Startseite Menü

Hirvonen gewinnt in Australien

Mikko Hirvonen führt den Ford-Doppelsieg in Australien an und macht die WM spannend - Sebastien Loeb (Citroen) gewinnt die Power Stage

(Motorsport-Total.com) - Am letzten Tag der Rallye-Australien fanden noch sechs Wertungsprüfungen statt. Teamorder spielten auf den Schotter-Strecken eine Rolle. Ford drehte die Platzierung an der Spitze um. Jari-Matti Latvala bremste und ließ Mikko Hirvonen durch, der zum dritten Mal in Australien und zum zweiten Mal in dieser Saison gewann. Citroen reagierte und drehte ebenfalls die Reihenfolge um. Sebastien Loeb kam als Zehnter ins Ziel und sammelte drei Bonuspunkte in der Powerstage. Sebastien Ogier ging als Elfter leer aus.

Mikko Hirvonen

Mikko Hirvonen hat mit seinem Sieg Down Under die WM spannend gemacht Zoom

Dieser Ausgang wirbelte den WM-Stand kräftig durcheinander. Loeb führt drei Rallyes vor Saisonende mit 196 Punkten. Neuer Zweiter ist Hirvonen, der 15 Zähler Rückstand hat. Ogier fehlen nun 29 Punkte auf seinen Teamkollegen. Mit einem Doppelsieg hätte Citroen vorzeitig die Herstellerkrone gewinnen können. Nun ist der Vorsprung der Franzosen auf 62 Punkte geschrumpft.


Fotos: WRC: Rallye Australien, Sonntag


Sechs Schotter-Prüfungen wurden am Sonntag noch absolviert. Latvala musste als Erster auf die Piste gehen. Teamkollege Hirvonen begann den Tag mit 22,7 Sekunden Rückstand. Gleich auf der 21. Sonderprüfung, die über 14.83 Kilometer führte, setzte Hirvonen die Bestzeit und verkürzte den Rückstand um 5,4 Sekunden. "Das ist eine beängstigende Prüfung, weil sie so verdammt schnell ist. Ich fuhr voll, aber es war nicht sehr angenehm."

Latvala fuhr die sechstschnellste Zeit, während die größte Gefahr für Ford von Petter Solberg ausging. Der Citroen-Privatier büßte nur 2,2 Sekunden auf Hirvonen ein. "Es war sehr knifflig und an manchen Stellen sehr schlammig. Es ist ganz anders als in der Recce." Trotzdem lag der Norweger noch fast eine Minute zurück. Sein Bruder Henning (Ford) war unter der SupeRallye-Regel wieder dabei.

SS22: Überschlag von Nowikow

Anschließend folgte mit der "Plum Pudding" genannten 22. Prüfung die längste Herausforderung des Tages. 30 Kilometer mussten absolviert werden. Ewgeni Nowikow (Ford) wurde ein Opfer der schwierigsten Prüfung der Rallye. Nach 7,3 Kilometer überschlug sich der Russe bei hoher Geschwindigkeit. Loeb verlangsamte und sah sich die Unfallstelle genau an.

"Ewgeni hatte einen schweren Unfall. Sein Auto ist an einer schnellen Stelle mitten auf der Straße gestanden. Wir sind langsamer geworden, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist", schildert der neunfache Weltmeister. "Wir sind dann langsam zu Ende gefahren. Es ist schwierig, wenn man so einen schweren Unfall sieht." Dem Russen und seinem Co-Piloten ist zum Glück nichts passiert.

Ewgeni Nowikow

Ewgeni Nowikow überschlug sich auf der längsten Prüfung der Rallye Zoom

Die Bestzeit markierte Latvala und vergrößerte damit seine Gesamtführung um 2,4 Sekunden. Solberg und Hirvonen fuhren die zweit- und drittschnellste Zeit. Daniel Oliveira blieb mit seinem MINI am Straßenrand stehen. Ogier schob sich erstmals auf Platz zehn. Bevor es in die Mittagspause ging, mussten noch kurze 4,58 Kilometer absolviert werden. Auf dieser Prüfung wurde später noch die Power Stage gefahren.

Loeb hatte es nach seiner verkorksten Rallye speziell auf die Bonuspunkte abgesehen. Zur Vorbereitung auf die Power Stage fuhr er gleich einmal die Bestzeit auf der 23. Sonderprüfung. "Ich habe angegriffen, um mich auf den Nachmittag vorzubereiten", sagt der Franzose klipp und klar.

Für Ogier lief es dagegen nicht so gut. "Mir sind viele Fehler unterlaufen. Ich bin deshalb nicht glücklich." Hirvonen und Latvala fuhren die gleiche Zeit, weshalb der Abstand bei 19,7 Sekunden blieb. Henning Solberg überschlug sich bei niedrigem Tempo, konnte aber mit einer Verzögerung von drei Minuten weiterfahren.

Entscheidung fällt am Nachmittag

Am Nachmittag wurden die gleichen drei Prüfungen absolviert. Hirvonen nahm Latvala in SS24 6,3 Sekunden ab "Ich habe etwas Zeit herausgeholt und wir liegen enger beisammen. Jetzt folgt noch eine lange Prüfung. Wir werden sehen, ob ich ihn einholen kann." Henning Solberg kam mit einem gebrochenen hinteren Stoßdämpfer an seinem Ford Fiesta ins Ziel.

Die lange "Plum Pudding"-Prüfung sorgte schließlich für die Entscheidung. Hirvonen übernahm die Führung, denn Latvala blieb kurz vor dem Ziel stehen, um seinen Teamkollegen vorbeizulassen. "Ich bin vor der gelben Tafel stehen geblieben", gibt Latvala offen zu. Wir haben als Team entschieden, dass Mikko in der Fahrer-WM eine bessere Chance hat. Deshalb wollte ich ihn unterstützen. Jeder Fahrer, der gewinnen will, braucht eine taktische Herangehensweise. Ich muss das Gesamtbild sehen und dem Team helfen."

Petter Solberg

Privatier Petter Solberg schaffte wieder den Sprung auf das Podium Zoom

Hirvonen führte nun mit 15,1 Sekunden Vorsprung. "Leider hat Jari-Matti seine Titelchance schon vor ein paar Monaten verloren. Er hilft mir jetzt. Ich bedanke mich dafür, denn es hilft mir beim Titelkampf. Es ist noch ein langer Weg, aber ich habe einmal den Titel um einen Punkt verloren. Deshalb weiß ich, dass jeder Punkt zählt."

Auch Citroen reagierte auf den Ford-Schachzug. Ogier, der die Prüfung als Neunter startete, wurde hinter Loeb zurückbeordert, der nun Zehnter war. "Er ist etwas später gestartet, damit ich die Chance auf einen Punkt habe", sagt Loeb anschließend dazu. Ogier meint: "Ich habe eine Teamorder erhalten und respektiere sie." Der Franzose wurde gefragt, ob ihm die zwei verlorenen Punkte den Titel kosten könnten. "Kein Kommentar. Jeder kann sich seinen Teil denken."

Loeb gewinnt Power Stage

Damit war die Rallye entschieden. Es stand nur noch offen, wer die Bonuspunkte kassiert. Die Bestzeit in der Power Stage ging an Loeb, der damit drei wichtige Zähler sammelte. "Ich bin sehr glücklich darüber, aber ich hätte natürlich lieber viel mehr Punkte erobert. Ich habe angegriffen, um zu sehen, was ich tun kann. Ich bin zufrieden mit dieser Rallye. Für mich, meinen Teamkollegen und mein Team war es keine gute Rallye."

Während Citroen die Wunden leckte, feierte Ford den Doppelsieg. Hirvonen ging in der Power Stage allerdings leer aus. Es war sein dritter Triumph in Australien in Folge. "Mir gefällt dieser Ort. Hier ist es immer gut für uns gelaufen, aber nur weil wir ein gutes Team sind", so der Finne. "Danke an Jari-Matti. Ich muss mit diesem Tempo weitermachen, wenn ich die WM gewinnen will."

Latvala sammelte in der Power Stage noch zwei Punkte und zeigte, dass er in dieser Rallye den Speed für den Sieg hatte. "Es ist ein tolles Resultat für das Team. Natürlich wäre es toll gewesen zu gewinnen, aber diesmal hat es für mich nicht sein sollen. Hoffentlich hole ich das ein anderes Mal nach."

Sebastien Loeb

Weltmeister Sebastien Loeb hat in Australien vier WM-Punkte gesammelt Zoom

Das Podium komplettierte Petter Solberg, der auch in der Power Stage die drittschnellste Zeit fuhr. "Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich zurück auf dem Podest bin. Ich habe lange darauf gewartet. Für das Team ist es super. Es ist gut, wieder auf einem vernünftigen Tempo zu sein. Danke an das Team. Es war ein exzellentes Wochenende."

Einen unauffälligen Sonntag fuhr Matthew Wilson, der seinen vierten Platz über die Distanz brachte. Es war nach Japan 2007 sein bestes Ergebnis in der WRC. "Es war ein schrecklicher Tag, weil die Abstände nach vorne und hinten gigantisch waren. Es ist toll, dass wir jetzt im Ziel sind und ich mein bestes Ergebnis eingestellt habe." 8:45 Minuten lag er am Ende hinter Hirvonen zurück.

Khalid Al Qassimi (Ford) wurde Fünfter und schaffte somit das beste Ergebnis in seiner Karriere. Hayden Paddon wurde mit seinem Subaru Sechster und fixierte damit den Titel in der P-WRC. Loeb hatte sich am ersten Tag überschlagen und war weit zurückgefallen. Schließlich kam er auf Platz zehn ins Ziel. Sein Teamkollege Ogier wurde Elfter. Die nächste Rallye findet am ersten Oktober-Wochenende in Frankreich statt.

VW Motorsport 2018/2019

ANZEIGE
Volkswagen Pikes Peak 2018: Offene Rechnung beglichen
Volkswagen Pikes Peak 2018: Offene Rechnung beglichen

FIA Rallycross-WM 2018: Eine (fast) perfekte Saison
FIA Rallycross-WM 2018: Eine (fast) perfekte Saison

Rekordjagd am Pikes Peak: Elektro schlägt Verbrenner
Rekordjagd am Pikes Peak: Elektro schlägt Verbrenner

Video: Volkswagen stellt Rekord am Pikes Peak auf
Video: Volkswagen stellt Rekord am Pikes Peak auf

Galerie: Volkswagen beim Pikes Peak International Hill Climb
Galerie: Volkswagen beim Pikes Peak International Hill Climb
Anzeige

Motorsport bei Sport1

Sport1
Die PS Profis - Mehr Power aus dem Pott
11.01. 20:00
Die PS Profis - Mehr Power aus dem Pott
25.01. 21:15

Aktuelle Bildergalerien

WRC Rallye Australien 2018
WRC Rallye Australien 2018

WRC Rallye Spanien 2018
WRC Rallye Spanien 2018

Rallycross-WM in Buxtehude 2018
Rallycross-WM in Buxtehude 2018

Schlammschlacht bei der Rallye Großbritannien 2018
Schlammschlacht bei der Rallye Großbritannien 2018

Präsentation des Volkswagen Polo R5
Präsentation des Volkswagen Polo R5

WRC Rallye Großbritannien 2018
WRC Rallye Großbritannien 2018

Das neueste von Motor1.com

Test Porsche Macan Facelift (2018): No Diesel, no Cry?
Test Porsche Macan Facelift (2018): No Diesel, no Cry?

Tesla Model 3: Jetzt sind endlich die Preise fix
Tesla Model 3: Jetzt sind endlich die Preise fix

Über 700 PS: Der Arden AJ 23 ist ein Jaguar F-Type SVR auf Steroiden
Über 700 PS: Der Arden AJ 23 ist ein Jaguar F-Type SVR auf Steroiden

Gunther Werks 400R im Test: Luftgekühlte Neuinterpretation
Gunther Werks 400R im Test: Luftgekühlte Neuinterpretation

Audi A4 Avant 2019: Erster Erlkönig versteckt XXL-Facelift
Audi A4 Avant 2019: Erster Erlkönig versteckt XXL-Facelift

Aston Martin DB6 Volante: Oldtimer mit Elektro-Herz
Aston Martin DB6 Volante: Oldtimer mit Elektro-Herz

Motorsport-Total.com auf Facebook

Werde jetzt Teil der großen Community von Motorsport-Total.com auf Facebook, diskutiere mit tausenden Fans über den Motorsport und bleibe auf dem Laufenden! Hinweis: Auch auf Google+ sind wir natürlich präsent!