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Oh, là, là: Rétromobile Paris

Eine der größten Oldtimermessen öffnete im Februar in Paris ihre Tore. Die Rétromobile stand dieses Jahr ganz im Zeichen von Citroën

(Motorsport-Total.com/Classic-Car.TV) - Unbestritten waren die absoluten Highlights der diesjährigen Rétromobile Messe in Paris die beiden Sonderausstellungen zum 100-jährigen Jubiläum von Citroën. Zum einen zeigte die französische Marke, die 1919 gegründet wurde, einen Querschnitt durch ihre Design- und Modellgeschichte und an anderer Stelle zollte man der "Göttin" Citroën DS Tribut.

Citroën-Sonderausstellung auf der Rétromobile 2019

Großer Bahnhof für Citroën. Die Rétromobile feierte den 100. Geburtstag der französischen Auto-Ikone Zoom

Auf dem 1.200 Quadratmeter großen Stand zur Geburtstagsfeier der Marke zeigte Citroën drei verschiedene Sparten: die erfolgreichsten Serienmodelle, Konzept Fahrzeuge und eine Reihe mit Rennfahrzeugen.

Die Reihe der erfolgreichsten Serienfahrzeuge wurde vom Citroën Type A10 HP angeführt, gefolgt vom kleinen C3 5HP und dem Traction Avant. Natürlich durfte in der Reihe auch der Citroën 2CV und die DS21 Pallas nicht fehlen.

Auch Konzept-Studien wurden gezeigt

Hochinteressant waren auch die gezeigten Konzept-Studien, wie zum Beispiel der Citroën C10 von 1956, mit dem die Ente abgelöste werden sollte. André Levebre wollte ein tropfenförmiges Fahrzeug bauen, das kleiner und schneller als der 2CV sein sollte. Angelehnt war das Konzept an den Messerschmitt Kabinenroller. 1972 stellte Citroën den GS Camargue auf dem Genfer Automobilsalon vor.

Ein Konzept zu dem späteren Modell BX. Sehr futuristisch wirkt das Konzept "Karin", dass 1980 auf dem Pariser Automobilsalon als Prototyp für den CX/BX vorgestellt wurde. Die Show der Konzept Fahrzeuge führte bis in die Neuzeit und zu sehen gab es noch den Activa 1, Xanae, Osmose, Tubik und CXperience.

Bei den Rennfahrzeugen zogen die Rennfahrzeuge Petite Rosalie und der Scarabée DÓr Aufmerksamkeit auf sich. Legendär auch der Citroën 2CV Raid Afrique und der Citroën DS21 von 1969, mit der die Rallye Marocco gefahren wurde.

Chapron in allen Varianten

Bei der Sonderausstellung zu dem Thema Citroën-Chapron in allen Varianten, waren zahlreiche Karosserieformen der DS Modelle zu sehen. Sonderkarosserien von Chapron in unterschiedlichsten Formen wurden sich gegenübergestellt und so konnte man einzelne Details wunderbar erkunden.

Die französischen Hersteller zeigten die größte Präsenz auf der diesjährigen Rétromobile. Renault feierte den "Turbo" und präsentierte turbogeladenen Serienmodelle. Unter dem Motto "From Track to Road" (Von der Rennstrecke auf die Straße) waren viele, kleinen Kraftprotze auf der Ausstellungsfläche aufgereiht, wie der Renault 5 Turbo, Renault 18 Turbo, der Fuego Turbo oder auch der Formel 1 RS02 von 1979.

Gleich neben dem Renault Stand beeindruckte ein Gigant: Der Berliet T100. Mit seinen fünf Metern Breite, fünf Meter Höhe und einer Länge von 15 Metern zählt er zu den größten Fahrzeugen der Welt. Entwickelt wurde der Berliet T100 für Wüsteneinsätze, um schwere Materialien und Rohstoffe zu transportieren. Die Besucher konnten das Monstrum hautnah erkunden und durften sogar unter dem Fahrzeug die extra entwickelten Riesenbauteile bestaunen.

Die Panzer waren ganz friedlich

Zwei weitere Schwergewichte waren gleich nebenan zu sehen. Das französische Panzer Museum und The National Union of Collectors of military vehicles (UNIVEM) zeigten zwei Panzer. Den knapp 30 Tonnen schweren deutschen Panzer IV und einen US Amerikanischen Panzer Shermann.

Jedes Jahr zeigt das Compiègne National Automobil Museum auf der Rétromobile eine Sonderausstellung zu einem ausgewählten Hersteller. In diesem Jahr präsentierten sie den Pionier der Automobilindustrie Marquis Albert de Dion. Bereits 1888 experimentierte De Dion zusammen mit dem Pariser Ingenieur Delalande an einem dampfgetriebenen Dreirad Fahrzeug. Bereits 1890 hatte De Dion eine gut laufende Firme für Dreiräder und Fahrzeuge mit Einzylinder Motoren.

Das erste benzingetriebene Motorette war der Dion-Bouton Vis-A-Vis Wagen von 1899, von dem ganze zehn Fahrzeuge gebaut wurden. Es war das erste französische Fahrzeug mit Wassergekühltem Einzylinder Motor und elektrischer Zündung. Die Historie der Marke wird durch weitere Modelle aus der Zeit zwischen 1900 und 1907 ergänzt.

Lamborghini Flying Star II

Im Mittelpunkt ein Fahrzeug, das erst einmal den Besucher irritiert, da ein moderneres Fahrzeug inmitten der Urväter des Automobils steht. Der Lamborghini Flying Star II von 1966. Ein Highlight aus der Design-Historie Lamborghinis. Er leitete die Ära der sogenannten Shooting Station Wagons ein, der sportlichen Fahrzeuge mit funktionalem Kombi Laderaum. Das Compiègne National Museum will mit dem Prototypen auf ihre Ausstellung "Concept Car - Pure Beauty (Prototyp - Reine Schönheit) hinweisen, die bis zum März 2020 in dem Museum im gleichnamigen Schloss zu sehen ist.

Weitere Jubiläen durften bei der 44. Ausgabe der Rétromobile nicht fehlen. Bentley feiert 2019 seinen 100. Geburtstag und hatte daher zwei Bentleys am Stand: Den neuen GTC635 und den einhundert Jahre alten Bentley EXP2.

Bugatti feiert 110 Jahre seines Bestehens und zeigte einen Bugatti Type 55 und den sehr seltenen Bugatti EB110. Abarth feierte seinen 70. Geburtstag. Am Stand von Abarth waren einige Exemplare der eindrucksvollen Historie zu sehen. Von Fiat 500 mit Abarth Tuning, über den Lancia Rallye 037 von 1982 bis hin zum Abarth 1.000 Monoposto Rekord Class G von 1965 und dem Alfa Romeo 750 Competizione von 1955.

Auch Mini feiert Geburtstag

Der britische Mini feiert dieses Jahr seinen 60. Geburtstag. Das National Motor Museum of Beaulieu und das Haynes International Museum hatten aus diesem Anlass eine große Ausstellung für die kleine Legende organisiert. 1959 wurde das kleine viersitzige Coupé vorgestellt. Designer Alec Issigonis wurde von einem Entwurf eines Chassis mit querliegenden Motror von dem Franzosen Dechaux inspiriert und konstruierte den kleinen Briten.

Neben einigen Modellstufen zeigte die Ausstellung auch besondere Modelle aus der Historie des Mini, wie zum Beispiel den legendären Rallye Monte Carlo Rennboliden Mini Cooper S von 1964 oder den von Marcos in Lizenz gebauten Rennboliden Mini Marcos. Die britische Armee hatte den Auftrag zu einem kleinen geländegängigen Fahrzeug aufgegeben und das Ergebnis war der Mini Moke, der allerdings nie zum Einsatz kam. Allerdings wurde er zwischen 1963 und 1967 rund 50.000 Mal für den zivilen Spaßfaktor gebaut.

Weitere Modelle wie der Woody Mini, der Mini Pickup oder ein Mini Händlerwagen zeigten die ganze Bandbreite des kleinen Engländers.

Kennen Sie Bédélia?

Immer wieder eine Überraschung sind die Sonderausstellungen zu bereits vergessenen Marken auf der Rétromobile. In diesem Jahr war es die französische Marke Bédélia. Robert Bourbeau und Henri Devaux, Studenten am Pariser Institut für Elektrizität und Technik, hatten 1907 mit ihrem Motorrad einen Unfall. Da sie beinahe mittellos waren, konnten sie den Schaden am Motorrad nicht reparieren lassen.

Daher bauten sie ein Tandem-Gefährt aus den Materialien, die sie zur Hand hatten. Als Antrieb diente der Motor aus dem verunglückten Motorrad. Der Fahrer saß hinten im Fahrzeug und der Beifahrer vor dem Fahrer im Tandemsitz. Das Fahrzeug war so einfach in seiner Form und Funktion, dass es bald großen Zuspruch fand und die Nachfrage wuchs. Ab 1908 begannen die beiden Techniker ihr sogenanntes "Cylecar" (wegen der dünnen Motorrad Räder so genannt) in Serie zu bauen.

Rund 3.000 Fahrzeuge wurden von diesen einfachen Modellen gebaut. Heute existieren noch rund 18 Modelle. Auf der Rétromobile wurden 14 Fahrzeuge der Marke gezeigt. Bédélia Fahrzeuge wurden während des Krieges auch als Krankenfahrzeuge eingesetzt.

Auch Motorräder waren da

Am Stand eines französischen Automobil Clubs waren noch weitere Exemplare ausgestorbener Marken zu finden. Darunter ein Lafitte Voiturette von 1923. Die französische Marke existierte nur fünf Jahre lang und baute Kleinstfahrzeuge mit einem Dreizylinder-Sternmotor. 1925 begann die Produktion der französischen Marke Micron. Die einsitzigen Fahrzeuge hatten eine Besonderheit: Sie waren Frontgetrieben und der Wassergekühlte Motor war so mit der Frontachse verbunden, dass die gesamte Achse mit der Kühlerfront und Getriebe eingelenkt werden konnte.

Für großes Aufsehen sorgte der Lancia Stratos HF Zero, der an dem Stand des Automobilmuseums Turin zu sehen war. Gleich daneben waren an einem Clubstand zwei sehr seltene Hotchkiss JAG Grégoire zu bewundern.

Auch Motorradfans kamen auf ihre Kosten. Auf rund 400 Quadratmetern wurde die französische Motorrad Marke Gnome & Rhone präsentiert, die ebenfalls ihr 100 jähriges Bestehen feiert. 20 Modelle der Marke, darunter echte Raritäten, wurden gezeigt.

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