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  • 16.12.2008 15:27

Nach Subaru-Rückzug: Rallye-WM ein "Fall für zwei"

Erst Suzuki, dann Subaru: Die Rallye-WM wird 2009 nur noch mit zwei Herstellern, Citroën und Ford, über die Bühne gehen

(Motorsport-Total.com/sid) - Nach dem Ausstieg von Ex-Weltmeister Subaru ist die Rallye-WM 2009 nur noch ein "Fall für zwei". Einen Tag nach dem Rückzug des japanischen Konkurrenten Suzuki verabschiedete sich am Dienstag auch Subaru aus dem Rallyezirkus und zog damit Konsequenzen aus der weltweiten Wirtschaftskrise. Damit sind im kommenden Jahr in der WM nur noch Markenchampion Citroën und Ford werksseitig vertreten. Erst am 5. Dezember hatte sich Honda als Reaktion auf die Krise aus der Formel-1-WM zurückgezogen und sein Team zum Verkauf angeboten.

Chris Atkinson

Subaru wird 2009 nicht mehr in der Rallye-WM an den Start gehen Zoom

"Unser Geschäftsumfeld hat sich durch den schnellen Verfall der Weltwirtschaft dramatisch verändert. Um unseren Handlungsspielraum zu optimieren und die Marke Subaru zu stärken, haben wir entschieden, zum frühestmöglichen Zeitpunkt unsere WM-Aktivitäten einzustellen", sagte Ikuo Mori, Chef des Subaru-Mutterkonzerns Fuji Heavy Industries, an dem auch Toyota mit 8,7 Prozent beteiligt ist. Eigentlich hätte man wegen der zuletzt ausgebliebenen Erfolge für Ende 2009 den Abschied geplant gehabt, den aber jetzt vorziehen müssen, meinte Mori auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Tokio.#w1#

Letzte Erfolge liegen weit zurück

Subaru hatte in seinen insgesamt 19 Jahren in der Rallye-WM 1995, 1996 und 1997 dreimal in Folge den Markentitel gewonnen und auch dreimal den Fahrer-Weltmeister gestellt. 1995 hatte der Schotte Colin McRae, 2001 der Engländer Richard Burns und zuletzt 2003 der Norweger Petter Solberg triumphiert. Insgesamt kam Subaru in der Rallye-WM auf 47 Siege.

Den letzten Erfolg hatte Solberg 2005 in Wales geholt, als allerdings Weltmeister Sébastien Loeb aus Respekt vor dem tödlich verunglückten britischen Beifahrer Michael Park freiwillig auf den Sieg verzichtet hatte. Den letzten sportlich erkämpften Sieg hatte Solberg im März 2005 in Mexiko geholt. Erst im Frühjahr dieses Jahres hatten die Japaner nach zwei frustrierenden Jahren ein WRC-Auto auf Basis des neuen Impreza eingeführt, das aber auch nicht siegfähig war.

"Subarus Ausstieg aus der Rallye-WM ist ein großer Verlust, denn sie waren eine echte Ikone in diesem Sport", sagte der frühere Rallye-Chefvermarkter und Formel-1-Teamchef David Richards, dessen Firma Prodrive für den Subaru-Werkseinsatz verantwortlich war. "Das Subaru-Team hat echte Champions wie Colin McRae und Richard Burns hervorgebracht und seine Abwesenheit werden viele auf der ganzen Welt spüren."

Umstrukturierung bei Prodrive

Richards, dessen geplante Formel-1-Rückkehr im vorigen Winter gescheitert war, richtet mit Prodrive seinen Blick dennoch auf die Zukunft. Ab 2010 wird die WM, die schon im nächsten Jahr nur noch zwölf statt wie in dieser Saison 15 Läufe umfasst, durch das Verbot der WRC-Boliden und die Einführung von Autos auf Basis des S2000-Reglements deutlich günstiger. "Die neuen technischen Regeln eröffnen Prodrive eine Gelegenheit, mit einem Team in die Rallye-WM zurückzukehren, das auf 24 Jahre Erfahrung und Erfolg in der Weltmeisterschaft aufbauen kann", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme.

Kurzfristig muss Richards allerdings viele Mitarbeiter aus dem Rallyebereich, der 20 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, in andere Unternehmenszweige verschieben. Allerdings wird Prodrive weiterhin Privatteams in der Rallye-WM unterstützen. In den letzten Jahren hat das Unternehmen rund 500 Rallyeautos an mehr als 400 Kunden verkauft. Allerdings war Richards zuletzt auch als möglicher Käufer des ehemaligen Honda-Formel-1-Teams gehandelt worden.

Auch Suzuki hatte am Montag seinen Ausstieg mit der weltweiten Wirtschaftskrise und seinen damit verbundenen Absatzproblemen begründet. Weil Analysten des Hauses in der Krise eine längerfristige Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit und nicht nur eine vorübergehende Problematik sehen, will sich Suzuki auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

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