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24h Le Mans 2016: Toyota reist mit gebrochenem Herzen ab

Durch eine grausame Fügung wurde Toyota Gazoo Racing der Sieg in Le Mans in letzter Minute noch entrissen - Am Ende bleibt wieder mal der zweite Rang.

(Motorsport-Total.com) - Beide TS050 Hybrid lagen abwechselnd in Führung und lieferten sich einen aufregenden Kampf mit dem Porsche #2. Anthony Davidson, Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima befanden im Wagen #5 auf Siegkurs, als sich ein unfassbares Last-Minute-Drama abspielte. (So lief das Rennen)

Zu Beginn der vorletzten Runde erlitt das Auto mit Kazuki am Steuer einen plötzlichen Leistungsverlust. Trotz aller Versuche, die Leistung wiederherzustellen, beendete der Wagen die Runde in langsamem Tempo und kam schließlich auf der Zielgeraden zum Stehen. Zwar gelang es, das Auto wieder zum Laufen zu bringen, aber die letzte Runde wurde so langsam beendet, dass #5 nicht mehr gewertet wurde. (Chronologie des Rennens)

Das Schwesterfahrzeug mit Stephane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi lag selbst lange in Führung. Gegen Ende des Rennens tauchten Probleme auf und das Trio wurde Zweiter hinter dem siegreichen Porsche mit der Startnummer 2. Beim 18. Antreten von Toyota in Le Mans seit 1985 gelang damit der sechste Podiumsrang, darunter fünf zweite Plätze.

Packender Kampf mit Porsche

Es war eines der spannendsten Rennen in der Geschichte von Le Mans. Drei Wagen kämpften über die gesamte Distanz intensiv um den Sieg. Der neue TS050 Hybrid ging nicht als Favorit ins Rennen, zeigte sein Potenzial aber mit hoher Pace. Größere Effizienz im Verbrauch erlaubte 14 Runden pro Stint, während die Konkurrenz schon jeweils eine Runde früher zum Nachtanken an die Boxen musste. Das wiederum verminderte die Anzahl an Stopps und trug so zu einem faszinierenden Kampf um den Sieg bei.

Vor dem abschließenden Drama hatten die TS050 Hybrid kaum Probleme: Wagen #5 musste wegen Reifenvibrationen früh im Rennen einen zusätzlichen Stopp einlegen, während #6 durch eine kleine Reparatur der Karosserie eine halbe Minute verlor, die einer Kollision mit einem überrundeten Fahrzeug geschuldet war.

Nach 20 Stunden Vollgas-Racing lagen die drei Führenden keine 30 Sekunden auseinander. Doch dann verabschiedete sich #6 aus dem Kampf um Platz zwei und bog für eine Reparatur der Karosserie in die Boxengasse ein. Nach neun Minuten nahm das Auto das Rennen auf einem komfortablen dritten Platz liegend wieder auf.

Das Team konnte sich in einem aufregenden Finale jedoch keine Atempause gönnen. Alles lief für Toyota: Nummer 5 hielt den Rivalen auf Distanz, als 260.000 Fans ungläubige Zeugen eines der größten Dramen in der Geschichte von Le Mans wurden. Als Teil der Vorbereitung auf die 24 Stunden von Le Mans 2017 hat das Team umgehend damit begonnen, die Ursachen der Probleme genau zu analysieren.

Stimmen nach dem Rennen

Toshio Sato, Team Präsident: "Ich bin so unglaublich stolz auf die Arbeit des Teams. Nicht erst seit heute, sondern schon seit Le Mans im letzten Jahr. Vielen Dank an die Mannschaften in Higashi-Fuji und in Köln und ebenso an unseren Partner Oreca. Wie wir mittels Entwicklung eines neuen Chassis und eines neuen Triebwerkes in sehr kurzer Zeit auf die schmerzliche Enttäuschung von 2015 reagiert haben, ist wirklich beeindruckend. Die Vorstellung des TS050 Hybrid war stark. Wir sind als Team aufgetreten und haben an denkwürdigen 24 Stunden in Le Mans teilgenommen. Meine Gratulation an Porsche für den Sieg. Ich kann unsere Gefühle heute nicht beschreiben. Es zerreißt mir das Herz, aber wir werden noch stärker und entschlossener zurückkehren, um das Rennen zu gewinnen.?

Stimmen Startnummer 5


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Anthony Davidson: "Es war das unglaubliche Ende eines schwierigen Rennens. Ein Ende, das man niemals erfinden könnte. Niemand würde so ein Ende in einem Film glauben. So etwas aber tatsächlich zu erleben ist furchtbar hart, aber das macht uns nur stärker und wir werden zurückkommen."

Sebastien Buemi: "Es ist schwer, die passenden Worte zu finden. Wir haben das Rennen kontrolliert und waren so nahe dran an unserem Ziel. Es ist das größte Rennen des Jahres, darum fällt es umso schwerer, das alles zu akzeptieren. Für das ganze Team ist es wahnsinnig enttäuschend; wir waren perfekt vorbereitet und hatten ein Auto, mit dem wir siegen konnten. Nun freuen wir uns aufs nächste Jahr und das Ziel ist vollkommen klar."


Fotos: 24 Stunden von Le Mans, Rennen


Kazuki Nakajima: "Erst einmal möchte ich dem gesamten Team danken - wir haben alles richtig gemacht. Das Auto fuhr sich sehr gut. Es war gegen Ende nicht leicht, den Porsche #2 nur 30 Sekunden hinter sich zu wissen, aber wir waren schnell genug und hatten alles im Griff. Es fehlten nur zwei Runden. Es ist so schade, dass wir die Trophäe nicht haben. Das Team hat es verdient, zu gewinnen. Als ich der karierten Flagge in meiner letzten Runde entgegenfuhr, waren die Streckenposten und die Fans sehr nett. Das hat mich wirklich berührt. Dafür möchte ich mich bedanken. Lasst uns noch stärker wiederkommen und diese Trophäe holen!"

Stimmen Startnummer 6

Stephane Sarrazin: "Es ist unfassbar; die Führung im letzten Moment zu verlieren, ist wirklich unglaublich. An so etwas denkt man nicht einmal in seinen schlimmsten Albträumen. Das Team hat großartige Arbeit geleistet. #6 war schnell und hat 20 Stunden lang um die Führung gekämpft. Wir haben gezeigt, dass wir ein gutes und schnelles Auto und ein starkes Team haben. Aber es war ein unglaubliches Ende."

Mike Conway: "Ich habe ganz gemischte Gefühle. Der zweite Platz ist okay, aber wir fühlen alle mit #5. Sie fuhren ein tolles Rennen, das sie kontrolliert haben. Jeder konnte sehen, wie fassungslos sie waren und sie tun mir wirklich leid. Wir haben das ganze Rennen lang vorne mitgekämpft, von daher war es also eine gute Performance des Autos. Es ist in Ordnung, ein Auto auf dem Podium zu haben, aber natürlich wollten wir mehr.

Kamui Kobayashi: "Leider war unser zweiter Platz nicht das, was wir wollten. Wir sind hierhergekomen, um zu gewinnen. Daher bin ich nicht glücklich. Wir konnten zeigen, wie gut unser Auto ist, und wir haben die schnellste Rundenzeit erzielt. #5, die Crew, die Fahrer und Ingenieure tun mir wahnsinnig leid. Sie haben ein tolles Rennen gefahren, sich immer wieder durchgekämpft und sie hätten den Sieg wirklich verdient."

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25.01. 21:15

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