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BMW E1: Der Urahn des i3 war 1993 fast serienreif

Elektroautos sind das angesagte Ding der Gegenwart. Was kaum jemand weiß: Schon vor 25 Jahren stand BMW mit dem E1 kurz davor, ein Elektroauto zu bauen

(Motorsport-Total.com/Auto-News.de) - Kennen Sie auch das Gefühl? Bei so mancher vollmundig angepriesenen Neuheit denkt man sich: Alles schon mal dagewesen. Alter Wein in neuen Schläuchen. Genauso ging es mir kürzlich, als ich für kleines Geld auf der Techno Classica in Essen den Prospekt des BMW E1 erwarb.

BMW E1 mit Elektroantrieb von 1993

BMW E1 mit Elektroantrieb von 1993 Zoom

Dass es einmal Studien mit dem Namen E1 bei BMW gab, wusste ich bereits und hatte die Fahrzeuge im Museum auch schon gesehen. Aber jener Prospekt, den ich nun in den Händen hielt, war kein schlichtes Faltblatt. Sondern 20 Seiten aus dem August 1993, die wie ein regulärer Verkaufsprospekt wirken. Titel: Mobilität und Zukunft. Ein Weg zur praktischen Vernunft: BMW E1. Und eine Seite weiter: "ein Automobil, das sich schon jetzt durch einen hohen Reifegrad auszeichnet."

Zweimal E1

Aber der Reihe nach. 1991 zeigte BMW den ersten E1, den 3,46 Meter kurzen Prototypen eines Elektroautos mit vier Sitzen. Anfang 1993 folgte die Konzeptstudie Z13 mit Verbrennungsmotor. Beide Ideen wurden im gleichen Jahr zur zweiten Version des E1 zusammengelegt. Damit lag BMW im Trend, denn man musste sich etwas einfallen lassen, um den Flottenverbrauch zu senken. Erzrivale Mercedes dachte ähnlich und stellte zur gleichen Zeit die ersten Studien für die künftige A-Klasse und den Smart vor.

Rot-Grüne BMW-Koalition

Sehen wir uns den BMW E1 aus dem Prospekt genauer an: Ein 3,67 Meter langer Dreitürer mit hoch angesetzten Heckleuchten, aber einer Frontpartie, die den 5er (E39) von 1995 vorwegnahm. Ausführliche technische Daten lieferte BMW auch: Breite: 1,64 Meter, Höhe: 1,49 Meter. Radstand: 2,45 Meter. Leergewicht: zwischen 800 und 960 Kilogramm und 290 bis 860 Liter Kofferraum. Und zwar bei allen drei Varianten. Rot lackiert der E1 mit Verbrennungsmotor in Form des Aggregats aus dem Motorrad K 1100. 82 PS, 110 Newtonmeter, fünf Gänge. Genug für 180 km/h Spitze, 11,5 Sekunden auf 100 km/h und fünf bis sechs Liter Verbrauch.

Vorläufer des i3

Der Clou war aber nicht die Hybridversion als zweite Möglichkeit, sondern der grellgrüne E1 auf 80 Prozent der Prospektseiten. Bei ihm handelte es sich 20 Jahre vor dem i3 um ein reines E-Auto, bei dem Motor und Getriebe in die Hinterachse integriert wurden. Die Batterie? Nicht wie heute Lithium-Ionen-Technik, sondern Natrium-Nickel-Chlorid. 32 Kilowatt Dauerleistung (umgerechnet knapp 45 PS) und 150 Newtonmeter Drehmoment wurden genannt. 19 Kilowattstunden Energie passten in die Akkus des Europa-E1, die US-Version bekam 24 Kilowattstunden verpasst und wog deshalb 60 Kilogramm mehr.

Erstaunliche Reichweite

Beim Blick auf die detailliert angegebenen Reichweiten der US-Version (heute halten sich Hersteller da eher bedeckt) komme ich ins Staunen: ... hier weiterlesen auf Motor1 Deutschland: Reichweite, Stand der Serienreife und letztendliches Schicksal des BMW E1

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