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Was die MotoGP-Crewchiefs 2017 gelernt haben

Neue Motorvarianten, ständig wechselnde Reifen und Zuverlässigkeitsprobleme: Die Aufgaben waren in diesem Jahr von Team zu Team unterschiedlich

(Motorsport-Total.com) - Die MotoGP-Saison 2017 hielt für die sechs involvierten Hersteller verschiedene Herausforderungen parat. Die Resultate lassen vermuten, dass Honda und Ducati ihre Aufgaben am besten meistern konnten. Bei Yamaha kämpfte man bei einigen Rennen mit den Michelin-Reifen und agierte mit stumpfen Waffen. Im Suzuki-Lager lief es ebenfalls nicht rund, denn bei den Wintertests einigte man sich auf die falsche Motorspezifikation, die zu Problemen führte. Zufriedenere Gesichter sah man bei KTM, die eine starke Debütsaison hinlegte und sich in der Herstellerwertung zur fünften Kraft entwickelten. Aprilia beklagte Zuverlässigkeitsprobleme und kam trotz Top-6-Ergebnissen nicht über Platz sechs hinaus.

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Die MotoGP-Saison 2017 stellte die Ingenieure vor einige Herausforderungen Zoom

Für Honda war 2017 vor allem wegen dem Wechsel vom Screamer- zum Big-Bang-Motor eine Herausforderung. "Man lernt in jedem Jahr viele Dinge. Bei uns stand in diesem Jahr der neue Motor im Fokus und dessen Elektronikabstimmung. Der Motor war komplett anders als der, den wir in der Vergangenheit verwendeten", berichtet Santi Hernandez, der Crewchief von Marc Marquez, im Gespräch mit 'MotoGP.com'.

"In der Vergangenheit kam man mit dem Wissen an die Strecke, dass man bezüglich der Abstimmung viele Erfahrungswerte hat. Doch in diesem Jahr mussten wir ganz andere Abstimmungen verwenden. Das war interessant für mich, denn man lernt dadurch sehr viel", bemerkt Hernandez, der zusammen mit Marquez und HRC den vierten Titel im fünften Jahr feierte.

Yamaha hadert mit den Michelin-Reifen

Maverick Vinales, Valentino Rossi

Maverick Vinales und Valentino Rossi gewannen seit Juni kein Rennen mehr Zoom

Bei den Wintertests deutete alles darauf hin, dass Yamaha in diesem Jahr den Ton angeben wird. Doch bereits beim Europaauftakt in Jerez kündigte sich an, dass die 2017er-M1 ein Sorgenkind sein wird. Bei rutschigen Bedingungen und Hitze kämpften Valentino Rossi und Maverick Vinales mit stumpfen Waffen.

Für Crewchief-Urgestein Silvano Galbusera war 2017 ein anspruchsvolles Jahr: "Wir haben gelernt, dass wir eine sehr gute Elektronikabstimmung benötigen für die Reifen. Das Verhalten der Reifen war in dieser Saison auf jeder Strecke anders. Manchmal war es schlecht, manchmal nicht so schlecht. Wir hatten mit den Reifen zu kämpfen", gesteht der langjährige Yamaha-Ingenieur. "Wir mussten uns darauf konzentrieren, eine Abstimmung zu finden, die die Reifen möglichst gut schont."

Ducati arbeitet am Feinschliff, Chaos bei Suzuki

Andrea Dovizioso

Vizechampion Andrea Dovizioso holte sechs Siege mit der Ducati Desmosedici Zoom

Vergleichsweise unspektakulär lief 2017 für die Technikexperten bei Ducati. Die 2017er-Desmosedici war eine sanfte Evolution der Vorjahresmaschine. Das Motorrad lief auf den meisten Strecken gut und ermöglichte Andrea Dovizioso sechs Laufsiege und den Vizetitel. "Der größte Unterschied in diesem Jahr waren die Bremspunkte. Wir verstanden, dass wir in diesem Bereich viel Potenzial haben. Wir haben vermutlich viele Rennen deshalb gewonnen", kommentiert Crewchief Alberto Giribuola.

Bei Suzuki passte das Paket nicht so gut zusammen wie 2016. Sowohl Andrea Iannone als Crewchief Marco Rigamonti mussten sich im vergangenen Winter umstellen. Beide kamen von Ducati zu Suzuki und haderten mit den Eigenschaften der GSX-RR. "Ich wechselte von Ducati zu Suzuki. Ich musste mich nach vielen Jahren umstellen. Das Motorrad funktioniert ganz anders als die Maschine, an die ich gewöhnt war. Ich musste lernen, wie sich das Motorrad nach gewissen Änderungen verhält", gesteht Rigamonti.

KTM meistert die Herausforderungen

Pol Espargaro, Sam Lowes

Starke Leistung: KTM ließ Aprilia bereits in der Debütsaison hinter sich Zoom

Die Newcomer von KTM mussten sich in diesem Jahr an viele Dinge gewöhnen. Die Österreicher meisterten die Aufgaben gut und holten in der Herstellerwertung 69 Punkte - fünf Mehr als Aprilia. Doch was beschäftigte Crewchief Paul Trevathan am meisten? "Die Reifensituation ist für uns am wichtigsten. Sie ändern sich von Strecke zu Strecke", bemerkt er.

"Meine Aufgabe war es, den Fahrern bei diesem Thema zu helfen und die Elektronik anzupassen. Zudem ging es um das Reifenmanagement und den Umgang mit den zur Verfügung stehenden Reifen. In diesem Bereich müssen wir uns weiter verbessern. Ich habe mich selbst angetrieben, um es immer besser zu verstehen", so Trevathan.

Aprilia nicht zuverlässig

Aleix Espargaro

Aleix Espargaro musste seine Aprilia hin und wieder vorzeitig abstellen Zoom

Die Entwicklung der Aprilia RS-GP wurde in diesem Jahr zweifellos vorangetrieben. Auf einigen Strecken mischte Aleix Espargaro vorne mit. Beim Saisonauftakt in Losail und beim Rennen in Aragon wurde der Spanier als Sechster gewertet. Dennoch belegte Aprilia den letzten Platz in der Herstellerwertung. Der Grund dafür ist einfach.

"Wir hatten in diesem Jahr einige Zuverlässigkeitsprobleme", gesteht Aprilia-Ingenieur Markus Eschenbacher. "Das müssen wir im kommenden Jahr ausmerzen. In diesem Jahr war es in vielen Bereichen ein Lernprozess." Die Haltbarkeit der V4-Motoren stand bereits bei den Testfahrten im Fokus. Zudem möchte Aprilia das Handling weiter verbessern, indem mehr Gewicht aufs Vorderrad gebracht wird.

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