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Everytimer ETA 02 Cabrio: Comeback einer Legende

Retro vom Feinsten: Mit dem Everytimer ETA 02 Cabriolet erinnert eine Firma aus Bayern an den legendären BMW 02. Unter der Hülle steckt moderne Technik

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Retro ist ein Trend, der im Autobereich noch immer gut ankommt. Fahrzeuge wie die Neuauflage des Fiat 500 erinnern an vermeintlich gute alte Zeiten und Epochen, in denen Design noch erfreulich schlicht war. Auch BMW hatte uns in dieser Hinsicht schon oft den Mund wässerig gemacht: M1 Hommage (2008), 328 Hommage (2011), 3.0 CSL Hommage (2015) und die BMW 02 Hommage (2016). Realisiert wurde davon nie etwas. Und so sind es externe Firmen, die alte BMW-Modelle in neuer Form wieder auf die Straße bringen: Microlino in der Schweiz die Isetta sowie jetzt Everytimer Automobile in Welden nahe Augsburg den 02. Genauer gesagt, das 02 Cabriolet, wie es im Original von 1968 bis 1971 erhältlich war.

Hinter Everytimer Automobile steckt ein Vater-Sohn-Duo: Seit 1981 restauriert Harald Käs alte Autos, vornehmlich der Marke BMW. Der damals 17-Jährige trat auf Geheiß seines Vaters eine Lehre zum Elektriker an und führte als Elektrotechnik-Meister bis 2018 ein eigenes Elektro-Installationsunternehmen. Die Liebe zu alten Autos ließ ihn jedoch nicht los, und so restaurierte er sie in seiner Freizeit.

Sein Sohn Michael durfte ohne Umwege beginnen und legte nach der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei BMW bereits mit 19 Jahren seine Meisterprüfung ab. Im August 2014 gründeten die beiden die Everytimer Automobile GmbH, im März 2018 präsentierten sie auf der Retro Classics in Stuttgart ihr erstes Auto: das ETA 02 Cabrio.

Unter der Karosserie im Retro-Design des legendären BMW 02 arbeitet die moderne Technik des BMW 1er Cabrios, von BMW intern als E88 bezeichnet.

"Wir wollten keine einfache Kopie eines historischen Vorbildes", sagt Michael Käs, Geschäftsführer von Everytimer. "Wir haben ein Auto im Retro-Design mit moderner Technik geschaffen, das Erinnerungen an frühere Zeiten weckt und gleichzeitig Sicherheit, Zuverlässigkeit und Komfort auf heutigem Niveau bietet. Und dabei voll alltagstauglich ist." Ein "Everytimer", wie man bei ETA sagt. 30 Autos sollen pro Jahr entstehen.

Sehen wir uns das Fahrzeug genauer an: ETA tauscht beim 1er Cabrio die Karosserie und Teile des Interieurs. Karosserieseitig kommt Carbon mit einer Passgenauigkeit von fünf Zehntel Millimetern zum Einsatz. Die Struktur des 1ers und dessen Sicherheitstechnik werden nicht angetastet. So spart sich ETA den immensen Aufwand einer komplett eigenständig entwickelten Karosserie samt technischer Abnahmen. Dazu kommen praktische Erwägungen: "Jede BMW-Werkstatt kann den Service übernehmen und Reparaturarbeiten ausführen", so Käs weiter. "Dadurch steht den Kunden ein weltweites Netz von Werkstätten zur Verfügung. Nur bei größeren Karosseriearbeiten kommt das Auto zu uns."

Nicht nur die Service-Kosten, auch die Versicherung bleibt auf modernem Niveau. Die ETA 02 Cabrios werden als eingetragener Umbau eingestuft und damit in die Klasse des zugrunde liegenden BMW 1er Cabrios.

Wer bereits ein 1er Cabrio der Baureihe E88 besitzt, muss kein neues Auto kaufen, sondern kann sein eigenes Fahrzeug umbauen lassen. Dabei sind umfangreiche Sonderwünsche möglich, bis hin zum eigenen Monogramm oder Logo in den Sitzbezügen, die natürlich ebenfalls im Retro-Design ausgeführt sind. Bi-Xenon-Scheinwerfer sind serienmäßig, ebenso runde LED-Rückleuchten im Stil der frühen 02-Modelle. Optional sind 18- oder 19-Zoll-Felgen lieferbar. Wer einen 135i mit Sechszylinder vorbeibringt, bekommt bei Bedarf eine Leistungssteigerung auf 326 PS plus einem Zusatzkühler und stärkerem E-Lüfter.

Aufgrund des verwendeten Carbons und der Arbeitsstunden ist der Umbau zum ETA 02 Cabrio nicht ganz billig: Rund 60.000 Euro kostet das günstigste Umbaupaket mit Zierelementen in mattschwarz (siehe Bilder), ein Komplettfahrzeug auf Basis des offenen BMW 135i liegt bei 107.000 Euro. Sind noch weitere Modelle in Planung? "Angedacht, aber noch nicht spruchreif", sagt Harald Käs im Interview mit dem freien Autor Dirk Traeger. Wir sind gespannt ...

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