Startseite Menü

Der "Spiderman" tanzt wieder: Castroneves siegt in St. Pete

Helio Castroneves meldete sich nach einer schwierigen Saison 2011 zurück und gewann in St. Pete vor Scott Dixon - zweimal Andretti auf den Plätzen

(Motorsport-Total.com) - Der "Spiderman" ist wieder da: Nach einem sieglosen Jahr 2011 gewann Helio Castroneves (Penske-Chevrolet) den IndyCar-Saisonauftakt 2012 mit einer blitzsauberen Vorstellung in den Straßen von St. Petersburg. Auf seiner Zwei-Stopp-Strategie rang der 36-jährige Brasilianer Scott Dixon (2.) im besten Ganassi-Honda nieder und holte sich nach 2006 und 2007 bereits seinen dritten St-Pete-Sieg.

Helio Castroneves

Die 3 auf 1: Helio Castroneves gewann den IndyCar-Saisonauftakt in St. Petersburg Zoom

Neben Castroneves und Dixon versuchte sich auch das Andretti-Duo Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe an dieser Zwei-Stopp-Strategie, was sich auszahlte: Hunter-Reay und Hinchcliffe fuhren für Teamchef Michael Andretti die starken Plätze drei und vier heraus. Bester Dreifachstopper war Ryan Briscoe im zweiten Penske-Chevrolet als Fünfter.


Fotos: IndyCars in St. Petersburg


Enttäuschend zeigten sich hingegen die beiden IndyCar-Titelfavoriten Will Power (7.) im dritten Penske-Chevy und Dario Franchitti im zweiten Ganassi-Honda, der als 13. nicht einmal in die Top 10 fahren konnte. Franchitti blieb das gesamte Rennen über farblos, während Polesitter Power nach einem frühen Stopp ins Mittelfeld zurückfiel und sich nie wieder nach vorne kämpfen konnte.

Zuvor hatte Power von der Pole aus einen äußerst ruhigen St-Pete-Start kontrolliert. Auch Briscoe und Hunter-Reay behielten ihre Startpositionen zwei und drei, während Dixon von Startplatz sechs auf der Außenbahn auf Rang vier nach vorne fuhr. Der Neuseeländer kassierte Hinchcliffe und Castroneves, das Gleiche machten Tony Kanaan (KV-Chevrolet) und Franchitti mit Marco Andretti (Andretti-Chevrolet). Takuma Sato im starken Rahal-Honda fuhr in Runde eins von 14 auf 11 nach vorne.

Frühe Strategiespiele

Will Power

Polesitter Will Power gewann nur den Start von St. Petersburg Zoom

Ohne große Überholmanöver kam es erst in Runde 12 wieder zu Bewegung im Feld, als der Dragon-Lotus von Katherine Legge auf der Start-/Zielgerade strandete. Es war der erste von mehreren technischen Defekten des neuen IndyCars. Rückkehrerin Legge (23.) konnte nach einer Reparatur zwar noch einmal weiterfahren, stellte ihren Lotus nach 59 der 100 Rennrunden aber endgültig ab.

Unter anderem Power, Kanaan, Franchitti und Sato nutzten diese erste Gelbphase zum Sprit fassen und fielen dadurch aus den Top 10 heraus. Weil der neue Dallara DW12 über einen etwas kleineren Tank verfügt, war im Vorfeld gemutmaßt worden, dass sich eine Zwei-Stopp-Strategie vermutlich nicht ausgehen würde. Das sollte sich als Irrtum erweisen.


Die Höhepunkte aus St. Petersburg

Kurz nach dem Restart in Runde 18 sorgte James Jakes (26.) im Dale-Coyne-Honda für Gelbphase Nummer zwei, als er in Turn 10 in den Reifenstapeln landete. Nun ging auch der Rest des Feldes zum Tanken - mit der Ausnahme von Dixon, Hunter-Reay, Castroneves, Hinchcliffe, Andretti und Ernesto Viso im KV-Chevrolet. Diese sechs Piloten bildeten nun natürlich die neue Spitze.

Während dieser Gelbphase kam es zu zwei weiteren Ausfällen durch Kanaan (25.) und Simona de Silvestro (24.) im HVM-Lotus. Im Fall Kanaan war es ein ähnlicher Defekt wie bei Legge: "Von der ersten Runde an fuhr ich mit zuwenig Spannung", sagte Kanaan. "Plötzlich waren die Anzeigen am Lenkrad komplett verschwunden und ich steckte im zweiten Gang fest." De Silvestro musste ohne Benzindruck in Runde 22 an der Box aufgeben.

Castroneves überholt Dixon

Helio Castroneves Dan Wheldon

Schöne Geste: "Spiderman" Helio Castroneves gedenkt Dan Wheldon Zoom

Das neue Spitzen-Sextett kam zwischen den Runden 35 und 38 zum ersten Mal an die Box. Weil unter anderem Power ohne Chance im Mittelfeld fest steckte, hieß der neue Leader nun Sato vor Mike Conway (Foyt-Honda), Franchitti und Briscoe. Im hinteren Mittelfeld wollten die Spätstopper am Chevy von Ed Carpenter vorbei ziehen, der im Kampf um seine Position jedoch keinen Grund zum Platzmachen hatte.

Castroneves wurde es in Runde 46 zu bunt: Er drehte Carpenter ausgangs der Zielkurve um, was die dritte und letzte Gelbphase des St-Pete-Sonntags auslöste. Das Strategie-Spiel wiederholte sich: Alle fuhren zum Tanken mit Ausnahme der sechs Zweifachstopper, die wiederum erst zwischen Runde 65 und 70 zum letzten Mal an die Box gingen. Weil es im zweiten Renndrittel komplett grün geblieben war, hatten sich vor allem Dixon, Castroneves und Hunter-Reay einen schönen Vorsprung herausfahren können.

Wiederum übernahm nun Sato kurz die Führung vor Briscoe, während unterdessen Dixon beim Anbremsen von Kurve 1 auf der Außenbahn von Castroneves überholt wurde. Dabei ging es um Rang fünf, doch als der Rest des Feldes seinen dritten Stopp erledigt hatte, lag der Penske-Chevy natürlich wieder in Front. Damit war die Entscheidung von St. Petersburg gefallen: Castroneves fuhr nun auf und davon und hatte in Runde 80 fünf Sekunden Vorsprung auf Dixon.

In den 20 Schlussrunden kontrollierte der gelb-rote Penske-Chevy mit der Startnummer 3 das Geschehen, während sich Dixon, Hunter-Reay und auch Hinchcliffe als Vierter auf den Plätzen eingenistet hatten. Das Andretti-Duo, das im Vergleich zu Castroneves und Dixon etwas früher beim letzten Tankstopp war, wurde vom Team zudem zum Spritsparen angehalten.

Barrichello bleibt unauffällig

Rubens Barrichello

Rubens Barrichello kam bei seinem IndyCar-Debüt noch nicht zurecht Zoom

Castroneves hatte also leichtes Spiel und gewann mit 5.530 Sekunden vor Dixon, Hunter-Reay und Hinchcliffe. Viso hielt lange Zeit Rang fünf, musste aber kurz vor Schluss noch einen Splash-and-Dash-Stopp einlegen, was ihn auf Rang acht zurück warf. Damit hatte Briscoe nun freie Bahn und holte mit einigen schnellen Schlussrunden noch einmal auf das Andretti-Duo Hunter-Reay und Hinchcliffe auf. Mehr als Platz fünf war für den Australier aber nicht mehr möglich.

Dahinter hielt Simon Pagenaud (Schmidt-Honda) den stark drängelnden Polesitter Power (7.) hinter sich, während sich Charlie Kimball (Ganassi-Honda) und Justin Wilson (Dale-Coyne-Honda) die Plätze neun und zehn sichern konnten. Franchitti verlor in den Schlussrunden ohne Sprit noch seinen neunten Platz und wurde lediglich als 13. gewertet.

Neuzugang Rubens Barrichello konnte bei seinem IndyCar-Debüt nie in Erscheinung treten. Der Brasilianer befand sich auf Kurs zu einem 15. Platz, als er zwei Runden vor dem Ende ebenfalls ohne Sprit liegen blieb. Am Ende wurde er 17. Großes Pech hatte Sato, denn auch sein Rahal-Honda erlitt einen Elektrikdefekt. Im zweiten Gang war der starke Japaner in Runde 73 an die Box gerollt und musste auf Platz 22 aufgeben.

Lotus brachte mit Alex Tagliani (Herta; 15.) und Servia (Dreyer/Reinbold; 16.) zwei Autos ins Ziel - wenn auch nicht in der Führungsrunde. Sebastien Bourdais (21.) lag strategiebedingt einmal für einige Runden auf Rang zwei, fiel aber 27 Runden vor dem Ende aus. Viel Arbeit also für die Lotus-Teams, denn bereits am kommenden Wochenende folgt Saisonrennen Nummer zwei im Barber Motorsports Park nahe Birmingham, Alabama.

Motorsport bei Sport1

Sport1
Die PS Profis - Mehr Power aus dem Pott
11.01. 20:00
Die PS Profis - Mehr Power aus dem Pott
25.01. 21:15

Aktuelle Bildergalerien

Fahrzeugpräsentation FIA Formel 3 2019
Fahrzeugpräsentation FIA Formel 3 2019

Reaktionen auf den Horrorcrash von Sophia Flörsch
Reaktionen auf den Horrorcrash von Sophia Flörsch

Horrorcrash von Sophia Flörsch in Macau
Horrorcrash von Sophia Flörsch in Macau

Formel-3-Weltcup 2018 in Macau
Formel-3-Weltcup 2018 in Macau

Roborace präsentiert neues Auto
Roborace präsentiert neues Auto

Die Schumachers in der Formel 3
Die Schumachers in der Formel 3
Anzeige

Das neueste von Motor1.com

Tesla Model 3: Jetzt sind endlich die Preise fix
Tesla Model 3: Jetzt sind endlich die Preise fix

Über 700 PS: Der Arden AJ 23 ist ein Jaguar F-Type SVR auf Steroiden
Über 700 PS: Der Arden AJ 23 ist ein Jaguar F-Type SVR auf Steroiden

Gunther Werks 400R im Test: Luftgekühlte Neuinterpretation
Gunther Werks 400R im Test: Luftgekühlte Neuinterpretation

Audi A4 Avant 2019: Erster Erlkönig versteckt XXL-Facelift
Audi A4 Avant 2019: Erster Erlkönig versteckt XXL-Facelift

Aston Martin DB6 Volante: Oldtimer mit Elektro-Herz
Aston Martin DB6 Volante: Oldtimer mit Elektro-Herz

Neuheiten 2018, 2019, 2020: Alle neuen Autos im Überblick
Neuheiten 2018, 2019, 2020: Alle neuen Autos im Überblick

Folgen Sie uns!