Weltmeister: Cortese gewinnt in Malaysia

Sandro Cortese krönt sich mit dem Sieg beim Grand Prix von Malaysia zum ersten Moto3-Weltmeister - Zulfahmi Khairuddin und Jonas Folger auf dem Podium

(Motorsport-Total.com) - Sandro Cortese gewinnt den Grand Prix von Malaysia und sichert sich den Weltmeistertitel in der Moto3. Von Beginn an fuhr der Deutsche in der Spitzengruppe mit Zulfahmi Khairuddin (KTM) und Jonas Folger (Kalex-KTM). Lange führte Folger das Rennen an, doch am Ende machten sich "Fahmi" und Cortese den Sieg untereinander aus. Der KTM-Werksfahrer setzte sich in der letzten Kurve durch und konnte bis zur Ziellinie nicht mehr abgefangen werden. Mit seinem vierten Saisonsieg krönte sich Cortese zum ersten Weltmeister der neuen Moto3-Klasse. Seit Dirk Raudies im Jahr 1993 ist wieder ein Deutscher Weltmeister in der kleinsten Klasse.

Titel-Bild zur News: Sandro Cortese

Sandro Cortese ist der erste Weltmeister der neuen Moto3-Klasse Zoom

Cortese kam bei allen 15 Saisonrennen ins Ziel. Mit Ausnahme von Le Mans und Motegi stand der 22-Jährige immer auf dem Podium. Er war klar der dominierende Mann des Jahres. "Ich weiß noch gar nicht was ich sagen soll. Ich begreife es noch nicht", sagt Cortese im Moment des Triumphs. "Es war ein überwältigendes Rennen. Eigentlich wollte ich auf Platz drei bleiben, weil Salom weg war. Dann dachte ich mir, dass ich es versuche, weil Fahmi in einer Kurve von der Linie abkam. Es dauert noch ein, zwei Tage bis ich es begriffen habe."

Khairuddin musste sich auf der Ziellinie um 28 Tausendstelsekunden geschlagen geben. Zur Freude der tausenden Fans auf den Tribünen kletterte er als erster Malaie in der Motorrad-WM auf das Podium. Folger wurde Dritter und somit standen in Sepang zwei Deutsche auf dem Podium. Toni Finsterbusch (Honda) und Luca Amato (Kalex-KTM) kamen ins Ziel, holten aber keine WM-Punkte. Luis Salom (Kalex-KTM), der Cortese noch den WM-Titel hätte streitig machen können, kam in der Verfolgergruppe als Vierter über die Linie.


Fotos: Moto3 in Sepang


18 Runden musste Cortese auf seinem Weg zum Titel absolvieren. Pole-Setter Khairuddin erwischte einen perfekten Start und gewann den Sprint zur ersten Kurve. In der engen ersten Kurvenkombination ging Folger am Lokalmatador vorbei und übernahm die Führung. Cortese kam nicht optimal von der Linie weg und sortierte sich in den ersten Kurven hinter Efren Vazquez (FTR-Honda) auf Platz vier ein. Es kamen alle gut durch die ersten Kurven. Am Ende der ersten Runde hatte sich Folger schon einen Vorsprung von knapp einer Sekunde auf die Verfolger herausgefahren. Salom war nach der ersten Runde Siebter.

Folger konnte sich in der Anfangsphase aber nicht absetzen, denn Khairuddin und Folger blieben dran. Im Spitzenfeld ging es ruhig zu und die Fahrer spulten konstant ihre Runden ab. Im sechsten Umlauf verabschiedete sich Louis Rossi (FTR-Honda) per Highsider aus den Top 5. Salom hatte den Anschluss geschafft und fuhr direkt hinter Cortese auf Platz fünf. Bis Rennhalbzeit hatte sich das Quartett Folger, Khairuddin, Cortese und Salom von den Verfolgern abgesetzt. Zu Beginn der achten Runde setzte Salom sein erstes Manöver und ging am Deutschen vorbei.

Zulfahmi Khairuddin

Beim Heimrennen kletterte Zulfahmi Khairuddin zum ersten Mal auf das Podium Zoom

Cortese überholte seinen Gegner wenige Kurven später zurück. Salom war am Limit, denn er konnte einen Rutscher abfangen. Dadurch verlor der Spanier aber einige Meter auf das Spitzentrio. Er musste abreißen lassen und Cortese war endgültig auf dem Weg zum Titel. Neun Runden vor dem Ziel mischte sich das Wetter ein. Die Streckenposten zeigten die weiße Flagge mit rotem Kreuz. Es fielen aber nur wenige Regentropfen und es blieb trocken.

Sieben Runden vor dem Ziel setzte sich Khairuddin unter tosendem Applaus der tausenden Fans auf den Tribünen an die Spitze. Folger lag erstmals auf dem zweiten Platz, während Cortese die Geschehnisse von Platz drei aus beobachtet. Salom fiel unterdessen immer weiter zurück. Schließlich wurde er von Kent überholt und war nur noch Fünfter. Aus eigener Kraft konnte Salom die Titelentscheidung nicht mehr beeinflussen.

Folger und Khairuddin lieferten sich enge Duelle um die Führung. Beide wollten gewinnen. Cortese mischte sich nicht ein und fuhr auf Platz drei. Fünf Runden vor Schluss entschied sich der Deutsche für einen Angriff und überholte seinen Landsmann Folger für Platz zwei. Khairuddin hatte die Führung übernommen und wurde auf den Tribünen angefeuert. Die Entscheidung um den Sieg fiel in der letzten Runde. Khairuddin nahm die letzten 5,5 Kilometer in Führung liegend an. Cortese klebte an seinem Hinterrad und Folger lag auf Platz drei auch noch in Schlagdistanz.

Jonas Folger

Jonas Folger führte das Rennen lange an und kam als Dritter ins Ziel Zoom

Zu Beginn der Gegengeraden überholte Cortese seinen Freund Khairuddin. Auf der Geraden konnte der Malaie kontern. Cortese drückte sich in Kurve 15 innen durch und startete den Sprint zur Ziellinie. Khairuddin versuchte noch im Windschatten den Sieg zu holen, aber es reichte nicht. Cortese kam 28 Tausendstelsekunden vor Khairuddin über die Ziellinie und war Weltmeister. Als Sahnehäubchen feierte der Berkheimer seinen vierten Saisonsieg.

Khairuddin musste sich hauchdünn geschlagen geben, feierte aber als Zweiter seinen ersten Podestplatz. Zum ersten Mal in seiner Karriere kletterte er auf das Podium und wurde von den Fans gebührend gefeiert. Folger konnte sich auf den letzten Metern nicht mehr einmischen und wurde Dritter. Für den Deutschen war es nach langer Führung der vierte Podestplatz in dieser Saison. Seit seinem Wechsel zu Aspar ist Folger ein schlagkräftiger Faktor im Spitzenfeld geworden.

Salom kämpfte in den letzten Runden in der Verfolgergruppe und kam schließlich als Vierter über die Ziellinie. Er setzte sich noch gegen Miguel Oliveira (Suter-Honda) und Kent durch. Alex Rins (Suter-Honda) kam alleine fahrend als Siebter ins Ziel. Vazquez musste in der zweiten Rennhälfte ebenfalls abreißen lassen und belegte Platz acht. Ab Platz neun kam eine große Gruppe über die Ziellinie. Sie reichte bis Position 18. An der Spitze lag Niklas Ajo (KTM).

Dahinter folgten Adrian Martin (FTR-Honda), Arthur Sissis (KTM), Brad Binder (Kalex-KTM), Jack Miller (Honda), Alex Marquez (Suter-Honda) und Niccolo Antonelli (FTR-Honda). Toni Finsterbusch (Honda) ging als 23. leer aus. Luca Amato (Kalex-KTM) hatte im Ziel mehr als eine Minute Rückstand und belegte Platz 24. Das nächste Rennen findet bereits am kommenden Wochenende in Australien (Phillip Island) statt.