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Franchitti siegt im turbulenten Milwaukee

Dario Franchitti gewann mit einer Portion Glück in Milwaukee vor Graham Rahal und Oriol Servia - Tony Kanaan und Helio Castroneves im Pech

(Motorsport-Total.com) - Das Comeback der altehrwürdigen Milwaukee-Mile hat sich gelohnt: Dario Franchitti (Ganassi) gewann ein turbulentes IndyCar-Rennen vor Graham Rahal aus dem Ganassi-Farmteam und Newman/Haas-Routinier Oriol Servia. Franchitti führte zwar 161 von 225 Runden, benötigte am Ende aber eine ordentliche Portion Glück, weil Tony Kanaan (KV/Lotus; 19.) crashte und sich Helio Castroneves (Penske; 9.) einen Plattfuß einfing.

Dario Franchitti

Dario Franchitti setzte sich in Milwaukee auch gegen Helio Castroneves durch Zoom

Es war die große Milwaukee-Show der alten IndyCar-Hasen, die sich mit zunehmendem Rennverlauf zuspitzen sollte. Polesitter Franchitti dominierte die erste Rennhälfte klar, bevor er von Kanaan immer mehr unter Druck gesetzt, und zweimal auf der Strecke überholt wurde. Quasi als lachender Dritter schnappte sich Castroneves beim letzten regulären Boxenstopp die Führung, bevor ihn ein defekter linker Hinterreifen zu einem Extrastopp zwang.


Fotos: IndyCars in Milwaukee


Als Franchitti seine beiden langjährigen Wegbegleiter schließlich los war, hatte er keine Probleme mehr, seinen dritten Saisonsieg nach Hause zu fahren. Vierter wurde sein großer Titelkonkurrent Will Power, der sich bei seiner Penske-Crew bedanken konnte, die ihn mit einigen schnellen Stopps weit nach vorne gebracht hatte. In der Konsequenz stehen Power und Franchitti nun mit jeweils 271 Meisterschaftspunkten gleichauf in der Gesamtwertung.

Milwaukee sah zwei frühe prominente Ausfälle. Gleich beim Start erwischte es Ryan Hunter-Reay (Andretti) ohne Fremdeinwirkung in Kurve zwei, wenige Runden später gab Simona de Silvestro mit massiven Handlingsproblemen an ihrem HVM-Dallara auf. Ihre Crew hatte das in der Qualifikation stark beschädigte Auto zwar in die Startaufstellung gebracht, die arg durchgeschüttelte Schweizerin war jedoch nie wirklich konkurrenzfähig.

Franchitti dominiert die erste Rennhälfte

Milwaukee Mile

"Three-Wide" in Milwaukee: Viele Kämpfe im IndyCar-Mittelfeld Zoom

Unterdessen hatte Franchitti vorne alles im Griff, während sein Ganassi-Teamkollege Scott Dixon sukzessive zurück fiel. Der von Platz drei gestartete Neuseeländer hatte konstante Balanceprobleme und landete nach 225 Runden auf Position sieben. Castroneves und Kanaan machten sich auf die Franchitti-Verfolgung, als in Runde 66 Gelbphase zwei nach einem Mauerkontakt von Ana Beatriz (Dreyer and Reinbold; 17.) kam.

Dabei wurde es turbulent: Takuma Sato verfehlte seine KV/Lotus-Box, blockierte so Ryan Briscoe (Penske; 11.) und Dixon und fuhr zu allem Unglück auch noch einen seiner Mechaniker über den Haufen. Sato, der in dieser Woche seinen Vater verlor, bekam eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt und wurde nach starker Anfangsphase (Platz fünf) weit zurückgeworfen. Am Ende wurde der Japaner immerhin noch Achter.

Kurze Zeit später zog Kanaan an Castroneves vorbei auf Platz zwei. Franchitti setzte - wie in Stint eins - vorne die Segel, kam aber nach einigen Rennrunden erneut unter Druck der Konkurrenz. Der äußerst angriffige Kanaan zog in Runde 116 erstmals an seinem schottischen Kumpel vorbei in Front, Castroneves lauerte auf Position drei.

Indy-Pechvogel J.R. Hildebrand sorgte sieben Umläufe später für Gelbphase vier. Wie beim Indy 500 crashte der Panther-Pilot in Turn 4, beim Restart setzte sich Franchitti gegen Kanaan durch. Der brasilianische Konter kam in Runde 154 und mit Castroneves im Schlepptau fuhr dieses Trio der Konkurrenz bis auf fast acht Sekunden auf und davon. Dann sorgte KV-Crashpilot Ernesto Viso, bis dato auf einem ausgezeichneten Platz vier liegend, für die nächste Gelbphase.

Pech für Kanaan und Castroneves

Tony Kanaan

Zuviel gewollt: Tony Kanaan fliegt ohne Fremdeinwirkung ab Zoom

Diesen Boxenstopp nutzte die Penske-Crew, um ihrerseits den "Spiderman" in Front zu bringen. Nun kam es zu einem brasilianischen Zweikampf, denn es war Kanaan, der sich auf die Verfolgung seines Landsmannes machte. Franchitti lag zu diesem Zeitpunkt nur auf Rang drei und weil dieser Stopp in Runde 168 der letzte reguläre Tankstopp war, schienen Castroneves und Kanaan den Milwaukee-Sieg unter sich ausmachen zu können.

Doch weit gefehlt. Ab Runde 185 herrschte Entsetzen an der Penske-Box, als klar wurde, dass sich der linke Hinterreifen der Startnummer drei verabschieden würde. Gerade als Castroneves-Stratege und Penske-Chef Tim Cindric am Überlegen war, ob und wann er seinen Schützling an die Box holen würde, übertrieb es Kanaan in Kurve vier und setzte seinen KV/Lotus ohne Fremdeinwirkung in die Mauer.

Franchitti wird sich in diesen Minuten vermutlich - auf Rang drei liegend - vorgekommen sein wie an Weihnachten, denn binnen zehn Runden hatten sich seine beiden Konkurrenten selbst aus dem Rennen genommen. Kanaan out, Castroneves an die Box zum Reifenwechsel - ab diesem Zeitpunkt hatte der Schotte keine Probleme damit, seinen 29. IndyCar-Sieg zu sichern.

"Da war schon ein wenig Glück dabei", musste sogar Chip Ganassi zugeben, während Franchitti von "einem extrem harten Rennen" sprach. Auch Castroneves zeigte sich mit der Penske-Entscheidung einverstanden: "Das war schon okay, es hat heute einfach nicht sein sollen." Immerhin konnte er sich auf neuen Reifen im Finale noch von Rang zwölf auf neun nach vorne arbeiten.

Rahal und Servia auf dem Podest

Dario Franchitti

Dario Franchitti hatte im Milwaukee-Finale keine Konkurrenz mehr Zoom

Weil sich so viele Frontrunner verabschiedet hatten, befand sich Graham Rahal plötzlich in der Franchitti-Verfolgerrolle. Rahal hatte seinen B-Ganassi von Startplatz zwölf aus nach vorne gebracht und dabei einige beinharte Zweikämpfe im Mittelfeld erfolgreich bestritten. "Unsere Schwäche ist das Qualifying", analysierte der US-Boy. "Im Rennen können wir mit den großen Jungs mithalten, das beweisen wir Woche für Woche."

Gleiches gilt für Oriol Servia, der bei Newman/Haas für den ersten Podestplatz der Saison 2011 sorgte. Der spanische IndyCar-Routinier musste dabei einen völlig misslungenen Boxenstopp überstehen, der ihn aus den Top 5 bis auf Platz zwölf zurück geworfen hatte. Ein toller letzter Restart katapultierte ihn schließlich wieder ins Geschehen zurück.

Will Power, der im Qualifying in Sachen Setup zuviel riskiert hatte und nur als 17. wstartete, kam in der Anfangsphase von Milwaukee nicht nach vorne. Erst einige gute Stopps und - analog zu Servia - ein fulminanter letzter Restart sorgten für ein Top-Resultat. "Natürlich bin ich mit Platz vier sehr zufrieden", strahlte der Australier, der damit vor allem extreme Schadensbegrenzung im Titelkampf ablieferte.

Danica Patrick holte sich einen sehr unauffällig und grundsolide herausgefahrenen fünften Platz und war damit einmal mehr beste Andretti-Pilotin, stark zeigte sich auch Newman/Haas-Rookie James Hinchcliffe als Sechster. Justin Wilson holte für Dreyer-and-Reinbold-Racing noch Platz zehn. Bereits in einer Woche fährt der IndyCar-Tross wieder auf einem Short-Track, dann in Iowa.

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