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Vorderreifen-Debatte: Jorge Lorenzo gegen alle

19. Mai 2017 - 16:38 Uhr

Jorge Lorenzo möchte am 2017er-Vorderreifen festhalten, obwohl die meisten Fahrer die 2016er-Konstruktion bevorzugen - Sicherheitskommission soll Urteil fällen

Jorge Lorenzo
Jorge Lorenzo ist kein Fan der harten Vorderreifen aus der vergangenen Saison
© GP-Fever.de

(Motorsport-Total.com) - Beim Montagstest in Jerez konnten die MotoGP-Piloten verschiedene Vorderreifen miteinander vergleichen, um die Richtung für den Rest der Saison vorzugeben. Einige Fahrer, unter anderem auch WM-Leader Valentino Rossi, wünschten sich die Vorderreifen-Konstruktion zurück, mit der Ende der vergangenen Saison gefahren wurde. Die 2017er-Vorderreifen haben im Vergleich zur beim Saisonfinale in Valencia verwendeten Version eine weichere Karkasse, die mehr Gefühl vermitteln soll, dafür aber beim Bremsen weniger Stabilität bietet.

Rossi haderte seit der Umstellung mit dem Gefühl fürs Vorderrad. Deshalb wünscht sich der 38-jährige Italiener die alten Vorderreifen zurück: "Der Unterschied ist nicht groß, doch unterm Strich ist der Reifen besser", erklärt der "Doktor", der von Weltmeister Marc Marquez unterstützt wird: "Der alte Reifen kann einiges besser und nichts schlechter. Er verhält sich stabiler und das mag ich. Deshalb bevorzuge ich ihn."

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Honda-Teamkollege Dani Pedrosa sieht die Sache etwas anders: "Es ist schwierig, einen auszuwählen", grübelt der leichteste Pilot im MotoGP-Feld, der von der härteren Konstruktion weniger profitiert als der aggressiv fahrende Marquez. Und auch LCR-Pilot Cal Crutchlow muss noch genau überlegen, welchen Reifen er bevorzugt. Der Brite würde sich aber im Zweifel auf beide Versionen einstellen.

"Beide Reifen haben Vor- und Nachteile. Meiner Meinung nach ist der alte Reifen besser. Ich treffe aber nicht die Entscheidung. Wir müssen mit dem Material fahren, was uns bereitgestellt wird", kommentiert Crutchlow. "Ich weiß nicht, wie es entschieden wird. Aber wir Fahrer wurden und werden dazu befragt. Ich weiß nicht, wie es weitergeht."

Valentino Rossi
Valentino Rossi ist einer der Fahrer, der sich die 2016er-Reifen zurückwünscht
© GP-Fever.de

Eine Entscheidung soll in der Sicherheitskommission gefällt werden. Kann sich Jorge Lorenzo, der unbedingt am 2017er-Reifen festhalten möchte, gegen den Rest des Feldes durchsetzen? "Es wäre fair, wenn jeder Fahrer zwischen dem Standard-Reifen und der älteren Version entscheiden könnte", bemerkt der Ducati-Werkspilot, der mit seinem sanften Fahrstil die Vorteile des weicheren Vorderreifens nutzen kann.

"Die ältere Variante ist steifer. Man kann damit später und härter bremsen. Der neue Reifen bietet mehr Haftung", vergleicht Lorenzo und spielt Rossis Wunsch an, die 2016er-Vorderreifen zurückzuholen: "Die Beschwerden einiger Fahrer sorgten dafür, dass die Reifen geändert werden, um diese Fahrer glücklich zu machen. Doch die Fahrer, die den anderen Reifen bevorzugen, sollte man ebenfalls glücklich machen. Wenn jeder jeweils zwei Reifen erhält, wäre das am besten für alle." Ob sich Michelin darauf einlässt, darf bezweifelt werden.

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