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  • 10.09.2018 · 15:36

  • von Maria Reyer & Matteo Nugnes

Manzi kann Fenati nicht verzeihen: "Wollte mich umbringen"

Stefano Manzi wurde im Grand Prix von San Marino in Misano Opfer einer Attacke von Romano Fenati - Werden die beiden 2019 dennoch Teamkollegen sein?

(Motorsport-Total.com) - Stefano Manzi wurde am Sonntag im Moto2-Rennen in Misano von Romano Fenati angegriffen - dieser hatte plötzlich die Bremse am Bike des Italieners angezogen. Der Forward-Pilot, der 2019 eigentlich neuer Teamkollege von Fenati werden sollte, kann seinem Landsmann diese Aktion nicht verzeihen. Er spricht von mutwilligem Handeln und glaubt, dass der Ex-Marinelli-Snipers-Pilot ihn gar umbringen wollte. Mit seiner Strafe ist er ebenso wenig einverstanden.

Stefano Manzi

Stefano Manzi spricht nach dem Vorfall in Misano kein Wort mehr mit Fenati Zoom

"Alles begann mit einer Berührung. Diese kam aber nur durch seinen Fehler zustande. Er ist von der Ideallinie abgekommen und ich bin reingerutscht. Daher haben wir uns berührt, beide sind wir aufs Gras gekommen", schildert Manzi nach dem Rennen die Ausgangssituation.

Bei noch sieben zu fahrenden Runden haben sich die beiden Italiener um Platz elf duelliert, durch die mehrfachen Zwischenfälle fielen sie allerdings infolgedessen aus den Punkterängen. "Danach sind wir weitergefahren, in Kurve 4 der nächsten Runde waren wir erneut neben der Ideallinie. Meine Front hat blockiert und ich musste wieder durchs Kiesbett. Dafür haben sie mir sechs Positionen für Aragon gegeben, was ich nicht einsehe." Begründet wurde die Strafe damit, dass Manzi Fenati von der Strecke gedrängt habe.

Fenati drückte Bremse mit "mehr als dem doppelten" Druck

Manzi wurde für sein rücksichtsloses Verhalten in dieser Kurve von der Rennleitung bestraft, sechs Strafplätze wurden ihm für Aragon aufgebrummt. Fenati, nicht bekannt für ein ruhiges Gemüt, dürfte das Duell dermaßen aufgeregt haben, dass er schließlich zum Bremshebel seines Konkurrenten griff. "Das war eine sehr gefährliche und unsportliche Geste, die niemand erwartet hat."

Romano Fenati

#13 (Fenati) und #62 (Manzi) kamen sich später im Rennen in die Quere Zoom

Als Fenati die Bremse von Manzi anzog, war dieser laut Telemetriedaten gerade mit 217 km/h unterwegs. Er drückte mit 20 bar - normalerweise wird mit 9 bar angezogen. "Mehr als das Doppelte also", schildert Manzi. Der Forward-Pilot, der in dieser Saison bereits zahlreiche Stürze fabriziert hat, fragte sich danach selbst, wie er dabei überhaupt auf seiner Suter sitzenbleiben konnte.

"Als er neben mir gefahren ist, habe ich gesehen, dass er seine Hand vom Lenker nahm. Ich konnte mich noch etwas bewegen, aber ich weiß auch nicht, wie es geschafft habe, nicht zu stürzen." Allerdings ging er nur wenig später schließlich zu Boden, sein Rennen war damit vorbei. "Der Crash, den ich eine Kurve später hatte, geschah, weil ich nicht mehr fokussiert war. Ich kam von der Strecke ab und bin ausgerutscht. Zum Großteil ist dieser Sturz eine Folge des Kontakts zuvor."

"Bei 200 km/h sprechen wir vom Umbringen"

Auch für Fenati war das Rennen per Schwarzer Flagge vorbei. Der Italiener wurde mit zwei Rennen Sperre belegt und am Montag von seinem Team Marinelli Snipers vor die Tür gesetzt worden. 2019 sollte er eigentlich zu Forward auf die MV Agusta wechseln und Manzis Teamkollege werden, doch auch dieser Wechsel ist nun fraglich. Nicht nur aufgrund Fenatis Aktion, sondern aufgrund der Spannungen mit Manzi.

"Ich habe ihn bei der Rennleitung gesehen. Wir haben beide unsere Version der Dinge geschildert. Danach haben wir nicht miteinander gesprochen", erklärt der Forward-Fahrer. Er könne Fenati keinesfalls verzeihen: "Es ist schon schwierig, jemandem zu verzeihen, wenn es dann nicht zu einem Sturz kommt. Aber diese Geste, die einen anderen umbringen kann - bei 200 km/h sprechen wir bereits vom Versuch, jemanden umzubringen - kann ich ihm nicht vergeben. Schon vorher hatten wir keine tolle Beziehung." Jetzt habe er mit ihm abgeschlossen.

Die Entscheidung der Rennleitung kann Manzi nicht nachvollziehen. Er meint, dass die Rennsperre zu lasch ausfällt. "Es scheint mir keine richtige Entscheidung zu sein, denn an eine solche Geste sollte man nicht einmal denken, denn sie gefährdet wirklich das Leben anderer auf der Strecke." Fenati hat sich mittlerweile in einem Statement zu Wort gemeldet, nachdem er aus seinem Team geflogen ist.

Auch Forward-Teamboss Giovanni Cuzari braucht nun etwas Zeit, um über die Geschehnisse nachzudenken. "Wir werden uns nun einen Moment Zeit nehmen, damit sich alles beruhigt." Er sei bereits mit dem Management von Manzi in Kontakt gewesen, um über dessen Zukunft zu sprechen. Könnte Fenati ein Rauswurf bei seinem zukünftigen Team drohen? "Ich ziehe es vor, zuerst alles zu überdenken, schließlich erwartet man so etwas nicht."

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