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ELMS: TDS siegt, Loeb-Team auf Platz zwei

Mathias Beche und Pierre Thiriet siegen beim Saisonauftakt der ELMS in Le Castellet - Loeb-Team feiert zweiten Rang - Spannendes Finale in der GT-Klasse

(Motorsport-Total.com) - Die European-Le-Mans-Series (ELMS) ist nach dem Abschied von der großen LMP1-Klasse gut aus den Startlöchern gekommen. Beim Saisonauftakt in Le Castellet boten die LMP2-Teams spannenden Sport und die dünn besetzte GT-Klasse sorgte auf der Zielgeraden für Gänsehaut. Den ersten Sieg des Jahres feierten die Polesetter Mathias Beche und Pierre Thiriet (Nissan-Oreca) von TDS. Die Mannschaft von Sebastien Loeb kam beim Debüt auf der Langstrecke auf den zweiten Rang.

ELMS-Sieg: Mathias Beche und Pierre Thiriet gewannen in Le Castellet Zoom

Polemann Mathias Beche konnte sich zum Beginn des 6-Stunden-Rennens nicht allzu lange vorne halten. Der bärenstarke Status-Pilot Yelmer Buurmann (Lola-Judd) jagte dem Schweizer sofort die Spitze ab und legte ein gutes Tempo vor. Beche hielt sich jedoch jederzeit in Schlagdistanz. Bei der ersten Runde der Boxenstopps fiel das neue Status-Team allerdings zurück. Die Abläufe waren alles andere als gut eingespielt.

"Ich bin gestern einfach mal ins Auto gesprungen und habe den Wagen auf Startplatz zwei gestellt. Das war super. Auch heute lief es bestens. Ich konnte im ersten Stint sogar an der Spitze fahren. Das ist wirklich fantastisch, mehr kann man sich nicht wünschen", sagte Buurman nach seinem Langstrecken-Debüt. Er übergab den Lola-Judd auf Platz zwei an Dean Stirling, der sich in der Folge als erhebliche Schwachstelle im Team entpuppte.

Der britische Amateur konnte das Tempo der Spitze nicht einmal ansatzweise mitgehen. Status verlor immer mehr an Boden, fiel sogar zwischenzeitlich bis auf Rang sechs zurück. Vorne hatte Beche ein kleines Polster herausfahren können, doch dahinter machten Greaves und OAK Druck. Die Franzosen hatten jedoch Pech. Am Morgan-Judd ließ die Kühlung nach, man musste zusätzliche Stopps einlegen, um Wasser nachzufüllen. Am Ende landeten Kraihamer/Moreau/Nicolet auf Rang sechs.

Loebs Mannschaft auf dem Vormarsch

Vorne machte unterdessen Lucas Ordonez einen starken Job im Greaves-Zytek. Zur Halbzeit übernahm das Team der Titelverteidiger die Spitze vor dem TDS-Oreca und dem Oreca-Judd von Sebastien-Loeb-Racing. Nicolas Minassian hatte den Wagen mit konstant soliden Runden nach vorne gebracht, Youngster Nicolas Marroc konnte das Tempo gut halten. Kurz nach Halbzeit des Rennens übergab Marroc das Steuer an Topmann Stephane Sarrazin.

Viel Erfahrung beim Loeb-Team: Stephane Sarrazin und Nicolas Minssian Zoom

"Unsere beiden ersten Piloten haben ein tolles Tempo gezeigt und keinen einzigen Fehler gemacht. Bisher läuft es gut. Jetzt wollen wir mal sehen, welches Tempo Stephane an den Tag legen kann. Es ist für mich alles sehr aufregend", so Rallyestar Loeb, der nach seinem Aus beim WRC-Event in Portugal sofort nach Le Castellet geeilt war. Der Franzose sollte an der Arbeit seines neuen Teams seine helle Freude haben. Trotz eines nicht perfekt abgestimmten Oreca-Nissan konnte man beeindrucken.

Den Speed von TDS konnte die Loeb-Mannschaft nicht mitgehen, auch Greaves war schneller. Allerdings bekamen die Briten Probleme. Nach einigen Zwischenfällen beim Boxenstopp bat die Rennleitung zu einer zweiminütigen Stop-and-Go-Strafe - die Siegchancen waren dahin. Vorne musste der TDS-Oreca zwar noch einmal zu einem unplanmäßigen Boxenhalt, aber dennoch fuhr man den Sieg mit einer Runde Vorsprung locker ins Ziel.

Beche siegt für seine Mutter

"Diesen Sieg widme ich meiner Mutter, die vor zwei Monaten verstorben ist", so Sieger Mathias Beche nach der Zieldurchfahrt seines Teamkollegen Pierre Thiriet. Der junge Franzose, dessen Familie das Team finanziert, zeigte eine starke Leistung. Beche lobte nicht nur Thiriet, sondern gleich die gesamte TDS-Mannschaft: "Das Team hat super gearbeitet, unsere Stopps waren perfekt. Wir sind einfach unfassbar glücklich."

Großen Jubel gab es auch im Lager von Sebastien Loeb. Sarrazin hatte den zweiten Rang mit aller Erfahrung nach Hause gefahren. "Besser geht es nicht", lobt Loeb nach dem traumhaften Einstand seines Teams. "Wir sind ohne richtige Tests hier angetreten. Es war ein komplizerter Start für uns. Wir wollten hier Erfahrungen sammeln und sauber durchfahren. Dass es gleich Platz zwei wird, ist natürlich unglaublich", so der Rallye-Weltmeister, der seine Zukunft im Prototyp plant.


Fotos: ELMS-Saisonauftakt in Le Castellet


In der letzten halben Stunde des Rennens kam es in der LMP2-Klasse noch zum Kampf um den letzten Podestrang. Alexander Sims hatte den Status-Lola nach der Schwäcehphase mit Stirling am Steuer wieder nach vorne gebracht, zum Ende rückte ihm jedoch Greaves-Youngster Alex Brundle mit frischeren Reifen gehörig auf die Pelle. Sims wehrte sich jedoch erfolgreich und hatte auf der Ziellinie immerhin noch elf Sekunden Vorsprung. Rang fünf ging an die Schweizer von Race Performance, das Curtis-Team gewann die LMPC-Klasse.

In der GT-Szene kam es zum Duell der beiden Ferraris von JMW und JMB, über weite Strecken beeindruckte im Spitzenfeld auch der Prospeed-Porsche aus der GTE-Am-Klasse mit Marc Goossens und Maxime Soulet. Die beiden GTE-Pro-Ferraris hatten jedoch die Führung unter Kontrolle. In der zweiten Rennhälfte konnte sich der erfahrene Jaime Melo (JMB) etwas von Jonny Cocker (JMW) absetzen. Die Entscheidung schien gefallen - bis acht Minuten vor dem Rennende.

GT-Duell der Ferraris: JMW gegen JMB

Melo musste seinen weißen 458 Italia urplötzlich noch einmal für einen kurzen Stopp an die Box steuern. Dieser zusätzliche Halt kostete genau die Zeit, die man sich vorher als Vorsprung herausgefahren hatte. Fast Seite an Seite lagen die beiden Ferraris an der Boxenausfahrt. Cocker konnte im knallgelben JMW-Wagen vorbeigehen und musste sich in den letzten Runden der harten Attacken des erfahrenen Melo erwehren.

Dieser Anblick bot sich Jaime Melo im Schlussspurt: Der JMW-Ferrari von hinten Zoom

Der JMB-Pilot hatte Wut im Bauch. Dies wurde in fast allen Ecken deutlich sichtbar. Im Duell gegen Cocker überfuhr Melo mehrfach mit allen vier Rädern die weißen Begrenzungslinien, aber der Brite tat es ihm gleich, um seine Position halten zu können. Eigentlich verstießen beide Piloten gegen das Regelwerk, aber die Rennleitung ließ das heiße Duell bis zur Ziellinie laufen. Cocker schaffte es im Zweikampf gegen den wütenden Melo und rettete sich hauchdünn als GT-Sieger über die Linie.

"Wir haben im vergangenen Jahr hier gewonnen und nun wieder. Anscheinend können wir immer nur solche Herzschlagfinals gewinnen. Beim letzten Mal in Estoril 2011 waren es auch nur zwei Zehntelsekunden. Mir gefällt das", schmunzelt James Walker nach der Zieldurchfahrt seines Kollegen Cocker. Platz drei holte der Prospeed-Porsche. Der dritte GTE-Pro-Ferrari von Kessel landete am Ende hinter dem IMSA-Porsche auf GT-Platz fünf.

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