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Dale Coyne: Bourdais' Auto war nur gut für Platz acht

Sebastien Bourdais feiert zum zweiten Mal in zwei Jahren den IndyCar-Auftaktsieg in St. Petersburg - Dabei wäre sein Auto nicht einmal für das Podium gut gewesen

(Motorsport-Total.com) - Dale Coyne weiß, was er an Sebastien Bourdais hat: Der viermalige Meister mag bei seinem Sieg in St. Petersburg eine ordentliche Portion Glück gehabt haben, insgesamt aber zeigte er, warum er ein Champion ist. An einem Tag, an dem nahezu alle Fahrer irgendwann einen mehr oder weniger dramatischen Moment hatten, behielt er die Nerven. Auch für ihn lief es nicht optimal, doch ein Reifenschaden zu Beginn des Rennens sollte sich als Glücksfall erweisen.

Sebastien Bourdais

Sebastien Bourdais hatte in St. Petersburg nicht gerade ein Sieger-Auto Zoom

"Unser Auto war heute gut genug für Platz acht. Sebastiens Konstanz hat daraus Platz vier gemacht und das Glück daraus einen Sieg", resümiert Coyne, dessen Team nun bereits seit 30 Jahren Teil der IndyCar-Szene ist. "Das war ein ziemlich seltsames Rennen. Wir hatten gleich zu Beginn einen Reifenschaden, dann war Sebastien am Ende des Feldes. Wie im vergangenen Jahr wurde es ein Strategie-Rennen und wir konnten ihn so wieder nach vorne bringen. Ganz am Ende hatten wir dann einfach Glück. Aber so läuft es manchmal im Rennsport."

Möglich machte dies insbesondere das neue Aerokit: Durch das deutliche Minus an Abtrieb ist der Spritverbrauch deutlich gesunken. Das machte längere Stints von mehr als 30 Runden erst möglich. Coyne entschied sich in den Gelbphasen gegen Mitte des Rennens gegen einen Boxenstopp und holte Bourdais nur noch zweimal an die Box. Er polte quasi auf eine Zweistopp-Strategie um (plus den außerplanmäßigen frühen).

Emotionaler Sieg mit neuen Teilhabern

Für Bourdais war es ein emotionaler Sieg, der erste nach dem gewaltigen Unfall beim Indy-500-Qualifying im vergangenen Jahr. "Wir mussten ein paar Einschläge, Überschläge und Feuerbälle sowie Knochenbrüche überstehen, um wieder hier zu landen", sagt der frühere Formel-1-Pilot. "Für Robert (Wickens) tut es mir echt leid, aber für uns war das ein Befreiungsschlag, den ich kaum in Worte fassen kann. Wir hatten nicht das schnellste Auto, aber die nötige Konstanz. Ich hoffe, dass sich die Geschichte wiederholt - aber nur bis Indy!"


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Dale Coyne Racing hat sich über den Winter mit den ehemaligen KVSH-Teilhabern Jimmy Vasser und James Sullivan verstärkt. Die neue Kombination hat nun direkt im ersten Anlauf gewonnen. "Das war schon eine große Sache für Dale", findet Bourdais. "Das war für so viele Jahre sein Baby. Sie bringen jetzt etwas Neues dazu. Wenn man diese Kräfte kombiniert, wird man nur stärker." Auch Coyne gibt zu: "Sie geben diesem Team etwas, das ich ihm nicht geben kann."

Sein Team sicherte sich dadurch auch neue Sponsorengelder in Form eines Herstellers für Dichtungen und Kleinbehälter. "Das erinnert mich an meine McDonald's-Tage", strahlt Bourdais. "Als wir sie als Sponsor gewannen, habe ich gleich Cleveland gewonnen. Das war der Grundstein für das, was die nächsten Jahre gekommen ist." Zu Erinnerung: Das waren vier ChampCar-Titel in Folge. Ein gutes Omen also.

Dazu braucht es allerdings noch ein bisschen Arbeit, denn das neue Aerokit hat auch Dale Coyne Racing noch nicht vollständig verstanden. "Das Auto hatte nicht dieselbe Balance wie vergangenes Jahr", weiß Bourdais. "Wir sind noch auf der Suche. Noch sind wir nicht da, wo ich das Auto gerne hätte. Das Ganze ist 'Work in Progress'. Man ja schlecht an drei Tagen alles herausfinden." Ein Grund für das Stochern im Nebel beim Set-up ist die Tatsache, dass sich Straßenkurse nicht trainieren lassen. Sebring, das als Teststrecke für Stadtkurse dient, hat nämlich zu viel Grip.

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