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  • 19.05.2012 16:33

  • von Stefan Ziegler

Sieben Zehntel vor dem Rest: Chevrolet hat alles im Griff

Rob Huff vor Yvan Muller und Alain Menu: Chevrolet brummte der Konkurrenz am Salzburgring sieben Zehntel auf - Franz Engstler in Q1 abgeschossen

(Motorsport-Total.com) - Chevrolet hat der Konkurrenz beim ersten WTCC-Auftritt in Österreich einen Denkzettel verpasst. Die Favoriten lieferten sich in der Qualifikation ein Duell um die Pole-Position und fuhren dabei scheinbar in einer eigenen Liga. Auch, weil beim einzigen Werksteam der WTCC das Windschatten-Spiel perfekt funktionierte. So brummten die drei Chevrolet-Piloten ihren Verfolgern satte sieben Zehntelsekunden auf.

Titel-Bild zur News: Robert Huff, Yvan Muller

Rob Huff hielt seine beiden Teamkollegen im Qualifying von Österreich auf Distanz

Bester Verfolger der aktuellen Weltmeister war - wieder einmal - SEAT-Pilot Gabriele Tarquini (Lukoil), der jedoch nicht den Hauch einer Chance hatte, besser als Rang vier abzuschneiden. 0,699 Sekunden trennten den Italiener unterm Strich von der Pole-Position, doch immerhin war Tarquini noch schneller als der beste Privatier, Alex MacDowall (Bamboo) im vierten Chevrolet in den Top 5.

Hinter Tiago Monteiro (Tuenti) klassierte sich Stefano D'Aste (Wiechers) als solider Siebter vor Pepe Oriola (Tuenti), Tom Coronel (ROAL) und Aleksei Dudukalo (Lukoil). Letzterer erhält dank Startplatz zehn die Pole-Position für den zweiten Lauf. Franz Engstler (Engstler), der einzige Deutsche im Feld, verpasste nach einer unverschuldeten Kollision das Weiterkommen in das Top-10-Finale des Qualifyings.

Q1: Chevrolet fährt locker vorneweg

Doch der Reihe nach: Kaum war die Qualifikation auf dem Salzburgring freigegeben, da preschte Chevrolet auch schon vorneweg. Im Dreierpack spendete sich das Fahrertrio wechselnd gegenseitig Windschatten und platzierte sich dadurch rasch an der Tabellenspitze. Huff markierte in 1:28.017 Minuten eine frühe Bestzeit, ehe Muller in 1:27.346 Minuten konterte und den ersten Platz übernahm.

Dabei sollte es dann auch bleiben, denn in der verbleibenden Zeit gab es zwar noch reichlich Versuche, den neuen Topwert zu unterbieten, doch das Starterfeld scheiterte kollektiv daran. Prompt häuften sich die Fehler: Muller war schon zu Beginn kurz im Gras gewesen, während Norbert Michelisz (Zengö) quer durch die Schikane rodelte. Dort fuhr Alberto Cerqui (ROAL) gleich geradeaus.

Dessen Teamkollege Coronel legte ausgangs der genannten Passage einen Dreher auf den österreichischen Asphalt, ehe die meisten Piloten für den Schlussangriff noch einmal frische Pneus aufziehen ließen. In mehreren Windschatten-Pulks ging es dann erneut auf die 4,225 Kilometer lange Reise, doch lange hielt die Ruhe nicht an: Drei Minuten vor Schluss schepperte es in Kurve neun.


Fotos: WTCC in Salzburg


Chilton nimmt Engstler auf die Hörner

Dort war Engstler gemeinsam mit seinem Teamkollegen Charles Ng (Engstler) unterwegs, als sich das Ford-Duo um James Nash (Aon) und Tom Chilton (Aon) gleich an beiden vorbeischieben wollte. Nash schaffte dies bei der Einfahrt zu Kurve zehn, doch Chilton nahm etwas zu viel Schwung mit in diese enge Kehre und erwischte Engstler am Heck. Der Deutsche hatte keine Chance und flog ab.

Das Heck des BMW 320 TC geriet beim Aufprall sofort aus der Balance, sodass Engstler am Lenkrad drehen konnte, wie er wollte - das Kiesbett war seine Endstation. Und weil dies an einer gefährlichen Stelle der Fall war, wurde erst einmal Rot gezeigt. Nach den Aufräumarbeiten durften die restlichen Piloten dann noch einmal für drei Minuten ran. Dabei fiel die Entscheidung um die hinteren Plätze.

D'Aste und Monteiro sicherten sich als Elfter und Zwölfter das Ticket für die zweite Runde, doch Nash scheiterte um gerade einmal 0,015 Sekunden - Platz 13 für den Ford-Piloten, der damit sein Ziel für das Österreich-Wochenende knapp verfehlte. Ebenfalls vorzeitig aufhören mussten Cerqui sowie der Ungarn-Sieger Norbert Michelisz (Zengö). Pasquale di Sabatino (Bamboo) wurde im fünften Chevrolet nur 16.


Die Qualifikation am Salzburgring

Q2: Huff setzt sich erstmals 2012 durch

Die Markenkollegen des Italieners machten ihrem Fahrzeug in Q2 aber alle Ehre: Huff, Muller und Menu stürmten auch in der zehnminütigen zweiten Session vorneweg, wobei Menu sogar ohne Windschatten in 1:26.969 Minuten einen neuen Rundenrekord für den Salzburgring aufstellte. Huff machte es mit Windschatten aber noch besser und fuhr in 1:26.791 Minuten knapp auf die Pole.

Und das so souverän, dass sich die Konkurrenz gedanklich gar nicht mit der ersten Startreihe beschäftigen musste. So belauerte sich das restliche Feld gegenseitig und ging schließlich in einem kollektiven Windschatten-Pulk auf den letzten Versuch. MacDowall wurde dabei noch kurz vor dem Ablauf der Zeit von Tarquini abgefangen, sodass "nur" drei Chevrolets die Zeitenliste anführten.

Eine Sekunde hinter der Spitze sortierten sich Monteiro, D'Aste, Oriola, Coronel und Dudukalo ein, während Darryl O'Young (Special Tuning) und Mehdi Bennani (Proteam) in Q2 knapp das Nachsehen hatten. Zwischen Platz acht und Rang zwölf lagen nämlich lediglich 0,25 Sekunden. Engstler hilft aber auch das nicht: Der Deutsche startet bei seinem "Heimrennen" in Salzburg zweimal von Rang 17.