, Regan Smith, Austin Dillon und Kurt Busch komplettierten die besten zehn. Erwähnenswert: Auch Smith musste sich wieder nach vorne fahren, nachdem er in Folge des Drehers von Elliot zu Beginn des Rennens ebenfalls eine Pirouette eingelegt hatte.

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