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De Villiers: "Eine neue Herausforderung"

Giniel de Villiers, der Dakar-Sieger von 2009, ist gespannt auf den ersten Einsatz des Toyota Hilux - Wie gewohnt will der Südafrikaner eine intelligente Rallye fahren

(Motorsport-Total.com) - Nachdem sich Volkswagen von der Rallye-Dakar zurückgezogen hat und sich voll auf den Einstieg in die Rallye-Weltmeisterschaft konzentriert, mussten sich einige Fahrer nach einem neuen Auto für die Dakar 2012 umsehen. Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah fährt einen Hummer von Robby Gordon. Giniel de Villiers tritt im Januar mit einem neuen Toyota Hilux an. Der Sieger von 2009 vertraut auf die Navigationskünste seines langjährigen Co-Piloten Dirk von Zitzewitz. Gemeinsam nimmt man die Marathon-Rallye unter neuen Voraussetzungen in Angriff.

Giniel de Villiers

Giniel de Villiers sitzt erstmals bei der Dakar am Steuer eines Toyota Hilux

"Ich war natürlich enttäuscht, dass sich Volkswagen von der Dakar zurückgezogen hat", so de Villiers. "Die Nachricht war noch schwieriger zu verdauen, weil die endgültige Bestätigung erst im Juni gekommen ist. Deshalb blieb nur sehr wenig Zeit, um uns vorzubereiten." Der Sieg im Jahr 2009 hat in Südafrika, der Heimat von de Villiers, für viel Aufsehen gesorgt. Der 39-Jährige genießt in seiner Heimat Unterstützung und konnte mit Hilfe von Toyota Südafrika und Glyn Hall ein neues Projekt auf die Beine stellen.

Hall hat de Villiers schon in der Vergangenheit unterstützt. So hat man gemeinsam vier Titel in der südafrikanischen Tourenwagenmeisterschaft gefeiert. "Wir hatten schon viele Erfolge, aber die Partnerschaft mit Toyota ist eine komplett neue Herausforderung", so de Villiers. "Der VW Touareg war ausgetestet, aber der Toyota Hilux ist noch nicht auf diesem Level. Das Auto hat in Südafrika und Namibia großes Potenzial gezeigt. Der Hilux hat im Gegensatz zum Diesel des Touareg einen Benzinmotor, aber das Auto ist trotzdem sehr einfach zu fahren."

"Ich glaube, dass die neuen Regeln für die Benziner den Wettbewerb zwischen den Diesel- und Benzin-Fahrzeugen ausgeglichener gestalten wird." Da in den vergangenen Jahren die Dieselmotoren die Dakar dominiert haben, gibt es diesmal Zugeständnisse für die Benziner. So dürfen die Fahrzeuge mit Otto-Motor einen größeren Luftmengenbegrenzer einbauen. Außerdem darf ein Sechsganggetriebe verwendet werden, wenn es sich um einen Serienmotor und kein reinrassiges Renntriebwerk handelt.

"Ich habe Zuversicht in den Hilux, denn er hat bereits bewiesen, dass er ein gutes Auto für die Wüste ist. Trotzdem brauchen wir noch mehr Tests, um auf das Level der Topautos zu kommen", schätzt de Villiers. Toyota nutzt den Auftritt bei der Dakar auch, um dem Serienmodell des Hilux ein Facelift zu verpassen. In Südamerika trifft der Pick-Up-Truck unter anderem auf die Konkurrenz von MINI und BMW.

Speziell das X-raid-Team hat de Villiers auf der Rechnung: "Das Team scheint in guter Form zu sein. Von der Performance her haben sie großartige Autos. Unser größter Rivale wird Stephane Peterhansel in seinem MINI sein." Bei den eigenen Zielen hält sich de Villiers bedeckt, denn in Imperial Toyota handelt es sich um ein neues Projekt.

"Wir müssen realistisch sein. Ein Sieg beim Debüt wäre eine zu große Erwartungshaltung. Mein Ziel ist ein Ergebnis in den Top-5, mit etwas Glück schaffen wir es vielleicht auf das Podium." De Villiers und Zitzewitz sind ein eingespieltes Team. Bei der Dakar kann immer alles passieren. In der Vergangenheit hat sich das Duo speziell über die Konstanz ausgezeichnet.

"Wie immer werde ich nicht planen, auf Attacke zu fahren. Die Erfahrung hat mir gelehrt, das zu entscheiden, während sich die Rallye entwickelt. Die Dakar ist voller Überraschungen", weiß de Villiers. "Diesmal gibt es mit Peru eine neue Herausforderung."