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Robert Wickens fährt beim IndyCar-Rennen in Toronto Demorunden

Mit einem modifizierten Acura NSX mit Handsteuerung wird Robert Wickens vor dem IndyCar-Rennen in Toronto Demorunden fahren - Der Kanadier hat große Pläne

(Motorsport-Total.com) - Am kommenden Wochenende findet in Toronta (Kanada) das elfte IndyCar-Rennen der Saison 2019 statt. Mit dabei sein wird auch Robert Wickens. Er wird allerdings nicht im Formelwagen Platz nehmen, sondern mit einem Acura NSX einige Runden drehen. Das Auto wurde von seinem Team Schmidt-Peterson-Motorsport in Zusammenarbeit mit Arrow Electronics modifiziert, damit Wickens das Fahrzeug mit den Händen steuern kann.

Oriol Servia, Robert Wickens

Robert Wickens arbeitet hart an seinem Rehabilitationsprogramm Zoom

Zum ersten Mal wird der 30-Jährige seit seinem schweren Unfall in Pocono im vergangenen August, bei dem er sich Rückenmarksverletzungen zugezogen hat, wieder in der Öffentlichkeit fahren. "Ich hatte diese Idee im Januar und sprach dann mit Arrow, ob sie interessiert wären, denn das ist eine Demonstration ihrer Technologie, um das Leben der Menschen zu erleichtern", sagt Wickens gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Im März besuchte Wickens zum ersten Mal das IndyCar-Fahrerlager in St. Petersburg (Florida). Dort wurde mit allen Seiten der Plan besprochen. "Ich habe natürlich gehofft, dass es bis Toronto klappt, denn das Rennen wird von Honda gesponsert und es ist mein Heimrennen. Trotzdem bin ich überrascht, dass es so schnell geklappt hat", so Wickens. Dass man Autos und vor allem auch Rennautos hauptsächlich mit den Händen steuern kann, hat Alex Zanardi mehrfach bewiesen.

System nicht so komplex wie bei Alex Zanardi

"Das System ist aber nicht so komplex wie bei Alex", vergleicht Wickens. "Wir verwenden praktisch ein Serienprodukt von Arrow. Das ist erst Phase eins. Die Gassteuerung ist ein Ring beim Lenkrad und die Bremse wird auch händisch bedient. Aber wir haben Visionen für die Zukunft. Ich will diesen NSX zum Üben verwenden, mich an die Steuerung gewöhnen und herausfinden, was funktioniert und was nicht funktioniert."

Seinen Rehabilitationsprozess zeigt Wickens seit Monaten auf den sozialen Plattformen Twitter und Instagram. Eigenständiges gehen ist nach wie vor schwierig möglich. "Ich kann natürlich sitzen und ein Auto mit Handsteuerung fahren. Aber der Traum ist, dass beide Beine soweit werden, dass ich die Handsteuerung nicht mehr brauche. Wenn ich die Beine soweit bekomme, dann bedeutet das, dass ich gehen kann. Das ist das große Ziel."

Robert Wickens: "Die harte Arbeit zahlt sich aus"

"Aber realistisch gesehen, wenn ich ein Bein funktionsfähig bekomme, damit ich nicht Gas und Bremse beim Lenkrad brauche, wäre das schon eine tolle Sache. Ich denke, wir müssen abwarten, wie es sich weiterentwickelt. Die Regeneration der Nerven kann zwei Jahre dauern. Es gibt so viele Leute, die gezeigt haben, was möglich ist. Man muss sich selbst immer antreiben", beschreibt Wickens seinen derzeitigen Zustand.

In Toronto wird der 30-Jährige einige Trainingsrunden fahren dürfen, bevor er am Sonntag vor dem Rennen das Feld anführen wird. Wickens begann schon im vergangenen Dezember damit, eine Straßenlizenz zu bekommen, um im normalen Verkehr ein Auto mit Handsteuerung fahren zu dürfen. Bei dem modifizierten NSX handelt es sich nicht um ein GT3-Modell, sondern um eine Straßenvariante mit Wippenschaltung.

"Das wird Spaß machen, aber ich mache mir Sorgen, dass wenn ich wieder das Gefühl dafür erlange, ich mein Comeback vielleicht vorziehen will", lacht Wickens. "Aber ernsthaft, ich sehe das realistisch und fühle mich glücklich, dass ich so rasch Fortschritte mache. Das ist die Bestätigung und die Ermutigung, dass sich die harte Arbeit auszahlt." Wickens Teamchef Sam Schmidt, der seit einem Unfall im Jahr 2000 querschnittgelähmt ist, fährt privat eine Corvette mit modifizierter Handsteuerung.

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