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Tänak kritisiert neue Strafen: Hybrid noch nicht für den Rallyesport gemacht!

Sollte der Elektromotor im Rahmen einer WRC-Rallye streiken, wird es ab sofort mildere Strafen geben - Laut Ott Tänak wird das "nicht viel ändern"

(Motorsport-Total.com) - Die Rallye-WM (WRC) hat die Strafen angepasst, sollte der Elektromotor der neuen Rally1-Boliden im Laufe einer Rallye den Geist aufgeben. Mildere Zeitstrafen sollen dafür sorgen, dass die Fahrer in Zukunft nicht gänzlich aus dem Kampf um Positionen ausgeschlossen werden. Ott Tänak glaubt nicht, dass das angepasste Regelbuch seinen Zweck erfüllen wird.

Ott Tänak

Ott Tänak kritisiert die Strafen für den Ausfall des Hybridsystems Zoom

Tänak war bei der Rallye Schweden im Februar der erste Pilot, dessen Elektromotor aufgrund eines Defekts ausfiel. Der Hyundai-Pilot musste die Rallye vorzeitig beenden, da das Auto aus Sicherheitsgründen aus dem Wettbewerb zurückgezogen werden musste. Tänak war zu diesem Zeitpunkt mitten im Kampf um Platz eins verwickelt, als plötzlich ein rotes Licht in seinem i20 N leuchtete.

Hätte Tänak die Rallye am Folgetag wieder aufgenommen, wären weitere zehn Minuten Zeitstrafe hinzugekommen. Dank eines Vorstoßes von Hyundai, Toyota und M-Sport-Ford wurden die Strafen angepasst. Jetzt bekommt ein Fahrer je ausgelassene Wertungsprüfung zwei Strafminuten aufgebrummt. Mit dieser Regel hätte Tänak in Schweden noch um Platz sechs kämpfen können.

Hybridsystem für Rallyesport nicht widerstandsfähig genug

Die neue Regel wird Ende April in Kroatien erstmals zum Einsatz kommen, doch der Weltmeister des Jahres 2019 sieht das Kernproblem nicht gelöst. "Die Strafen wurden geändert, doch das Problem liegt ganz woanders", sagt Tänak, der in der Gesamtwertung 41 Punkte hinter Spitzenreiter Kalle Rovanperä liegt.

"Das Hybridsystem taugt im Rallyesport aktuell noch nichts und das ist das Thema, das wir uns anschauen sollten, nicht die Strafen", stellt der Este klar. "Die Hersteller und Teams können nichts machen, wenn es eine Strafe gibt. Es liegt nicht in ihrer Kontrolle, niemand kann das kontrollieren. Die Strafen machen also keinen Unterschied."

Ott Tänak

Ott Tänak erwartet weitere Verbesserungen an der Hybrideinheit Zoom

Laut Tänak ist das Hybridsystem noch nicht widerstandsfähig genug, um in der Welt des Rallyesports zu bestehen. Deshalb fordert der Hyundai-Pilot Verbesserungen an den Hybridboxen, damit mit ihnen "Rallyes gefahren werden können". "Ich denke, dass wir uns auf die falsche Sache konzentrieren", sagt er. "Es wird geschaut, was passiert, wenn wir ein rotes Signal bekommen, aber wir sollten dieses Signal gar nicht erst erhalten."

Hyrid-Lieferant tappt im Dunkeln

Interessant: Laut Tänak hat Compact Dynamics noch immer keine Erklärung dafür, warum das Hybridsystem des Esten in Schweden ausgefallen und die Warnung angezeigt worden sei. Das bestätigt auch Hyundai-Vizeteamchef Jullien Moncet: "Es gab Untersuchungen von Compact Dynamics, aber es ist noch nicht klar, was passiert ist." Seit der Rallye Schweden sind acht Wochen vergangen.

Tänak war nicht das einzige Opfer der WRC-Regeln: Auch Elfyn Evans erwischte es im Schnee von Schweden. Jedoch war der Waliser nach einem Unfall nicht mehr in der Lage, das Hybridsystem einzuschalten. Es gab kein Signal, weshalb das Team nicht wusste, ob das Auto sicher war. Laut Evans gibt es jetzt aber eine Lösung: Das Auto soll im jedem Fall ein Signal liefern.

Ott Tänak

Für Tänak war die Rallye Schweden vorzeitig vorbei, da der Hybrid streikte Zoom

"Wir wussten, dass es am Anfang des Jahres mit diesem Einheitsteil Probleme geben könnte", sagt der Toyota-Pilot. "Es ist immer etwas härter, wenn es nicht in der Kontrolle der Teams liegt. Ich weiß aber nicht, ob es für die aktuellen Regeln eine echte Lösung gibt. Es ist eine schwierige Situation."

M-Sport ist das einzige Team, das mit seinem Ford Puma bisher keine Probleme mit dem Hybridsystem gehabt hat. Teamchef Richard Millener ist mit dem Ergebnis seitens der WRC zufrieden und spricht deshalb von einem fairen Strafenkatalog. "Wir haben eine oder zwei Minuten in Erwägung gezogen, aber dann gesehen, das zwei Minuten fairer sind. Das ist dieselbe Zeit, die es braucht, um einen Reifenschaden zu reparieren."

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