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  • 17.01.2015 16:09

Von Zitzewitz stolz auf den zweiten Platz

Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz erobern den zweiten Platz bei der Rallye Dakar - Das Duo wird dem Ruf als "Mr. Zuverlässig" einmal mehr gerecht

(Motorsport-Total.com) - Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz bleiben das erfolgreichste Rallye-Dakar-Duo der vergangenen sieben Jahre. Seit die legendäre Wüstenrallye in Südamerika ausgetragen wird, fuhren sie fünf Mal auf das Podest. Ihr neuester Coup: Rang zwei bei einer der härtesten Ausgaben des Klassikers aller Zeiten.

Giniel de Villiers

Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz fuhren einmal mehr schnell und zuverlässig Zoom

Nicht nur das "Dass", sondern das "Wie" übertraf dabei alle Erwartungen - auch die eigenen. Als Außenseiter und Geheim(st)favorit gestartet erkämpften sich de Villiers/von Zitzewitz im Toyota Hilux "made in South Africa" bereits am zweiten Tag Gesamtrang zwei. Fortan kämpften sie auf Augenhöhe um die große Sensation, den "Dakar"-Sieg 2015.

Und das gegen eine ganze Armada von zehn siegfähigen X-raid-Mini und drei werkseingesetzten Peugeot-Extrem-Buggys. Mit ihrem "Bakkie" hielten sie das Duell mit ihrem ehemaligen Teamkollegen Nasser Al.Attiyah (X-raid-Mini) bis wenige Kilometer vor der Ziellinie offen - taktisch cleveres "Speed-Bumping" auf offenen Salzseen im Nascar-Stil ebenso inklusive wie fahrerische Giniel- und navigatorische Genie-Streiche.

"Ich habe selten eine 'Dakar' so genossen wie die 2015", sagt von Zitzewitz im Ziel. "Denn in diesem Jahr haben wir über die gesamte Distanz mit um den Sieg gekämpft. Wer uns das vorher gesagt hätte, den hätten wir gleich in die medizinische Abteilung des Biwaks geschickt. Von Kleinigkeiten abgesehen hatten wir das perfekte Rennen. Der Hilux lief wie eine Eins, hat überraschend gut mit den X-raid-Mini und den Peugeot mitgehalten und hat null technische Zickereien gezeigt."

"Giniel ist super gefahren und hat Nasser die ein oder andere schlaflose Nacht bereitet. Und hier und da habe ich als Navigator auch ein bisschen Zeit gutgemacht - wenngleich der ganz große Coup ausgeblieben ist. Wir sind verdammt stolz auf unsere Leistung und auf Platz zwei, den wir gewonnen haben. Respekt an Nasser Al-Attiyah und Matthieu Baumel - sie haben verdient gewonnen. Mit ihnen haben wir uns ein tolles Duell geliefert - gern setzen wir das im kommenden Jahr wieder fort."

Etwas für die Geschichtsbücher - die Podiumsgaranten

De Villiers und von Zitzewitz gelten als Mr. und Mr. Zuverlässig der Rallye Dakar. Seit sie gemeinsam bei der härtesten Wüstenrallye der Welt starten - seit 2006-, haben sie stets das Ziel erreicht. Beginnend mit dem Sieg 2009, dem ersten eines Diesel-Automobils, bei einer Südamerika-"Dakar" und für einen Afrikaner, durchlebten de Villiers/von Zitzewitz eine einzigartige Erfolgsgeschichte: Bei sieben in Argentinien, Chile, Peru und Bolvien ausgetragenen "Dakars" erreichten sie fünf Mal einen Podiumsrang - ein einsamer Bestwert.

Giniel de Villiers

Die Verbesserungen am Toyota Hilux machten den Wagen noch schneller Zoom

Nach dem Triumph 2009 erreichten sie dreimal Rang zwei und einmal die dritte Position. Mit dem Hallspeed-Hilux sorgten sie dabei jüngst für großes Aufsehen. Als Underdogs erreichten sie bei dessen Premiere im Jahr 2012 auf Anhieb Rang drei, den sie im Jahr darauf als Überraschungszweite noch verbesserten. Im vergangenen Jahr bedeutete Rang vier eine Podiumspause, die sie bei der "Dakar" 2015 prompt wieder beendeten. Rang zwei inmitten der weit stärker eingeschätzten Favoriten findet seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Mutter aller Wüstenrallyes.

Die Herausforderungen bei der 2015er-"Dakar" waren nicht nur vielfältig, sie waren auch immens. Kilometerlange Vollgas-Stücke über Feldwege, gewundene Schotterpiste über Bergpässe im Rallye-WM-Stil, Geröllfelder, Wertungsprüfungen weit oberhalb der 3.500-Meter-Marke, kleine gemeine Dünen, turmhohe Sandberge, knifflige Navigation durch offenes Gelände, gnadenlose Wüsten-Passagen oder das Durchqueren von endlosen Labyrinthen ausgetrockneter Flussbetten - jeder Tag bot facettenreiche Prüfungen für Fahrer, Beifahrer und Material.


Fotos: Rallye Dakar 2015


Mit seinem zielsicheren Instinkt, stets den richtigen Weg zu finden, machte von Zitzewitz dabei als Navigator mehrfach Zeit gut. Bei dem Versuch, den Druck auf Spitzenreiter Al-Attiyah zu erhöhen, mit einen Navigations-Coup ihren Rückstand von knapp acht Minuten im Handstreich gutzumachen und damit die Grenzen der Physik zu überwinden, verpokerten sich die "Dakar"-Sieger von 2009 allerdings und büßten stattdessen die entscheidenden 15 Minuten ein.

Nach einer legalen Abkürzung von zehn Kilometern fanden sie auf Etappe zehn nicht sofort zurück ins Roadbook und umkreisten einen der obligatorisch anzusteuernden Wegpunkte mehrfach. "Wir mussten es versuchen und um ein Haar hätten wir vielleicht die entscheidende Zeit gutgemacht", so von Zitzewitz. "Ohne einen solchen Coup hätten wir Nasser nicht abfangen können. Er war einfach zu stark - das muss man anerkennen."

Der beste Hilux aller Zeiten - Beweis erbracht

Mit viel Sorgfalt zum Siegkandidaten weiterentwickelt: Gemeinsam mit dem 420 PS starken Toyota Hilux kamen de Villiers und von Zitzewitz der großen Sensation so nah wie nie zuvor. Vor der Rallye Dakar hatten die Ingenieure von Hallspeed an einer radikal neuen Gewichtsverteilung gearbeitet und die drei Ersatzräder näher zur Fahrzeugmitte und tiefer im Auto platziert. Cleverer Leichtbau und ein neues Konzept hatten diesen Schritt ermöglicht.

Zudem kam ihnen das Reglement in mehren Punkten im Sinne der Chancengleichheit entgegen - verglichen zu den per Konzept überlegenen Buggys und den Platzhirschen X-raid-Mini. Ein um einen Millimeter vergrößerter Luftmengenbegrenzer sowie 60 Kilogramm weniger Basisgewicht brachten den "Bakkie", wie Pritschenwagen in Südafrika genannt werden, auf Augenhöhe mit den Gegnern. Der "beste Hilux aller Zeiten" übertraf wie seine Fahrer die in ihn gesetzten Erwartungen.

Bei dieser "Dakar" gegen diese starke Konkurrenz auf das Podium zu fahren, so von Zitzewitz vor dem Start, wäre bereits wie ein Sieg. Noch nie hat sich ein zweiter Platz so sehr wie ein Sieg angefühlt wie nach diesen 4.438 Kilometern gegen die Uhr durch Argentinien, Chile und Bolivien.

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