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Jorge Lorenzo: "Gemischte Gefühle" beim Yamaha-Abschied

Valencia ist für Jorge Lorenzo Ende und Neubeginn: Ducati hat bei der Entwicklung der 2017er-Maschine bereits Lorenzos Fahrstil einbezogen

(Motorsport-Total.com) - Die Zusammenarbeit von Yamaha und Jorge Lorenzo endet am Sonntagnachmittag nach neun Jahren. Von 2008 an erhielt Lorenzo von Yamaha Werksmaterial und bedankte sich mit 43 Siegen und drei WM-Titeln bei den Japanern. Beim finalen Einsatz am Sonntag könnte Lorenzo Sieg Nummer 44 sicherstellen und sich damit weltmeisterlich verabschieden. Die Erwartungen vor dem 18. Rennwochenende der Saison 2016 sind hoch.

Jorge Lorenzo

Kann Jorge Lorenzo am Wochenende in Valencia den 44. Sieg mit Yamaha feiern?

Das Kapitel Ducati möchte Lorenzo noch nicht in seinen Kopf lassen. "Ich habe gemischte Gefühle. Ich bin ein Mensch, der immer in der Gegenwart lebt. Dieses Wochenende ist die Gegenwart. Es geht darum, diese lange Zusammenarbeit mit Yamaha bestmöglich zu beenden", betont der Spanier vor dem Saisonfinale.

"Yamaha brachte meine Karriere weiter. Wir fahren jetzt auf einer Strecke, die mir in den vergangenen Jahren sehr lag. Wir dürften gute Chancen haben, um den Sieg oder wenigstens um ein Podium zu kämpfen, wenn die Reifen gut funktionieren und das Wetter so bleibt", bemerkt Lorenzo, der sich am Sonntagnachmittag von seiner Crew verabschieden wird. Der Großteil bleibt bei Yamaha. Bei Ducati erhält Lorenzo viele neue Crewmitglieder.

"Es ist ein merkwürdiges Gefühl, weil es viele Jahre mit den gleichen Leuten, dem gleichen Team und dem gleichen Motorrad waren. Und plötzlich muss man wechseln und neue Dinge entdecken. Aber so ist es. Nun stehen drei Tage mit Yamaha bevor. Wenn ich am Sonntag um 15 Uhr das Rennen beendet habe, werde ich an das nächste Motorrad denken", so Lorenzo, der seinem Team einen Abschiedsbrief geschrieben hat, der vor dem Beginn des finalen Rennwochenendes veröffentlich wurde.

Bei Ducati fiebert man Lorenzos Ankunft gespannt entgegen. Der dreimalige MotoGP-Champion soll Ducati endlich wieder einen WM-Titel bescheren. Doch durch den Vertrag mit Yamaha darf Lorenzo nur beim Nachsaisontest in Valencia auf die Desmosedici steigen. Weitere Tests im November wird es nicht geben.

Jorge Lorenzo

Lorenzo und Crewchief Ramon Forcada gehen ab Sonntag getrennte Wege

"Leider können wir mit Jorge in diesem Jahr nur zwei Tage in Valencia testen. Danach wird er erst Ende Januar in Sepang wieder auf dem Bike sitzen", bedauert Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti, der sich keine Sorgen macht, denn Ducati-Rennleiter Luigi Dall'Igna kennt Lorenzo aus der Zeit in der 250er-WM. "Wir haben seinen Fahrstil bei der Entwicklung des Bikes daher auch berücksichtigt", verrät Ciabatti.

"Aber ich glaube, wir haben bereits bewiesen, dass man auf unserem Motorrad mit unterschiedlichen Fahrstilen erfolgreich sein kann, denn Dovizioso und Iannone fahren ziemlich unterschiedlich. Wir wollen ein Motorrad bauen, das zu jedem Fahrer passt. Wir wissen, dass wir noch immer Schwierigkeiten haben, wenn wir die Bremse lösen, und auch am Kurveneingang. Daran haben wir am meisten gearbeitet. Hoffentlich sehen wir da gute Ergebnisse", erklärt Ciabatti.

Die 2017er-Ducati baut auf der erfolgreichen Desmosedici aus der Saison 2016 auf. "Die größte Änderung gab es zwischen 2014 und 2015. Das aktuelle Bike ist eine Evolution, und 2017 wird eine weitere", stellt Ciabatti klar. "Es gibt einige wichtige Änderungen beim Chassis und beim Motor, aber das Konzept des Motorrads ist sehr ähnlich. Natürlich sind wir alle gespannt darauf, was Jorge auf unserem Bike erreichen kann! Ich denke, dass es eine sehr interessante Saison für uns werden wird."


Fotos: MotoGP in Valencia, Pre-Events


"Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit dem 2017er-Bike noch einmal konkurrenzfähiger sein werden", hält der Ducati-Sportdirektor fest. Mit Andrea Dovizioso erhält Lorenzo einen nicht zu unterschätzenden Teamkollegen, der beim vergangenen Rennwochenende in Sepang seinen zweiten MotoGP-Sieg feierte. "Dovi" musste sieben Jahre auf einen Sieg warten. Die Entwicklung bei Ducati stimmt den Italiener optimistisch für die kommende Saison.

Andrea Dovizioso

Andrea Dovizioso ist gespannt, was Lorenzo bei Ducati erreichen kann

"Die beiden Siege in diesem Jahr sind sehr wichtig für uns. Wir beenden die Saison auf einem Hoch. Das ist wichtig für den Test am Dienstag, damit wir mit dem neuen Motorrad auf einem hohen Niveau weitermachen können. Es ist wichtig, ein gutes Gefühl für das neue Motorrad zu haben", berichtet Dovizioso und blickt zurück: "Ich denke, in dieser Saison erlebten alle viele Höhen und Tiefen, hauptsächlich auf Grund der Reifen. Es war nicht einfach, sich darauf einzustellen."

"Wir können auf sehr viele positive Aspekte zurückblicken. Wir machten im Vergleich zum Vorjahr Fortschritte und sind näher an Yamaha und Honda dran. Es fehlt noch ein bisschen, doch wir liegen nicht weit zurück. Ich glaube an unser Projekt und freue mich auf zwei weitere Jahre mit Ducati. Wir versuchen ein paar Dinge zu ändern, damit wir um die Meisterschaft kämpfen können", erklärt der MotoGP-Routinier.

Lorenzos Ankunft stellt für Dovizioso auch eine große Umstellung dar. "Es ist eine große Änderung und seltsam für mich, denn wir waren immer Gegner. Es begann bereits in der Europameisterschaft. Doch ich freue mich und bin gespannt, ihn auf unserem Motorrad zu sehen. Bisher fuhr er nur für Yamaha. Es ist nun eine andere Geschichte", betont Dovizioso, der in seiner MotoGP-Karriere bereits für Honda, Yamaha und Ducati fuhr.

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