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Pirelli: Formel-1-Technik in der Superbike-WM?

01. November 2017 - 10:48 Uhr

Zuletzt zog Pirelli die Entwicklung an und schickte F1-Techniker zu einem WSBK-Event - Die Zielstellung dieser Maßnahme ist aber weniger exotisch als gedacht

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Pirelli nutzt die Superbike-WM für die Entwicklung der Serienreifen
© Kawasaki

(Motorsport-Total.com) - Pirelli treibt aktuell die Entwicklung für die Zukunft voran, indem 2018er-Mischungen getestet werden. Zuletzt starteten die Italiener beim Rennwochenende in Portimao eine Großoffensive, denn durch den Montagstest blieb genug Testzeit, um mit speziellen Entwicklungen Erfahrungen zu sammeln. Dazu nutzte man auch die Ressourcen des Formel-1-Projekts und schickte ein mobiles Labor an die Algarve.

Im WSBK-Fahrerlager zog der zweite schwarze Truck einige Blicke auf sich. "Wir haben ein mobiles Labor dabei, das wir normalerweise in der Formel 1 nutzen", verrät Pirelli-Manager Giorgio Barbier im Gespräch mit 'GPOne.com'. "Wir führen mit jedem Reifen nach jeder Session wichtige Tests durch. Es ist extrem wichtig, dass wir wissen, wie die Reifen arbeiten. Wir müssen verstehen, wie sie auf die unterschiedlichen Motorräder, harte Belastungen und verschiedene Temperaturen reagieren."

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"Wir möchten den Rennsport dazu nutzen, um Produkte zu entwickeln, die an Motorrädern verwendet werden, die überall zum Einsatz kommen und nicht nur für teure Maschinen oder Prototypen in geringer Stückzahl. Unser Markt ist echt", betont Barbier und stellt klar: "In der Formel 1 gibt es für die Forschung extreme Investitionen. In der Motorradwelt ist das undenkbar."

Auch in Zukunft konzentriert sich Pirelli im Motorradsport auf die Superbikes. Ein Engagement in der MotoGP ist nicht geplant. Pirelli hat dafür gute Gründe: "Natürlich ist das Image der MotoGP stärker als das der Superbike-WM. In der MotoGP promoten Ikonen wie (Valentino) Rossi bestimmte Marken und die Kunden fühlen sich dadurch enger mit ihrem Idol verbunden. Doch wir möchten Reifen in allen Größen und Varianten entwickeln - von der Supersport 300 mit 110er-Vorderreifen bis zu den Superbikes mit ihren 200er-Hinterreifen. Pirelli möchte alle Nutzer zufriedenstellen", so Barbier.

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