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Tracklimits in Spielberg: Viele Verstöße, "weil es eine Scheißstrecke ist"

Cal Crutchlow erklärt, warum es auf dem Red Bull Ring so schwer ist, sich innerhalb der Tracklimits zu bewegen, und zieht die Sinnhaftigkeit der Strafen in Zweifel

(Motorsport-Total.com) - 13 Tracklimits-Warnungen und fünf Strafen aufgrund wiederholter Missachtung der Tracklimits zählte der Grand Prix der Steiermark am vergangenen Wochenende. Das sind für die MotoGP außergewöhnliche Zahlen. Gerade im Rennen kommen Verwarnungen und Strafen wegen Tracklimits in dem Ausmaß sonst nicht vor.

Cal Crutchlow

Von diesen grün markierten Flächen neben der Strecke gibt es in Spielberg einige Zoom

Schon in den Trainings und im Qualifying, wo Fabio Quartararo die mögliche Pole wegen einer gestrichenen Runde verlor, deutete sich an, dass die Tracklimits in Spielberg ein Thema sein würden - ein zu großes Thema aus der Sicht vieler Fahrer.

"Das passiert auf vielen Strecken, aber hier passiert es, weil es eine Scheißstrecke ist", fand Cal Crutchlow nach dem ersten Rennwochenende in Spielberg klare Worte. Er ersetzt beim Doubleheader in Österreich im Team von Petronas-Yamaha Franco Morbidelli, der sich weiterhin von einer Knieoperation erholt.

Cal Crutchlow: Verstöße kaum vermeidbar

"Es ist zu schwierig, nicht auf das Grün zu fahren, weil es so viele Kurven mit Grün an der Außenseite gibt. Wenn du in einer Gruppe fährst, wenn du im Windschatten bist, wenn das Motorrad in der Mitte der Kurve wackelt, dann wirst du zwangsläufig auf das Grün fahren", erklärt Crutchlow die Schwierigkeit.

Das erklärt, warum so viele Fahrer Probleme mit den Tracklimits in Spielberg hatten. Auch Crutchlow erhielt im Rennen eine Warnung. Das passiert immer dann, wenn die Streckenbegrenzung dreimal überschritten wurde. Doch der Brite moniert: "Ich habe nie eine entsprechende Meldung auf mein Dashboard bekommen."

"Man sollte ein Lichtsignal haben. Ich hatte das Signal, aber nicht zum Zeitpunkt der Tracklimits-Warnung. Ich habe beide Zeiten gecheckt, die der Tracklimits-Warnung und die, als ich das Signal bekam. Sie lagen 15 Minuten auseinander. Und ich hatte nie die Warnmeldung, nur das Lichtsignal, also wusste ich es nicht."

Drucksensoren für Messung zu sensibel?

Abgesehen davon zweifelt Crutchlow auch an der Messmethode, um eine Überschreitung der Tracklimits festzustellen. Seit einigen Rennen werden Drucksensoren eingesetzt, damit sich die Rennkommissare nicht allein auf den Videobeweis verlassen müssen. Das hat Vor- und auch Nachteile, wie Crutchlow betont.


Fotos: MotoGP: Grand Prix der Steiermark (Spielberg) 2021


"Die Sensoren sind in einer Hinsicht besser. Denn manchmal ist die Sehkraft der Stewards auch nicht sehr gut", scherzt er. "Sie sind nicht mehr die Jüngsten und ich denke, dass es für sie ziemlich schwierig ist, auf den Videos immer etwas zu sehen."

"Aber manchmal ist es so, dass das Rad nur halb über dem Grün ist oder man sich auf der Kante befindet, denn es gibt ja normalerweise ein gewisses Gefälle zum Grün. Wenn das Rad auf dieser Kante entlangfährt, aber nicht wirklich das Grün berührt, wird trotzdem der Sensor ausgelöst. Damit bin ich nicht einverstanden."

Crutchlow findet Tracklimits-Strafen zu hart

Denn die Drucksensoren sind sensibel und reagieren auch auf Vibrationen: "Natürlich bewegt sich der rot-weiße Randstein, wenn man mit dem Motorrad darüber fährt, und das löst den Sensor aus. Es ist auch immer schwierig, das zu kontrollieren."

Dass man durch das Berühren der grün markierten Fläche einen Vorteil gewinnt, glaubt Crutchlow ohnehin nicht. "Wenn jemand von der Strecke fliegt und eine Sekunde gewinnt, dann stimme ich zu, dass er sich einen Vorteil verschafft hat", so der Brite.

"Aber in den meisten Fällen verliert man Zeit, wenn man das Grün berührt, weil das Motorrad unruhig wird, wenn es über diese kleine Kante fährt. Ich finde es nicht okay, dass man in der letzten Runde eine Position zurückfällt, wenn man das Grün berührt, wie es bei einigen Rennen der Fall war. Ich denke, das ist nicht gut."

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