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  • 04.04.2023 11:14

  • von Roland Hildebrandt

BMW 2800 GTS Frua (1969): Grüne Schönheit

Italienische Designer standen in den 1960er-Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Kunst - So auch Pietro Frua, der für BMW ein herrliches Coupe entwarf

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Die Automobilgeschichte ist voll von Studien oder Unikaten, die uns zum Träumen anregen. Was hätte sein können, wenn diese Fahrzeuge in Serie gegangen wären? Oder ist es besser gewesen, dass es bei Konzepten blieb? Ein Beispiel dafür ist der BMW 2800 GTS Frua (1969), den die hauseigene Klassik-Abteilung vor gut drei Jahren restauriert hat.

Titel-Bild zur News:

BMW 2800 GTS Frua (1969) Zoom

Die Geschichte dahinter ist ein wenig verworren. Sie startete 1966, nachdem BMW die Firma Glas (bekannt durch das Goggomobil) übernahm. Der italienische Designer Pietro Frua hatte für Glas an diversen Entwürfen mitgemischt, etwa dem 1700 oder dem großen 3000-Sportwagen mit V8. Jetzt wollte Frua mit BMW ins Geschäft kommen.

BMW 2800 GTS Frua (1969)

BMW 2800 GTS Frua (1969) Zoom

Für letzteren schien Frua bereits einen Nachfolger im Sinn zu haben, eben jenes Fahrzeug auf den Bildern. Mit fast ähnlicher Karosserie gestaltete Frua auch einen 2002-Sportwagen, den 2002 GT4 Frua. Ungefähr zeitgleich hatte Peter Monteverdi im schweizerischen Binningen eine BMW-Vertretung übernommen und vereinbarte mit dem damaligen BMW-Verkaufschef Hahnemann die Entwicklung eines zweisitzigen Coupes auf der Basis des BMW 2000.

BMW 2002 GT4 Frua

BMW 2002 GT4 Frua Zoom

So zumindest eine deutschsprachige Seite über Pietro Frua. Das Resultat wollte Monteverdi auf dem Genfer Salon 1968 zeigen, doch angeblich gab es einen Unfall beim Transport. Monteverdi führte die Nicht-Verwirklichung seines Projekts auf das Ausscheiden von Hahnemann zurück, was jedoch erst 1972 der Fall war.

Die Frua-Homepage führt weiter aus: "Frua zeigte mit der gleichen Karosserie im Oktober 1968 ein BMW 2000 ti Coupé auf dem Pariser Salon sowie 1969 ein BMW 2800 GTS Coupé auf dem Genfer Salon und der IAA in Frankfurt. Vermutlich handelt es sich beim BMW 2000 ti Coupé mit BMW-Niere im Kühlergrill und Speichenrädern um dasselbe Fahrzeug wie dem Monteverdi 2000 GTI."

Zudem brachte BMW selbst bereits Ende 1968 die Coupe-Baureihe E9 heraus. Sie ergänzte das ab 1965 gebaute Coupé BMW 2000 C/CA/CS der "Neuen Klasse". Optisch den 2000er-Modellen ähnlich, punktete der E9 mit Sechszylinder-Motoren. Wahrscheinlich entschied sich BMW aus Geldnot für diese Lösung, da in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre die Konzernkasse noch nicht allzu prall gefüllt war.

Audi 100 Coupé S (1971)

Audi 100 Coupé S (1971) Zoom

Dabei waren die Frua-Entwürfe kaum minder elegant als der E9. Im Profil erinnert der BMW 2800 GTS Frua an das Fiat Dino Coupé (1967) von Pininfarina und das 1969/70 gestartete Audi 100 S Coupé.

In den Jahren 1969 und 1970 sorgte das elegante und schlanke 2+2-sitzige Frua-Coupé auf den Automobilausstellungen in Frankfurt, Paris, Genf und Barcelona für Aufsehen. Von der letzten Messe ging der GTS 1971 in den Privatbesitz eines Spaniers über, wurde weiterverkauft, stillgelegt und wieder verkauft.

In den 1980er-Jahren wurde er weinrot umlackiert, erhielt einen neuen Motor und ein Faltschiebedach. Im Jahr 2000 kaufte ein Holländer den 2800 GTS und überführte ihn von Valencia in seine Heimat, um ihn dort zum Verkauf anzubieten. Damals schlug die Klassikabteilung von BMW zu und versetzte das heruntergekommene Einzelstück für lange Zeit in einen Dornröschenschlaf.


Fotostrecke: BMW 2800 GTS Frua (1969)

In den Jahren 2017 bis 2019 erfolgte dann eine umfassende Restaurierung unter Beteiligung verschiedener in Bayern ansässiger Spezialisten. Um das Fahrzeug wieder in den Originalzustand zu versetzen, war teilweise detektivischer Spürsinn gefragt, denn der Originallack, ein helles Metallgrün, war unter den neueren Schichten nicht mehr zu erkennen. Lediglich unter dem Scharnier des Tankdeckels kam die Originalfarbe wieder zum Vorschein.

Auch die Innenausstattung war wie beim Vorgänger wieder mit hellbraunem Leder bezogen. Das nachträglich eingebaute Faltdach wurde durch ein festes Metalldach ersetzt. Auch der Motor wurde ausgetauscht. Unter der langen Haube des GTS steckt nun wie einst ein Reihensechszylinder aus dem 2800 CS. Fun Fact: Das BMW-Logo in der C-Säule tragen auch der BMW E9 und der noch aktuelle X2.

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