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  • 28.06.2018 12:39

Im Rückspiegel: Heinrich Büssing - Pionier des Lastwagenbaus

Er war Pionier des deutschen Lastwagen- und Omnibusbaus: Heinrich Büssing. Am 29. Juni jährt sich der Geburtstag des berühmten Braunschweigers zum 175. Mal

(Motorsport-Total.com/Auto-Medienportal) - Viele seiner Errungenschaften trieben die Nutzfahrzeugindustrie maßgeblich voran - auch bei MAN, deren Fahrzeuge heute der Büssing-Löwe ziert. Das Unternehmen übernahm den Lastwagenhersteller aus Niedersachsen 1971.

Als Konstrukteur ein Pionier im Lkw- und Omnibusbau, erwarb der Erfinder insgesamt rund 250 Patente und gründete mehrere Unternehmen. Eines davon, die spätere Büssing AG, zählte zu den wichtigsten Arbeitgebern Braunschweigs.

1903 gründete Heinrich Büssing, im Alter von 60 Jahren, mit seinen Söhnen Max und Ernst die Firma "Heinrich Büssing, Specialfabrik für Motorlastwagen, Motoromnibusse und Motoren, Braunschweig". Zuvor hatte er als Technischer Leiter der Eisenbahn-Signalbauanstalt "Max Jüdel & Co." gearbeitet. Seine Leidenschaft galt aber immer schon Kraftfahrzeugen, vor allem Lkw und Bussen.

400 Bus-Fahrgestelle für England

Büssings ausgeprägter Erfinder- und Unternehmergeist sorgten dafür, dass sich seine Firma schnell zu einem wichtigen Teil der Nutzfahrzeugindustrie entwickelte. Als erster deutscher Hersteller konzentrierte er sich ausschließlich auf die Konstruktion und Produktion von Nutzfahrzeugen. Mit zahlreichen Entwicklungen und Erfindungen trieben der Unternehmer und seine Mitarbeiter den Nutzfahrzeugbau maßgeblich voran.

So baute Büssing bereits ab 1904 insgesamt 400 Fahrgestelle für England, die als Unterbau für die ersten Londoner Oberdeck-Omnibusse dienten, den Vorgängern der heutigen Doppeldecker. Nur zwei Jahre später lieferte Büssing Oberdeck-Omnibusse auch nach Berlin. Im selben Jahr stieg der Braunschweiger Betrieb zudem in Zusammenarbeit mit Continental in die Entwicklung der ersten Luftreifen ein. Ein weiterer Meilenstein: 1924 wurde der erste Dreiachs-Omnibus der Welt mit zwei angetriebenen Hinterachsen vorgestellt.

Im Jahr 1929 starb Heinrich Büssing im Alter von 86 Jahren. Seine Söhne führten das Unternehmen weiter. Auch in der Folgezeit machte es sich mit technischen Neuerungen einen Namen: So wurde von 1934 bis 1935 ein Autobahn-Omnibus mit zwei jeweils 140 PS starken Dieselmotoren entwickelt und 1935 der Unterflurmotor - der 1949 erstmals in einem Nutzfahrzeug eingebaut wurde - als Gebrauchsmuster und Reichspatent angemeldet.

Kooperation mit MAN 1967 als Grundstein für spätere Übernahme

Am 17. Januar 1967 hatten MAN und Büssing zunächst die Geschäftsbeziehung aufgenommen, um sich gegenseitig mit Aggregaten zu beliefern und das jeweilige Verkaufsprogramm mit den eigenen Fahrzeugtypen zu ergänzen. Die Kooperation bildete den Grundstein für die spätere Übernahme. Noch heute spielt das ehemalige Büssing-Werk Salzgitter eine bedeutende Rolle für MAN. Der Nutzfahrzeughersteller profitierte auch vom Know-how von Büssing, wie beispielsweise beim Unterflurmotor und beim Bau von Omnibus-Doppeldeckern.

"Heinrich Büssing war ein Visionär und Vorreiter. Seine technischen Innovationen haben den Nutzfahrzeugbau maßgeblich beeinflusst. Als Anerkennung für seine Leistungen hat MAN deshalb nach der Übernahme des Unternehmens den Büssing-Löwen in das Logo aufgenommen", sagt MAN-Vorstandsvorsitzender Joachim Drees.

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