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  • 22.10.2012 14:28

Am Ziel: Spenglers langer, Schnitzers kurzer Weg

Oft geschnuppert, endlich geschafft: Welche Rückschläge der Kanadier überwand, welche Tradition er bei Schnitzer fortsetzt und was Charly Lamm geleistet hat

(Motorsport-Total.com) - Bruno Spengler hat sich mit dem DTM-Titelgewinn in Hockenheim einen Traum erfüllt. Auf der Zielgeraden einer packenden Saison konnte der 29-Jährige die Erfolgsgeschichte von BMW in der Serie fortschreiben. Zuvor hatte er im Verlauf seiner erfolgreichen Karriere bereits vier Mal um die Krone gekämpft - und jeweils knapp verloren. Beim Neuanfang mit Schnitzer und dem karbonschwarzen M3 mit der Startnummer sieben sorgte Spengler entgegen der Erwartungen auf Anhieb für Furore.

Seine erste Ausfahrt in einem schwarzen M3 liegt jedoch schon viel länger zurück und trug sich weder bei seinem ersten Test für BMW in Monteblanco Ende 2011 noch beim DTM-Saisonauftakt 2012 in Hockenheim zu. "Mein Vater hatte lange ein schwarzes M3 Coupé. Ich war noch ein kleiner Junge", erinnert sich der neue DTM-Champion. "Alleine der Klang des Motors hat mich fasziniert. Mein Vater musste für mich ständig den Motor aufheulen lassen", so die Erlebnisse des kleinen Bruno.

Bruno Spengler

Ein Auto, zwei Pokale: Spengler gewann die Fahrer-, Schnitzer die Teamwertung Zoom

Von Schneider, Ekström, di Resta und Tomczyk geschlagen

Die ersten DTM-Jahre verbrachte Spengler in Diensten von Mercedes. Dort begann er 2005 seine Laufbahn in einem Vorjahreswagen und wusste ab dem ersten Rennen zu überzeugen. Im folgenden Jahr katapultierte sich Spengler mit vier Siegen in die Spitzengruppe und wurde hinter seinem Teamkollegen und Rekordchampion Bernd Schneider Zweiter in der Fahrerwertung. 2007 kämpfte er erstmals bis zum Finale um den Titel, musste jedoch Mattias Ekström den Vortritt lassen.

Lediglich drei Punkte fehlten damals, ebenfalls in Hockenheim, zum ganz großen Triumph. 2008 und 2009 stand der Champion am Saisonende ebenfalls in den Top 5, ehe er 2010 einen erneuten Angriff auf den Titel unternahm. In einem dramatischen Finale in Schanghai büßte er die Gesamtführung kurz vor dem großen Ziel noch ein und musste erneut einem Markenkollegen, nämlich dem heuten Formel-1-Piloten Paul di Resta, zum Titel gratulieren.

Bruno Spengler

Meister! Lange musste Bruno Spengler auf diesen Erfolg warten Zoom

Schnitzer und Spengler - eine Erfolgskombination

Teamchef Charly Lamm, der schon 1989 beim Titelgewinn von Roberto Ravaglia an der Boxenmauer gestanden hatte, ist voll des Lobes: Er merkte schnell, dass er bei Schnitzer mit Spengler nicht nur einen nahezu fehlerlosen Rennfahrer, sondern auch einen offenen, bei Teammitgliedern, Fans und Kollegen beliebten Menschen in seinen Reihen hat. "Bruno bringt viel Erfahrung ins Team ein, die uns zweifelsohne gut tut", meint Lamm.

Debütspezialisten aus Oberbayern

Lamm kennt noch mehr Vorzüge Spenglers: "Gleichzeitig kann er die Crew motivieren, hat immer ein offenes Ohr, nimmt sich viel Zeit für die Fans und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen." Die Schnitzer-Truppe ist ein echter Spezialist für DTM-Premieren: 1989 gab die Mannschaft aus Freilassing ihr Debüt in der "alten" DTM und feierte mit Ravaglia am Steuer des M3 der ersten Generation auf Anhieb den Titel. 2012 wiederholte sich die Geschichte.


Fotos: Schnitzer-BMW, DTM in Hockenheim


Die Crew machte genau dort weiter, wo sie mit den beiden Laufsiegen von Ravaglia beim Saisonfinale 1992 in Hockenheim aufgehört hatte. Dass am Ende der Comeback-Saison sowohl der Fahrer- als auch der Teamtitel für die Truppe zu Buche stehen würden, hätten jedoch wohl selbst die treusten Fans der Oberbayern nicht für möglich gehalten. Dabei sind BMW und Schnitzer ist seit jeher eine erfolgreiche Kombination.

Spengler setzt Erfolgstradition fort

Bruno Spengler

Allen Widrigkeiten zum Trotz: Spengler und Schnitzer waren bärenstark Zoom

1963 gründete Herbert Schnitzer das Team gemeinsam mit seinem Bruder Josef. Ein Jahr später feierte die Mannschaft mit einem BMW 1800Ti ihr Debüt beim Bergrennen in Bad Neuenahr. Nach zahlreichen Erfolgen in der Anfangsphase der Teamgeschichte erschütterte der tödliche Unfall von Josef, der sich gerade auf dem Weg zu einem Rennen in Zolder befand, die Familie. Seither führt Bruder Herbert die Geschicke mit seinen Halbbrüdern Karl - genannt "Charly" - und Dieter Lamm weiter.

Insgesamt hat das Team in den vergangenen fast 50 Jahren mit BMW 17 Meisterschaften gewonnen - darunter die Tourenwagen-WM 1987, die DTM 1989 und 2012, drei Tourenwagen-EM und weitere Championate in Deutschland, England, Italien, Japan, Nordamerika und Südostasien. 1999 gelang mit dem offenen Prototypen BMW V12 LMR der Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Je fünf Mal entschied das Team bereits die 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in Spa-Francorchamps für sich.

Viel Lob für Charly Lamm

Die Leiste der Piloten liest sich wie ein Who-is-who des Motorsports. 39 ehemalige Formel-1-Fahrer griffen bereits für Schnitzer ins Steuer, darunter die Weltmeister Keke Rosberg und Nelson Piquet. Wer über einen derart langen Zeitraum so regelmäßig große Erfolge feiert wie das BMW Team Schnitzer, der hat nicht nur Glück. Teamchef Lamm bringt all diese Attribute in jedem Rennen mit Haut und Haaren ein, wenn er von der Boxenmauer die Geschicke leitet.

Charly Lamm

Charly Lamm persönlich jubelte auf dem Podium in Hockenheim Zoom

Das bestätigt Spengler: "Charly ist ein großartiger Teamchef. Man spürt seine Erfahrung, und er bleibt auch in Drucksituationen unendlich cool. Das beeindruckt mich immer wieder." Ravaglia geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt: "Charly Lamm ist der beste Teamchef, den sich ein Fahrer wünschen kann. Ich bin eigentlich überrascht, dass er nie in die Formel 1 gegangen ist. Er hätte in jeder Rennserie der Welt Erfolg gehabt." Auf Glamour kam es Lamm jedoch noch nie an.

Die Regale für die Pokale in der "Ruhmeshalle" bei Schnitzer in der Görlitzer Straße von Freilassing sind auch so restlos gefüllt. Aber für neue Trophäen - wie nach der DTM-Saison 2012 - Platz zu schaffen, darin hat die Mannschaft Übung. Und es ist davon auszugehen, dass es nicht der letzte Pokal sein wird. "Wir sind stolz auf unsere Tradition und die vergangenen Erfolge, die wir mit BMW gefeiert haben", meint Lamm. "Aber wir stehen nicht da und schauen nur verträumt in die Vergangenheit, sondern arbeiten Tag für Tag hart, damit neue Siege dazukommen."

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