Las Vegas ruft: Virtuelles Formel-E-Rennen um eine Million

07. Januar 2017 - 12:15 Uhr

In Las Vegas treffen sich heute alle Piloten der Formel E, um gegen zehn qualifizierte Gamer zu fahren: Beim virtuellen Rennen geht es um eine Million Dollar

Sam Bird, Mitch Evans, Antonio Felix da Costa
Die Formel E ist in Las Vegas, um virtuell um eine Million Dollar zu fahren
© FIA Formula E

(Motorsport-Total.com) - Während die Motorsport-Welt bis auf die Rallye Dakar derzeit Pause macht, sorgt die Formel E heute für einen Event der speziellen Art. Weil zwischen dem vergangenen Rennen in Marrakesch (12. November) und dem nächsten Lauf in Buenos Aires (18. Februar) eine Lücke von mehr als drei Monaten im Kalender ist, hat man am heutigen Samstag einen speziellen Event in die Meisterschaft gefügt.

Im legendären Hotel The Venetian duellieren sich die 20 Piloten der Elektrorennserie mit zehn Sim-Racern, die sich für die Veranstaltung qualifiziert haben, um eine Million US-Dollar - das höchste Preisgeld, das es je bei einem eSports-Rennevent gegeben hat. Die Fahrer begegnen sich dabei allerdings nicht auf der richtigen Rennstrecke, sondern virtuell auf der Konsole.

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Die Formel E bewegt sich dabei im Rahmen der Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) wieder einmal auf neuem Terrain. Dass eine hochrangige Rennserie mit ihrem kompletten Fahrerfeld gegen "normale" Leute antritt, hat es bis dato nicht gegeben. Punkte wird es dafür jedoch nicht geben, stattdessen fährt man um das Preisgeld: Der Sieger bekommt 200.000 US-Dollar.

Die zehn Gamer haben sich vorher auf der "Road to Vegas" für den Event qualifizieren müssen. Jedem Sim-Racer wurde dann ein Team zugelost, für das er heute Abend an den Start gehen wird.

Formel E in Las Vegas

USA


07.01.2017
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Antonio Felix da Costa, Sam Bird und Mitch Evans
Antonio Felix da Costa, Sam Bird und Mitch Evans

Renault e.dams: David Greco (Italien)
Abt Audi: Patrik Holzmann (Deutschland)
DS Virgin: Graham Carroll (Großbritannien)
Dragon: Bono Huis (Niederlande)
Mahindra: Olli Pahkala (Finnland)
Andretti: Aleksi Uusi-Jaakkola (Finnland)
NextEV: Petar Brljak (Kroatien)
Venturi: Aleksi Elomaa (Finnland)
Techeetah: Enzo Bonito (Italien)
Jaguar: Greger Huttu (Finnland)

Mit dem 22-jährigen Patrik Holzmann geht auch ein deutscher Sim-Racer an den Start - und das ausgerechnet beim einzigen deutschen Formel-E-Team, Abt Audi: "Schon hier dabei zu sein und mich mit den echten Stars messen zu können, ist ein absoluter Höhepunkt", sagt Holzmann bescheiden, schickt aber trotzdem eine kleine Kampfansage hinterher: "Ich genieße jede Minute und das ganze Flair hier in Vegas - aber natürlich werde ich am Samstag alles geben, um den Jackpot zu knacken."

Rennprofis betreten Neuland

Für die Profis ist das Rennen in Las Vegas etwas Neues. Angesichts der Herausforderung stapeln Lucas di Grassi und Daniel Abt erst einmal tief. "Das ist völliges Neuland. Dieser Samstag ist noch schwieriger vorherzusagen als ein echtes Formel-E-Rennen", sagt der Südamerikaner, der in der aktuellen Gesamtwertung den zweiten Platz belegt.

Und auch Daniel Abt, seines Zeichens bekennender PlayStation-Fan und langjähriger Freizeitzocker, gibt zu bedenken: "Die Action am Bildschirm ist völlig anders als auf der Strecke, weil sämtliche physischen Faktoren fehlen. Da werden die Simulator-Cracks sicherlich im Vorteil sein."

Der Modus des eRace ist dem eines echten Formel-E-Rennens nachempfunden: Am Samstag werden hintereinander Freies Training, Qualifying, Superpole und Rennen ausgetragen - inklusive anschließender Ehrung auf dem Podium. Schauplatz sind die Hallen des Hotels The Venetian, die einen Teil der Messe bilden. Mit 3.000 Ausstellern, mehr als 175.000 Fachbesuchern und allein gut 6.000 Medienvertretern ist die CES eine Show der Superlative und bildet mit ihren zahlreichen Innovationen den perfekten Rahmen für die Premiere des virtuellen Rennens der Formel E.

Fünf Kilometer lange Strecke

"Das eRace ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Formel E vielen anderen Sportdisziplinen immer wieder einen Schritt voraus ist", sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt. "Wir betreiben seit mehr als sechs Jahrzehnten Motorsport auf allen Rennstrecken der Welt - aber dieses Event ist für uns eine absolute Premiere. Ich wünsche unseren drei Jungs viel Spaß und natürlich viel Glück - denn ob virtuell oder auf Asphalt: Gewinnen wollen wir immer."

Die Strecke selbst war lange Zeit ein großes Geheimnis und wurde erst kurz vorher gelüftet. In Las Vegas hat man frei von allen logistischen Zwängen einen fünf Kilometer langen Kurs designt, der alle Herausforderungen der Formel E beinhaltet: Von einer langen Gerade über den berühmten Las Vegas Strip und vorbei an bekannten Hotels und Kasinos gilt es 20 Kurven zu bewältigen.

Das Qualifying findet heute Abend um 22:25 Uhr MEZ statt, das anschließende Qualifikationsrennen über 14 Runden um 0:25 MEZ in der Nacht zum Sonntag. Um 1 Uhr startet dann das richtige Rennen über 28 Runden, bei dem es um die eine Million Dollar geht. Verfolgt werden kann das Ganze online auf Twitch oder der offiziellen Formel-E-Webseite.

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