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Zypern-Sieg und IRC-Titel für Mikkelsen!

Andreas Mikkelsen holt sich mit einem Sieg bei der Zypern-Rallye den IRC-Titel - Jan Kopecky Zweiter und Vizechampion - Nasser Al-Attiyah mit Motorschaden

(Motorsport-Total.com) - Andreas Mikkelsen ist der neue Champion der Intercontinental-Rallye-Challenge (IRC). Der Norweger ließ auf der letzten Etappe der Zypern-Rallye nichts mehr anbrennen und sicherte sich mit einem überlegenen Sieg seinen ersten IRC-Titel. Der 22-jährige Mikkelsen ist der jüngste Titelträger in der Geschichte der IRC.

Andreas Mikkelsen

Skoda-Pilot Andreas Mikkelsen kürte sich auf Zypern zum IRC-Champion 2011 Zoom

"Ich kann noch gar nicht glauben, was passiert ist. Was für eine Saison! Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, das ist ein sehr emotionaler Moment für mich", freute sich ein sichtlich gerührter Mikkelsen im Ziel. Bei Halbzeit der Saison wurde der Skoda-Pilot nur auf dem siebten Rang der Tabelle notiert, zeigte dann aber eine starke zweite Saisonhälfte. Zu Gute kam dem 22-Jährigen zudem die Tatsache, dass nur die besten sieben Ergebnisse eines Fahrers für die Meisterschaft herangezogen werden. Unterm Strich setzte sich Mikkelsen mit einem Punkt Vorsprung auf Skoda-Markenkollege Jan Kopecky durch.


Fotos: IRC: Zypern-Rallye


Der Schlusstag des Saisonfinales war wie schon der Tag zuvor von allerlei Dramen gekennzeichnet. Ford-Pilot Nasser Al-Attiyah, der nach dem Freitag auf Platz zwei hinter Mikkelsen lag und sich berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen durfte, musste auf der Verbindungsetappe zwischen der dritten und vierten Prüfung des Tages mit Motorschaden aufgeben.

So beendete Kopecky die Rallye mit einer Minute und 40 Sekunden Rückstand auf Mikkelsen auf Platz zwei. Markenkollege Freddy Loix kam hinter Karl Kruuda (Skoda) auf Rang fünf ins Ziel. Um den Titel noch gewinnen zu können, hätten sowohl Kopecky als auch Loix einen Sieg gebraucht. Patrik Sandell beendete die Rallye am Steuer eines weiteren Skoda Fabia auf Platz drei und sicherte sich damit die erste Podiumsplatzierung seiner IRC-Laufbahn.

Hinter den Top 5 brachte Matthias Kahle einen starken sechsten Platz nach Hause und sorgte so für sechs Skoda Fabia auf den ersten sechs Plätzen der Zypern-Rallye. Kahles Teamkollege Mark Wallenwein beendete die Rallye auf Rang acht hinter Toshihiro Arai im Subaru. Renault-Pilot Jean-Michael Raoux und Lokalmatador Doros Locaides (Peugeot) komplettierten die Top 10.

SS6/7: Mikkelsen startet mit zwei Bestzeiten in den Tag

Mikkelsen begann den Tag mit einer Bestzeit auf der 14 Kilometer langen Schotter-Prüfung "Gialia" und konnte seinen Vorsprung auf Al-Attiyah zunächst um weitere sieben Sekunden ausbauen. Der Katari schaffte auf SS6 nur die sechstschnellste Zeit und sah sein Polster auf den Drittplatzierten Kopecky auf unter sieben Sekunden zusammenschmelzen.

Jan Kopecky

Jan Kopecky musste sich nach Platz zwei auf Zypern mit dem Vizetitel begnügen Zoom

Kopecky, der noch für den IRC-Titel in Frage kam, wäre ursprünglich mit 25 Sekunden Rückstand auf Al-Attiyah gestartet, wurde nach eingehender Analyse der Videoaufzeichnungen des Freitags aber bis auf zehn Sekunden herangerückt, der der Tscheche auf der vierten Prüfung der Rallye hinter dem von technischen Problemen geplagten Thierry Neuville unverschuldet Zeit verlor. Neuville griff entgegen der ursprünglichen Planung am Samstag nicht mehr ins Geschehen ein und konzentrierte sich bereits voll auf die am Sonntag auf dem Programm stehende Golden-Stage-Rallye.

Skoda-Privatier Karl Kruuda kam Mikkelsen auf der ersten Samstagsprüfung am nächsten und verlor nur 2,8 Sekunden auf den Titelfavoriten. Im Kampf um Platz vier konnte sich Patrik Sandell im Skoda an Markenkollege Freddy Loix vorbeischieben. Der Belgier sah seine ohnehin geringen Titelchancen damit weiter schwinden.

Die erste Überfahrt der "Stavros"-Prüfung (SS7) sah die zweite Tagesbestzeit für Mikkelsen, der seine Führung damit weiter ausbauen konnte. Auf den knapp 16 reinen Asphalt-Kilometern mussten die Akteure mit Reifen und Fahrwerksabstimmung für Schotter antreten. Al-Attiyah lief mit fünf Sekunden Rückstand als Zweitschnellster ein, während Kopecky nach knapp acht Sekunden Zeitverlust auf Al-Attiyah entscheidend an Boden einbüßte.

SS8: Al-Attiyah mit Bestzeit

Auf der dritten und letzten Prüfung des Vormittags, der 19 Kilometer langen "Anadiou"-Schleife, die zu 60 Prozent auf Schotter und 40 Prozent auf Asphalt gefahren wurde, machte Al-Attiyah deutlich, dass er den Kampf um den Sieg auf Zypern noch nicht aufgegeben hatte. Der Katari holte sich seine erste Bestzeit der Rallye und nahm dem Zweitschnellsten Mikkelsen sechs Sekunden ab.

Dabei verlief die Fahrt Al-Attiyahs alles andere als problemlos. Ein Umweg durch die Botanik sowie ein Dreher in Sichtweite des Ziels der Prüfung konnten den Ford-Piloten allerdings nicht von der Bestzeit abhalten. "Ich habe alles versucht und einige der Kurven mit Vollgas genommen", erklärte der Dakar-Sieger und Vorjahressieger auf Zypern.

Kopecky schloss die Prüfung mit weniger als einer Sekunde Rückstand auf Mikkelsen als Drittschnellster ab, verlor auf Al-Attiyah aber weiter an Boden. Loix, der dritte und letzte verbliebene Titelkandidat legte fünf Kilometer vor dem Ziel einen Dreher hin und würgte dabei den Motor seines Fabia ab. Für den Belgier reichte es so nur zur fünftbesten Zeit hinter Skoda-Pilot Juho Hänninen, der nach SupeRallye-Regularien am Samstag wieder antrat. Loix ging mit 13 Sekunden Rückstand auf den Viertplatzierten Sandell in den Nachmittag.

SS9: Aus für Al-Attiyah - Reifenschäden bei Mikkelsen und Kopecky

Nasser Al-Attiyah

Al-Attiyah musste seinen Fiesta nach einer Bestzeit mit Motorschaden abstellen Zoom

Noch bevor die erste Prüfung des Nachmittags (SS9) gestartet wurde, musste Al-Attiyah seine Siegeshoffnungen begraben. Auf der Verbindungsetappe machte der Motor seines Ford Fiesta S2000 schlapp. "Plötzlich trat ein Geräusch auf, das sich anhörte, als würde der Motor nur noch auf drei Zylindern laufen", so der Katari, der wenig später präzisierte, dass es sich um ein defektes Ventil handelte. "Dieses Problem hatten wir in diesem Jahr bereits zum dritten Mal. Da wir keinen Ersatzmotor dabei haben, war's das für mich."

Doch auch ohne Al-Attiyah gingen die Dramen an der Spitze weiter. Zunächst erlitt Kopecky, der durch den Ausfall von Al-Attiyah auf den zweiten Rang nach vorn gespült wurde, einen Reifenschaden vorn rechts. Der Tscheche fing sich diesen neun Kilometer vor dem Ziel der Prüfung beim "Cutten" einer Kurve ein und verlor rund eine halbe Minute auf Mikkelsen.

Mikkelsen erging es allerdings nicht viel besser. Der Norweger erlitt nach zehn der 19 Schotter-Kilometer ebenfalls einen Reifenschaden und ließ einiges an Zeit liegen. "Ich kam mir vor wie ein Idiot, der auf drei Rädern unterwegs ist", so der Kommentar des Führenden.

Die Bestzeit auf SS9 ging an Hänninen, der die Prüfung 7,6 Sekunden schneller als Loix absolvierte. Der Belgier rückte durch den Ausfall Al-Attiyahs auf Rang vier nach vorn - elf Sekunden hinter Sandell.

SS10/11: Mikkelsen lässt nichts mehr anbrennen

Auf den beiden abschließenden Prüfungen "Stavros" (SS10) und "Anadiou" (SS11) ließ Mikkelsen schließlich nichts mehr anbrennen und rettete seinen Vorsprung vor Kopecky ins Ziel. Die Bestzeit auf der Asphalt-Prüfung "Stavros" ging an Sandell. Der Schwede verwies Mikkelsen um 0,2 Sekunden auf Platz zwei. Hänninen fuhr die drittschnellste Zeit.

Die Schlussprüfung "Anadiou", die wie schon am Vormittag über gemischten Belag führte, sah schließlich eine weitere Bestzeit für Mikkelsen vor Hänninen und Kopecky. Loix wurde auf den beiden letzten Prüfungen von Motorproblemen geplagt und fiel noch auf den fünften Rang hinter Kruuda zurück. An der Gesamtsituation änderten die Schwierigkeiten jedoch nichts. Loix war speziell auf den Schotter-Abschnitten der Rallye nie wirklich konkurrenzfähig.

Endergebnis (Top 10):

01. Andreas Mikkelsen (Skoda) - 2:25.18,5 Stunden
02. Jan Kopecky (Skoda) +1.40,5 Minuten
03. Patrik Sandell (Skoda) +2.54,8
04. Karl Kruuda (Skoda) +4.33,0
05. Freddy Loix (Skoda) +5.25,4
06. Matthias Kahle (Skoda) +7.48,9
07. Toshihiro Arai (Subaru) +8.16,2
08. Mark Wallenwein (Skoda) +13.06,7
09. Jean-Michel Raoux (Renault) +14.36,4
10. Doros Locaides (Peugeot) +15.07,8

Fahrerwertung nach 11 von 11 Läufen:

01. Andreas Mikkelsen - 153 Punkte
02. Jan Kopecky - 152
03. Juho Hänninen - 125
04. Freddy Loix - 123
05. Thierry Neuville - 115

Herstellerwertung nach 11 von 11 Läufen:

01. Skoda - 362 Punkte
02. Peugeot - 241
03. Subaru - 117
04. M-Sport - 107
05. Ralliart - 73

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