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Mattias Ekström: "Es ist ein Warnschuss"

Wie die DTM-Fahrer den Schock nach der Bekanntgabe des Mercedes-Ausstiegs Ende 2018 verdaut haben und welche Zukunftsängste sie haben

(Motorsport-Total.com) - Am vergangenen Wochenende traf die DTM-Szene zum ersten Mal nach der überraschenden Bekanntgabe des Mercedes-Ausstiegs Ende 2018 wieder zusammen. Und noch immer waren einige der Beteiligten geschockt darüber, dass die Stuttgarter, die seit mehr als 30 Jahren die deutsche Tourenwagenserie geprägt haben, die DTM verlassen werden.

Maxime Martin, Mattias Ekström

Mattias Ekström wird Mercedes nach deren DTM-Ausstieg Ende 2018 vermissen Zoom

"Für mich ist es einer der größten und stärksten Rivalen aller Zeiten", bedauert Mattias Ekström das baldige Ausscheiden von Mercedes aus der DTM. "Man kann sagen, was man möchte, aber der Kampf gegen Norbert Haug und seine Fahrer damals - die Alesis und Häkkinens - das war schon etwas Besonderes. Für mich geht damit nicht direkt die Luft raus, aber durch diesen harten, ehrlichen, brutalen Kampf über Jahre hinweg, werde ich immer Respekt haben. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, gegen Mercedes zu fahren", ergänzt der aktuelle Tabellenführer.

Der Audi-Pilot verweist darauf, dass es einen ernst zu nehmenden Grund gibt, dass die Marke mit dem Stern der DTM den Rücken kehrt. "Das ist ein Warnschuss, egal ob für Fahrer, Team, Hersteller oder Partner. Es ist ein Zeichen, dass sie es, wie es jetzt ist, nicht mögen", so "Eki". Man müsse sich gut überlegen, was man besser machen kann, und dann, ist Ekström sicher, "kommen Hersteller wie Mercedes auch wieder zurück".

Mercedes-Fahrer vor ungewisser Zukunft

Gary Paffett ist als aktueller DTM-Fahrer bei Mercedes direkt von der Hiobsbotschaft DTM-Ausstieg betroffen. Auch ihm sitzt der Schreck noch in den Knochen. "Es war ein großer Schock für alle von uns. Wir stehen dadurch alle vor einer ungewissen Zukunft und keiner weiß, was ab 2019 passieren wird", so der Brite über seine Zukunftsängste.

Aus der Zeit, die ihm und Mercedes in der DTM noch bleibt, möchte er das Bestmögliche herausholen. "Wir können in den verbleibenden eineinhalb Jahren nur weiter unser Bestes geben und sehen, was die Zukunft bringt. Es ist aber trotzdem eine traurige Situation", fügt er hinzu.


Fotos: DTM in Zandvoort


Für seinen Teamkollegen Lucas Auer steht der Kampf um die Meisterschaft der laufenden Saison an erster Stelle. Und darauf möchte sich der Neffe von Gerhard Berger konzentrieren und sich nicht von Zukunftsfragen ablenken lassen. "Auch für mich war es ein Schock. Mercedes hat sehr viel für die DTM getan und man muss die Entscheidung respektieren", so Auer. "Aber aus Fahrerperspektive möchte ich im Moment nicht daran denken. Wir sind mitten in der Saison und kämpfen um die Meisterschaft. Es sind noch eineinhalb Jahre bis zum Ausstieg und es ist noch weit weg."

"Bis dahin kann noch viel passieren"

Auer, der in der DTM-Sommerpause seinen ersten Formel-1-Test absolvierte, möchte die verbleibende Zeit in der DTM genießen und ergänzt: "Im Motorsport kann sich alles sehr schnell ändern und ich finde, wir sollten jetzt noch nicht zu sehr daran denken."

Über das, was nach 2018 passieren wird, will sich auch Mike Rockenfeller noch keine Gedanken machen. "Es ist sehr schade, dass Mercedes diese Entscheidung getroffen hat. Aber letzten Endes sind sie immer noch da und wir sind mitten in der Saison. Ich konzentriere mich vor allem auf meine Saison mit Audi", erklärt der Zandvoort-Sieger.

Mercedes wird auch 2018 noch an der DTM teilnehmen und bis dahin "ist es noch eine lange Zeit und ich denke, dass noch viele Dinge passieren können, so wie sie schon in der Vergangenheit passiert sind", so "Rocky". "So ist das Leben und es muss weitergehen."

Es wird weitergehen...

Und auch 2019 wird es mit der DTM weitergehen, ist sich der DTM-Champion 2013 sicher. "Es wird auch 2019 weitergehen und wir müssen sehen, wie es gestaltet wird. Es liegt nicht in unseren Händen als Fahrer, diese Entscheidung zu treffen. Wir können nur versuchen, das Beste auf der Strecke zu geben - für uns, unsere Hersteller und den Sport", ergänzt er.

"Wir müssen weitermachen!", fordert BMW-Mann Maxime Martin. "Die Plattform ist großartig und die DTM hat das in all den Jahren bewiesen."