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Di Grassi: Die Formel E sollte die Formel 1 nicht nachahmen

17. August 2017 - 14:00 Uhr

Laut Champion Lucas di Grassi sollte die Formel E ein Vorreiter im Motorsport sein und nicht Dinge von anderen Serien kopieren: Das sind seine Wünsche

Lucas di Grassi
Lucas di Grassi überlegt, wie es mit der Formel E weitergehen soll
© FIA Formula E

(Motorsport-Total.com) - Der amtierende Meister Lucas di Grassi macht sich Gedanken um die Zukunft der Formel E. Die Elektroserie befindet sich in nächster Zeit vor einem großen Wandel, wenn weitere große Hersteller wie Mercedes und Porsche kommen und der Autowechsel wegfallen soll. Das Gesicht der Serie wird sich unweigerlich verändern, und laut dem Brasilianer müsse man dabei eigene Wege gehen.

"Die Formel E muss Vorreiter in der Motorsportwelt sein", sagt er. Andere Serien wie die Formel 1 sollte man nicht einfach nur nachahmen. "Wir sollten unsere eigene Agenda haben, und wir sollten pushen, damit es ziemlich unterhaltsam ist", so der Abt-Pilot. Doch die Formel E muss dabei viele Kernfragen beantworten: von der Technologie und deren Entwicklung bis hin zum eigentlichen Rennen und den Strategievarianten.

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Vor allem die technische Entwicklung steht bei der Serie natürlich im Vordergrund. Die Aufnahme zahlreicher Hersteller beschleunigt diesen Prozess natürlich, allerdings besteht die Gefahr, dass es überhandnimmt. Nicht wenige sehen die Gefahr eines Wettrüstens gegeben, wenn sich Mercedes, Renault und Audi gegenseitig übertreffen wollen. Bislang hat die Serie das mit der stufenweisen Freigabe der Entwicklung gut im Griff gehabt.

"Wir müssen den richtigen Technologiepfad gehen, damit die Kosten nicht explodieren", weiß di Grassi, "und wir brauchen Autos, mit denen man um Siege kämpfen kann, auch wenn die Technologie Unterschiede aufweist." Letzteres gelang zuletzt zumindest teilweise: In der abgelaufenen Saison konnte die Hälfte aller Teams gewinnen, die Hälfte der Rennen wurde jedoch von Renault e.dams dominiert.

Auch der Brasilianer fordert Strategieelement ein

Wie sich die Rennen entwickeln werden, ist die nächste Frage. Noch eine Saison lang finden die Rennen im bekannten Format mit Autowechsel statt, bevor die Batterien so langlebig sein sollen, dass sie den kompletten ePrix durchhalten. Damit würde nach jetzigem Stand aber das wichtigste Strategieelement wegfallen, wodurch die Rennen zu einer Prozession verkommen könnten.

Aktuell sucht man jedoch nach Lösungen, und auch di Grassi findet, dass man ein strategisches Element unbedingt behalten sollte. Das Problem: "Ich weiß nicht genau, was man machen kann", zuckt er mit den Schultern. "Wir müssen keine Reifen wechseln, wir müssen nicht tanken. Wir müssen eine akzeptable Lösung finden, die die Leute aber nicht verwirrt."

Zudem würde der Abt-Pilot noch an anderen Stellschrauben drehen: Er würde den FanBoost - übrigens ein Alleinstellungsmerkmal der Formel E - fairer und wirkungsvoller machen (derzeit gibt es für drei Fahrer 100 Kilojoule im zweiten Auto zusätzlich, die sich aber nur begrenzt effektiv einsetzen lassen), und er würde auch das Wochenende besser gestalten - mit mehr Aktivitäten an der Strecke und mehr Rennen.

Rahmenserie gesucht

Dem schließt sich auch Techeetah-Pilot Jean-Eric Vergne an. Er bemängelt das fehlende Rahmenprogramm der Serie. Ab und an wurden ein paar Tests für Roborace abgehalten, ansonsten hatte die Formel E das Monopol auf der Strecke. "Wir wollen eine zweite Kategorie sehen, wie Formel E Junior, wo junge Fahrer in die Formel E kommen können", sagt der Franzose. "Das hat die Formel E derzeit nicht, und es wäre fantastisch, mehr Rennen am Wochenende zu sehen."

Langfristig ist das auch der Plan der Formel E, eine Art Juniorprogramm im Rahmen zu bieten. Im Frühjahr wurde bereits der "Formulino E" vorgestellt, der Ende des Jahres elektrischen Nachwuchssport ermöglichen soll - wenn auch noch nicht unbedingt im Rahmen der Formel E.

Und eine Sache ist di Grassi für die Zukunft noch besonders wichtig: "Wir müssen die Offenheit gegenüber dem Publikum beibehalten. Dann wird auch die Meisterschaft Erfolg haben", ist er sich sicher.

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