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24 Stunden Nürburgring: Das Rennen des Jahres

Das 24-Stunden-Rennen am letzten Juni-Wochenende in der "Grünen Hölle" wirft seine Schatten voraus - 210 Fahrzeuge versprechen reichlich Action

(Motorsport-Total.com) - Noch anspruchsvoller, noch hochkarätiger, noch attraktiver: Das sind die Rahmendaten für die 39. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring, das vom 23. bis 26. Juni Fans und Aktive gleichermaßen in Atem halten wird. Die besten Nordschleifen-Asse werden sich am Fronleichnamswochenende auf der 25,378 Kilometer langen Rennstrecke mit internationalen Top-Piloten einen interessanten Schlagabtausch liefern.

Momentaufnahme des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring 2010

Faszination 24 Stunden: Am letzten Juni-Wochenende ist es wieder soweit Zoom

Wenn Rennleiter Walter Hornung am Samstag um 16:00 Uhr die Startampel auf Grün schaltet, dann gehen in dem 210 Fahrzeuge umfassenden Starterfeld fast 70 Teams an den Start, die sich berechtigte Hoffnungen auf Top-Platzierungen machen. Audi, BMW, Mercedes, Porsche, Volkswagen, Lamborghini, Lexus, Ferrari: Das sind die trockenen Zutaten für das Rennen des Jahres.

Selbst langjährige Organisatoren geraten bei den Eckdaten des Events 2011 ins Schwärmen. "Das 24-Stunden-Rennen ist ein Event der Superlative", beschreibt Organisationsleiter Peter Geishecker und präzisiert: "Ich kenne wirklich fast alle Rennstrecken der Welt, aber nicht so etwas wie die Stimmung an der Nordschleife. Wir haben schon bei den VLN-Rennen gesehen, dass das Interesse in diesem Jahr nochmals gestiegen ist. Ich bin mir sicher, dass wir ein tolles
Rennen erleben werden."

Treffen der Fahrzeug- und Fahrer-Elite

Im Mittelpunkt des Interesses steht der Kampf der "Großen Vier". Vorjahressieger BMW schickt die Erfolgsmannschaft aus 2010 mit dem überarbeiteten M3 GT zur Titelverteidigung ins Rennen. Audi, im vergangenen Jahr von Ausfällen gebeutelt und dennoch mit einem Youngster-Team als Dritte auf dem Podium, strebt nach mehr: Dieses Mal soll einem der R8 LMS GT3 von Abt und Phoenix der große Coup gelingen.

Porsche, mit dem Manthey-Team als Speerspitze, sah im Vorjahr lange Zeit wie der sichere Sieger aus, bis die gnadenlose Rennstrecke in der Eifel ihren Tribut forderte und die Top-Fahrzeuge nach und nach dahinraffte. Newcomer AMG-Mercedes hat eine ganze Reihe Kundenteams mit dem neu konzipierten SLS AMG GT3 beliefert - und der zeigte bei den VLN-Läufen bereits eine überragende Performance.

Einer der wichtigsten Faktoren auf der Nordschleife ist alljährlich der Pilot selbst. Nur wer auf der über 25 Kilometer langen Runde jede Bodenwelle und jede der über 70 Kurven bestens kennt, kann ein Fahrzeug im Renntempo und dennoch schonend durch Tag und Nacht tragen.

Pedro Lamy, Uwe Alzen, Augusto Farfus

Das BMW Team tritt als Titelverteidiger in der "Grünen Hölle" an Zoom

Uwe Alzen, der mit Jörg Müller, Augusto Farfus und Pedro Lamy als Titelverteidiger antritt, weiß davon ein Lied zu singen. "Das 24-Stunden-Rennen 2010 war turbulent", erinnert er sich. "Wir hatten natürlich etwas Glück, aber unser Sieg war einfach grandios. Wir haben über den Winter unsere Arbeit gemacht. Das Resultat ist ein tolles Auto, das problemlos läuft", schickt er bereits eine Kampfansage an die versammelte Konkurrenz.

Überhaupt ist die Starterliste für die Ausgabe 2011 mit reichlich Namen hochkarätiger Piloten gespickt, die in Tourenwagen und GT-Fahrzeugen, Sportwagen, Formel 1 und Rallyesport um Siege und WM-Punkte kämpften. Rallye-Weltmeister Carlos Sainz, die DTM-Champions Mattias Ekström und Timo Scheider oder die Ex-Formel-1-Pilot Mika Salo sind nur einige Beispiele.

Manthey schickt Hybrid-Porsche ins Rennen

Was die hochkarätigen Fahrzeuge betrifft, so geht das Manthey-Team in diesem Jahr mit einem Hybrid-Porsche 911 und dem Top-Fahrerquartett Marc Lieb/Timo Bernhard/Romain Dumas/Lucas Luhr an den Start. "Mit der Entwicklung des neuen Hybrid-Porsche haben wir einen Riesenschritt nach vorn gemacht", offenbart Lieb. "Das Auto hat weniger Gewicht und gleichzeitig mehr Leistung bekommen. Es geht also richtig vorwärts", freut sich der Deutsche.

Während bei Porsche jede Menge Langestreckenerfahrung im Cockpit zusammenkommt, setzt Audi betont auf den Nachwuchs. Luca Ludwig, Sohn von DTM-Legende Klaus Ludwig, fährt beim diesjährigen 24-Stunden-Rennen gemeinsam mit Christopher Mies und Christer Jöns sowie Routinier Christian Abt einen R8 LMS des Abt-Teams und ist von der Philosophie der Ingolstädter angetan. "Ich finde es großartig, dass Audi uns jungen Fahrern eine Chance gibt. Für mich ist dieser Start im Werksteam eine große Herausforderung", so Ludwig junior.

Teamkollege Markus Winkelhock, der für Phoenix ins Lenkrad eines Audi R8 LMS greifen wird, ist vom Rennen seit seinem Premierenstart im Vorjahr begeistert. "Das 24-Stunden-Rennen ist eine Mega-Veranstaltung", sagt Winkelhock, der bei seinem ersten Start prompt als Dritter aufs Podium fahren konnte. "Ich bin im Vorjahr zum ersten Mal dort gestartet und hatte noch nie so viel Spaß. Jetzt bin ich jedenfalls hoch motiviert und will auf dem Treppchen noch weiter nach oben klettern. Die zwei VLN-Rennen, die ich bis jetzt gefahren bin, waren eine gute Vorbereitung und ich habe Runde für Runde dazu gelernt", so der Audi-Pilot mit Blick auf die herausfordernde Strecke.

Hannes Plesse

Mercedes gehört mit dem SLS AMG GT3 in diesem Jahr zu den Favoriten Zoom

Im Mercedes-Lager plant man derweil, die Performance der VLN-Läufe auch beim 24--Stunden-Rennen zu bestätigen. Kenneth Heyer, der gemeinsam mit Thomas Jäger und Jeroen Bleekemolen einen der drei von Black Falcon eingesetzten SLS AMG GT3 pilotiert, stellt klar: "Wir sind kein Werksteam. Dennoch sind wir gut aufgestellt und unser SLS sollte durchfahren. Natürlich müssen wir abwarten wie es beim 24-Stunden-Rennen läuft, aber bis jetzt funktionierte alles sehr gut."

Der SLS ist nach Aussage Heyers "relativ einfach zu fahren und macht großen Spaß". Die Mercedes-Taktik ist auf dem Papier zumindest klar: "Wir werden uns an der Spitze orientieren", sagt Heyer, der sich allerdings bewusst ist, dass sich beim 24-Stunden-Rennen "ganz schnell alles ändern kann".

Privatiers warten auf ihre Chance

Im Gegensatz dazu ist das Ferrari-Projekt der Scuderia Cameron Glickenhaus, für die Salo gemeinsam mit Nicola Larini, Luca Cappellari und Fabrizio Giovanardi antritt, ein Beispiel für die bemerkenswerte Kombination der Gesamtsiegprojekte mit außergewöhnlichen Privatteams. "Unser Ziel ist es, beim 24-Stunden-Rennen Spaß zu haben", stapelt Teamchef Paolo Garella tief. "Das haben wir von Anfang an gesagt. Wir werden definitiv hinter den großen, schnellen Teams sein, aber uns ist es wichtig, dass wir alles richtig machen, Spaß haben, Erfahrungen sammeln und unsere Leidenschaft mit vielen Leuten teilen können."

Dass gerade solche Teams das Zünglein an der Waage sein können, bewies im vergangenen Jahr das Farnbacher-Team. Die Mannschaft, die in diesem Jahr einen Ferrari F458 Italia an den Start bringt, profitierte dank konstanter Performance vom großen Favoritensterben und holte einen sensationellen zweiten Platz: In diesem Jahr treten Dominik Farnbacher, Marco Seefried, Allan Simonsen und Jaime Melo als Speerspitze der Privatiers an, um möglichst ein ähnliches Ergebnis einzufahren.

Frank Kechele, Ferdinand Stuck

Im Lamborghini Gallardo von Stuck³ feiert "Strietzel" Stuck seinen Abschied Zoom

Derweil nimmt Hans-Joachim "Strietzel" Stuck, Sieger des ersten 24-Stunden-Rennens im Jahr 1970, am letzten Juni-Wochenende Abschied vom aktiven Rennsport. Im Reiter-Lamborghini Gallardo des Teams Stuck³ tritt der gemeinsamen mit seinen beiden Söhnen Johannes und Ferdinand an. "Ich bin happy, dass ich gemeinsam mit meinen beiden Söhnen an den Start gehe. Diese Idee ist lange gereift", sagt "Strietzel".

"Für mich persönlich ist die wichtigste Entscheidung bereits gefallen: Ich habe meine Karriere auf dem Nürburgring begonnen und in diesem Jahr soll sie dort enden", so Stuck weiter. "Nach 43 Jahren werde ich also mein letztes großes Rennen dort bestreiten. Wir wissen, dass beim 24-Stunden-Rennen nicht der Schnellste, sondern der Cleverste gewinnt. Ich selbst war von Tipps von meinem Vater nie so begeistert, aber wenn meine Söhne zu mir kommen und mich fragen, dann gebe ich ihnen natürlich gerne Hinweise. Letztendlich müssen sie aber selbst fahren."

"Balance of Performance" eine Wissenschaft für sich

Das große Starterfeld raubte dem Veranstalter im Vorfeld so manche Minute Schlaf. "Unsere Vorbereitungen für das diesjährige 24-Stunden-Rennen begannen schon in der Woche nach dem Event 2010", erklärt Rennleiter Hornung. "Nun stehen wir in den Startlöchern
und sind bereit für diese große Herausforderung: Rund 800 Rennfahrzeuge am Wochenende - das ist ein gigantisches Programm", verweist der auf den organisatorischen Aufwand vor dem Hintergrund der Vielzahl an Fahrzeugen inklusiver aller Rahmenrennen. Für Hornung selbst markiert das Wochenende zudem die erste Veranstaltung in der Doppelfunktion als Rennleiter und Sportleiter des ADAC Nordrhein.

Unterdessen bereitet das Teilnehmerfeld in diesem Jahr auch Christian Schacht, Generalsekretär Automobilsport beim Deutschen Motorsport Bund (DMSB), Kopfzerbrechen. "Das Reglement so zu erstellen, dass Chancengleichheit gewährleistet wird, ist eine schwierige und manchmal undankbare Aufgabe", gesteht Schacht und präzisiert: "Es sind unglaublich viele Autos in der Lage, auf das Treppchen zu fahren. Für uns gilt es, sie zusammenzuführen."

"Wir müssen 70 Fahrzeuge einstufen und gegebenenfalls individuelle Lösungen finden", so Schacht weiter. Durch die "Balance of Performance" werden zum Beispiel aerodynamische Anbauteile und Fahrzeuggewichte aufeinander abgestimmt. "So können Autos, die eigentlich nicht zusammenpassen, gemeinsam Rennen fahren."

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