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Motorrad-WM bleibt auf dem Sachsenring

02. Dezember 2011 - 14:09 Uhr

Die Zukunft der Motorrad-WM auf dem Sachsenring ist gesichert - Als Veranstalter treten die Sachsenring Rennstreckenmanagent Gesellschaft (SRM) und der ADAC auf

Stefan Bradl
Moto2-Weltmeister Stefan Bradl wird auch in Zukunft vor über 200.000 Fans fahren
© motorradrennen.com

(Motorsport-Total.com/SID) - Die Motorrad-WM und Weltmeister Stefan Bradl machen auch im kommenden Jahr am Sachsenring halt. Am Freitag gaben der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich und ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk an der Strecke unter dem Jubel von hunderten Fans die Rettung des Rennens bekannt und beendeten damit ein wochenlanges Zittern und Bangen um die Zukunft der Kultveranstaltung.

"Bei allem Spaß am Sport waren es schwierige Verhandlungen. Es ist uns für 2012 erstmal gelungen. Ich möchte mich bei der Staatskanzlei als ehrlichem Ansprechpartner bedanken", sagt Tomczyk in der Boxengasse. Zunächst wurde nur für die kommende Saison eine Lösung gefunden. Allerdings gebe es laut Tomczyk, "eine Basis, um für weitere Jahre zu verhandeln".

Die Vertragsverlängerung mit dem spanischen WM-Vermarkter Dorna ist zwar noch nicht perfekt, allerdings besteht bereits eine mündliche Vereinbarung. Der Rest ist Formsache. Als Veranstalter treten künftig die Sachsenring Rennstreckenmanagement Gesellschaft (SRM) und der ADAC auf. Als Geschäftsführer der SRM, die mehreren am Sachsenring liegenden Ortschaften und dem Landkreis Zwickau gehört, fungiert Wolfgang Streubel.

"Nachdem der Himmel eingestürzt ist, ist es umso schöner, dass wir im Advent hier ein positives Erlebnis feiern können. Es wäre ja schlimm gewesen, wenn wir im 85. Jahr des Sachsenrings keinen Grand Prix hätten erleben können", sagt Streubel am Freitag. Der Bürgermeister von Gersdorf hofft, dass es mit dem Rennen über 2012 hinaus weitergeht: "Wir bauen auf den Zuschauerzuspruch, damit der Grand Prix dauerhaft hier bleiben kann."

Auch Ministerpräsident Tillich war die Erleichterung deutlich anzumerken. "Als Jugendlicher bin ich mit dem Moped zum Sachsenring gefahren. Genauso wie es den Fans gegangen ist, ist es auch mir gegangen, als ich gehört habe, dass der Grand Prix nicht mehr hier stattfinden soll", sagt der CDU-Politiker: "Wir haben alle nach Lösungen gesucht. Rückschläge sind für uns Sachsen nicht neu, aber wir sind immer wieder aufgestanden. Die Fans haben genau das richtige Motto verfolgt."

Mitte September hatte der lokale Veranstalter ADAC Sachsen entschieden, das Rennen auf dem Kurs nahe Hohenstein-Ernstthal im kommenden Jahr wegen finanzieller Bedenken nicht mehr auszurichten. Es folgte eine Welle der Entrüstung, die Motorrad-Fans machten im Internet mobil und protestierten mit Plakaten an der Strecke gegen das drohende Aus für den einzigen deutschen Grand Prix.

Letzlich mit Erfolg. Der ADAC, das Land Sachsen und die SRM haben eine Lösung gefunden, über finanzielle Details der Vereinbarung wurden keine Angaben gemacht. Damit steht der PS-Party am Fuße des Ankerbergs nichts mehr im Wege. Auch im kommenden Jahr werden wieder mehr als 200.000 Menschen an den Traditionskurs pilgern und Aufsteiger Bradl bei seinem ersten Deutschland-Rennen in der Königsklasse MotoGP zujubeln.

Alleine am Rennwochenende sollen die benachbarten Kommunen und Unternehmen mehr als 20 Millionen Euro einnehmen. Auch deshalb war nicht nur der Sachsenring Rennstreckenmanagent Gesellschaft daran gelegen, dass es weitergeht. Die Fans bekamen schon lange vor dem Grand Prix, der am 8. Juli 2012 über die Bühne gehen wird, einen Vorgeschmack auf die nächste Auflage. Zur Feier des Tages gab es am Sachsenring Freibier.

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