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Young-Driver-Test 2018: Rookies müssen "anders ans Limit gehen"

Piloten sind nach dem Nachwuchstest begeistert von der Leistung der DTM-Boliden - Audi und BMW führen in Jerez weiteren Turbo-Entwicklungstest für 2019 durch

(Motorsport-Total.com) - Beim dreitägigen Young-Driver-Test in Jerez ließ BMW vier DTM-Neulinge ans Steuer eines BMW M4 DTM der 2018er-Generation. Mikkel Jensen, Nick Catsburg, Nick Yelloly und Sheldon van der Linde drehten ihre ersten Runden in einem DTM-Boliden und dürfen sich Hoffnungen auf ein Stammcockpit in der DTM 2019 machen. Die Münchner haben erst fünf von sechs Plätzen vergeben und wahrscheinlich wird der letzte freie Sitz an einen der Teilnehmer des Rookie-Tests gehen.

Mikkel Jensen

Mikkel Jensen durfte beim Nachwuchstest einen DTM-BMW pilotieren Zoom

Der Däne Jensen wurde erst kürzlich vom Junior- zum BMW-Werksfahrer befördert und hat gute Chancen, Stammfahrer in der deutschen Tourenwagenserie zu werden. "Ich kenne den BMW M4 DTM als Renntaxi, aber mit dem richtigen Rennwagen in einem Test auf die Strecke zu gehen, ist noch einmal etwas ganz anderes", schildert der 23-Jährige.

Die Erfahrung als BMW-Taxifahrer hat ihn beim Test jedoch nur begrenzt geholfen. "Man muss mit dem Auto anders ans Limit gehen", erklärt er die Unterschiede zwischen Taxi und Rennauto. "Um schnell zu sein, musst du an deinem Fahrstil feilen, und in jeder Kurve kannst du noch die eine oder andere Kleinigkeit finden."

Rookie- und Entwicklungstest für 2019 in Jerez

Jensen war in der abgelaufenen Saison als Teamkollege von Ex-DTM-Pilot Timo Scheider im GT-Masters unterwegs und erklärt, wie sich der M4 DTM und der M6 GT3 vor allem in schnellen Kurven unterscheiden: "Wenn du GT-Autos gewohnt bist, denkst du, du sitzt in einem ähnlichen Fahrzeug. Aber der BMW M4 DTM ist in den Kurven einfach so viel schneller."


Fotos: DTM-Test in Jerez


"Der Abtrieb ist wesentlich höher, und an das Bremsen musste ich mich erst gewöhnen", stimmt WEC-Pilot Catsburg zu, der die Power der GT-Boliden M8 GTE und M6 GT3 gewohnt ist. Auch für den Briten Yelloly war die erste Ausfahrt in einem DTM-Fahrzeug etwas ganz Besonderes. "Wenn man das Gewicht des Fahrzeugs bedenkt, dann ist das hohe Tempo, das man in den Kurven gehen kann, fantastisch. Da ich bereits Rennwagen mit viel Abtrieb gefahren bin, wusste ich in etwa, was ich erwarten kann. Aber dennoch hat mich der BMW M4 DTM mehr als beeindruckt", so der 28-Jährige.

Am letzten Testtag am Mittwoch kam auch der Ex-Formel-1-Fahrer Sergei Sirotkin zum Einsatz. Der Russe wurde kurzfristig für eine Probefahrt mit dem neuen Audi-Kundenteam WRT nominiert. "Als Kind habe ich schon die DTM verfolgt. Daher war die Vorfreude auf den Test riesig. Selbst in einem RS 5 DTM Platz nehmen zu dürfen war einmalig. Aber auch ganz schön tricky. Bis zum Ende meines Stints hatte ich noch nicht ganz das perfekte Gefühl für das Auto gefunden. Bisher bin ich noch kein Rennauto gefahren, das dem RS 5 DTM nahekommt - am ehesten in der Formel 3", sagt Sirotkin. Für Mercedes waren Jake Dennis, Thomas Preining und Ferdinand Habsburg am Steuer eines C63 DTM.

Audi

Sergei Sirotkin testete für das Audi-Kundenteam WRT Zoom

"Das ist ein komplett anderes Auto als ein Formel-3-Fahrzeug, mal abgesehen davon, dass du ein Dach über dem Kopf hast. Du hast rund 600 PS - sehr beeindruckend im Gegensatz zu 230 PS. Das erfordert einen völlig anderen Fahrstil", sagt Jonathan Aberdein zu 'dtm.com'. Der Südafrikaner, der zuletzt in der Formel-3-EM startet, pilotierte einen Audi RS 5 DTM und hofft, dass dies nicht seine letzte Fahrt in einem DTM-Auto war.

Rundenzeiten und Ergebnisse wurden beim Young-Driver-Test nicht veröffentlicht, da es sich um einen privaten Test der Hersteller handelt. Bei BMW wird man die Zeiten und Performance der Rookies jedoch genau beobachtet haben, denn die Münchner werden nach dem Nachwuchstest den sechsten Fahrer für die DTM-Saison 2019 auswählen und vorstellen.

"Es war erneut ein sehr guter Test für Audi hier in Jerez", sagt Projektleiter Andreas Roos. "Die sieben Fahrer auf unserem Audi RS 5 DTM haben allesamt einen sehr guten Job gemacht. Mich hat besonders gefreut, wie hellauf begeistert sich die Piloten hinterher von unserem Auto gezeigt haben. Auch jemand wie Sergei, der schon in der Formel 1 gefahren ist, hat hinterher ein Grinsen im Gesicht gehabt."

Neben dem Rookie-Test führten BMW und Audi auch Testfahrten zur Weiterentwicklung der neuen 2019er-Turbo-Autos durch. Bei den Ingolstädtern kamen Mike Rockenfeller und Nico Müller, bei den Münchnern Marco Wittmann und Bruno Spengler zum Einsatz.

"Bei den Tests lautet unsere Aufgabe, die Entwicklung des neuen Autos voranzubringen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem neuen Turbomotor: Es gilt, diesen von Test zu Test besser zu verstehen und zu optimieren. Dazu haben wir die drei Tage in Jerez intensiv genutzt", sagt Wittmann.

Spengler ergänzt: "Wir kommen in der Arbeit mit dem M4 DTM für die kommende Saison gut voran. Die Bedingungen waren konstant, wir konnten viele Runden fahren und sind gut durch unser geplantes Programm gekommen. Das ist sehr wichtig, da wir ja nur beschränkt Testtage zur Verfügung haben."

"An den drei Tagen sind wir insgesamt 1.457 Kilometer gefahren und das weitestgehend ohne Probleme. Nun werden wir die doch lange Winterpause nutzen, um die Daten auszuwerten, bis wir im März für den nächsten offiziellen DTM-Test wieder nach Jerez zurückkehren", sagt Audi-Projektleiter Roos.

Im neuen Jahr geht die Entwicklung der Autos weiter, aber vorher verabschieden sich die DTM-Beteiligten in die Weihnachtspause. "Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünsche ich auch den Fans, die sich jetzt schon auf eine spannende DTM-Saison 2019 freuen können", so Wittmann.

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