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Houston 2: Schmidt-Tag und zwei Rookies auf dem Podium

Simon Pagenaud gewinnt ein äußerst unterhaltsames IndyCar-Rennen von Houston vor seinem Sam-Schmidt-Teamkollegen Michail Aljoschin und Jack Hawksworth

(Motorsport-Total.com) - Simon Pagenaud (Schmidt-Honda) darf sich nun zweifacher IndyCar-Saisonsieger nennen. Der 29-jährige Franzose kontrollierte nach einem Abflug von Polesitter Helio Castroneves (Penske-Chevrolet; 21.) das turbulente Renngeschehen von Houston deutlich und gewann. Sein Schmidt-Teamkollege Michail Aljoschin wurde starker Zweiter vor einem weiteren Rookie: Jack Hawksworth (3.) fuhr seinen Herta-Honda vom letzten Startplatz 23 aus auf sein erstes IndyCar-Podium.

Helio Castroneves

Die Vorentscheidung: Helio Castroneves crasht, Simon Pagenaud führt Zoom

Der Jubel auf dem also fast komplett neu besetzten Houston-Podest war groß: "Wir hatten an ganzen Wochenende ein superstarkes Auto", freute sich Pagenaud. "Das war einfach ein unglaubliches Rennen." Sein Teamkollege Aljoschin konnte seine "Gefühle kaum in Worte fassen, dazu habe ich gerade zuviele Emotionen." Hawksworth wiederum sprach ganz einfach von einem "fantatstischen Tag. Wir waren schon in früheren Rennen stark unterwegs, aber heute haben wir es erstmals auf den Punkt gebracht."

Doch der Reihe nach: Im Gegensatz zum chaotischen Regenrennen vom Samstag verlief die Anfangsphase am Sonntag recht ruhig. Polesitter Castroneves und Pagenaud fuhren in der Anfangsphase auf und davon. Dahinter folgten Aljoschin, Graham Rahal, Justin Wilson und Sebsatian Bourdais (als einziger auf den härteren Blacks) mit Respektabstand. Vor allem Will Power (Penske-Chevy) machte von Startplatz 18 aus mächtig Boden gut und wurde nach knapp 20 Runden bereits auf Rang acht (!) notiert.

Sebastian Saavedra (KV-Chevy; 17.) und Samstagssieger Carlos Huertas (Coyne-Honda; 23.) strandeten früh mit technischen Problemen. In der Saison 2013 sorgte das Houston-Wochenende für Scott Dixon (Ganassi-Chevrolet; 18.) für den großen Umschwung im Titelkampf. 2014 gab es ein ganz anderes Bild: Nach seinem Unfall am Samstag plagten den IndyCar-Titelverteidiger am Sonntag frühe Bremsprobleme. Ein herber Rückschlag für den Neuseeländer.

Castroneves mit Aus zur Halbzeit

Will Power

Will Power arbeitet sich von P18 auf P3 nach vorne Zoom

Im Rahmen der ersten Green-Flag-Stopps fielen Wilson mit Benzindruckproblemen und Rahal mit Kupplungsproblemen zurück, an dem sich Aljoschin einen Frontflügel beschädigte. Als Castroneves und Pagenaud ihre ersten Stopps in Runde 32 erledigt hatten, lag Jäger Power bereits auf P3 vor Bourdais und dem Italiener Luca Filippi im zweiten Rahal-Honda. Dahinter folgten Munoz, Kanaan, Montoya, Hinchcliffe und Sato in den Top 10.

Power hatte also im ersten Renndrittel sage und schreibe 15 Positionen gut gemacht und sortierte sich nun in Schlagdistanz zum Spitzenduo ein, das sich seinerseits einige Male herzhaft beharkte. Castroneves verteidigte sich dabei mit Händen und Füßen gegen die Pagenaud-Angriffe, was ihm eine Verwarnung wegen Blockings einbrachte. Für Munoz (22.) war das Rennen in Runde 41 nach einem Mauerkontakt in Kurve 10 vorbei. Zwei der drei Podiumspiloten vom Samstag waren draußen.


IndyCars in Houston

Dann überschlugen sich die Ereignisse: Beim Restart in Runde 48 zog Bourdais in Kurve 6 an Power vorbei, wenige Kurven später schnappte sich Pagenaud den führenden Castroneves. Kurze Zeit später wollte der Penske-Pilot auf der Innenbahn kontern, überlegte es sich dann jedoch anders und zog zurück auf die Rennlinie. Dort war jedoch Bourdais und es krachte. Castroneves stand in den Reifenstapeln, der Franzose beschädigte sich seinen Frontflügel.

Filippi (15.) war in der Gelbphase zuvor beim Tanken gewesen, nun kamen Hunter-Reay und James Hinchcliffe (14.), der elektrische Probleme an seinem Andretti-Honda monierte. Beim Restart in Runde 55 kassierte Montoya erst Power, dann den angeschlagenen Bourdais. Power war plötzlich sichtlich in großen Handlingsproblemen und musste auch Andretti ziehen lassen, während Pagenaud vorne die Segel setzte.

Serie von Gelbphasen

Jack Hawksworth

Herrlicher Dreikampf: Jack Hawksworth, Charlie Kimball und Juan Pablo Montoya Zoom

Die Reihung nach zwei Renndritteln in Runde 60: Pagenaud fünf Sekunden vor Montoya, dann acht Sekunden zurück Bourdais und Andretti. Power hatte Kimball, Kanaan, Newgarden, Briscoe und Aljoschin im Heck. Neben Power ging es auch für Bourdais nach hinten: Mit seinem angeschlagenen Frontflügel verlor er rasch Positionen gegen Andretti, Power und Kimball. Dann eröffnete Montoya in Runde 61 die Runde der letzten Boxenstopps.

Als Newgarden in Runde 63 in Kurve 4 strandete, kam die Spitze sofort geschlossen zum Service, weil eine weitere Gelbphase unabdingbar erschien. Power und Andretti fuhren wenige Meter vor Montoya auf die Strecke zurück. Dabei ging es aber nur um P5, denn Aljoschin, Wilson und Rookie Jack Hawksworth (Herta-Honda) waren strategietechnisch Off-Sequence gegangen und lagen jetzt zwischen Leader Pagenaud und Power. Bourdais mit starkem Untersteuern war hinter Kanaan mittlerweile Elfter.

Der Restart folgte in Runde 66 und es blieb turbulent: Hawksworth kassierte Wilson (12.), der wenig später von Andretti in die Reifenstapel geschoben wurde. Nun wurde es richtig interessant, denn Andretti war erst am Sonntagmorgen auf Bewährung gesetzt worden, weil er im Samstagsrennen Leader Sato aufgehalten hatte und die Blauen Flaggen ignoriert hatte. Kommt da noch was von den Offiziellen? Zudem hatte Andretti nach einem Montoya-Angriff eine Schikane abgekürzt.

Montoya regelte die Angelegenheit beim Restart in Runde 72 auf seine Weise, als er Andretti kassierte, der daraufhin viele Positionen verlor und aus den Top 10 herausfiel. Power schnupfte Hawksworth und machte sich auf die Verfolgung des führenden Schmidt-Duos, während sich Montoya und der junge Brite einen tollen Zweikampf über mehrere Runden lieferten, in den sich auch Kimball einmischte. Dann stand in Runde 75 plötzlich Sato in der Mauer. Wieder Gelb!

Power fällt zurück - Montoya kämpft

Neun Runden blieben noch. Hinter dem Spitzentrio Pagenaud, Aljoschin und Power ging es zwischen Hawksworth, Kimball und Montoya so richtig zur Sache - IndyCar-Racing at it's best! Bourdais kämpfte sich mit seinem verbogenen Frontflügel an Hunter-Reay vorbei auf Rang sieben und kassierte danach auch noch Montoya, dessen Reifen am Ende massiv abbauten. Doch das war noch nicht das Ende, denn Houston hatte noch zwei Dramen auf Lager.

Simon Pagenaud

Zweiter Saisonsieg: Simon Pagenaud und die passende Geste Zoom

Power verlor in den Schlussrunden noch seinen sicheren dritten Platz mit einem Schaden an der Hinterradaufhängung und Filippi warf eine mögliche Top-10-Platzierung in den Reifenstapeln weg! Vorne war alles klar: Pagenaud und Aljoschin (mit einem schleichenden Plattfuß) sorgten für den ersten Sam-Schmidt-Doppelerfolg der IndyCar-Geschichte, während Rookie Hawksworth - wie auch Aljoschin - sein erstes IndyCar-Podium feiern durfte. Der junge Brite kam dabei vom 23. und letzten Startplatz!

Rang vier ging an Kimball vor Bourdais und Hunter-Reay, der ebenfalls noch an Montoya vorbeizog. Der Kolumbianer rettete wenigstens noch Platz sieben vor Briscoe, Andretti und Kanaan, der eine bessere Platzierung aufgrund eines späten Tankstopps verpasste. Pechvogel Power humpelte als Elfter ins Ziel und weist nach Houston in der Gesamtwertung 39 Punkte Vorsprung auf Castroneves auf. Genau mit dieser zahlenmäßigen Distanz ging das Penske-Duo ins texanische IndyCar-Wochenende. Nun folgt am 6. Juli das superschnelle Tri-Oval von Pocono.

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