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Motegi: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

In Japan meldet sich Tom Lüthi eindrucksvoll im Spitzenfeld zurück - Warum sich der Schweizer nun wieder Hoffnungen auf den Moto2-Titel machen kann

Thomas Lüthi

Zum 50. Mal stand Tom Lüthi nun in der Moto2-Klasse auf dem Podium Zoom

Liebe Motorradfreunde,

der Siegeszug von Marc Marquez setzte sich auch beim Gran Prix von Japan fort. Und Fabio Quartararo hat als Zweiter einmal mehr bewiesen, warum er ein Mann der Zukunft ist. Über diese beiden Ausnahmekönner haben wir schon viele positive Worte verloren. Deshalb möchte ich heute für unsere traditionelle Montagskolumne den Blick etwas weiter schweifen lassen und suche mir einen Fahrer aus der Moto2-Klasse, der am besten geschlafen hat.

Das ist für mich heute Tom Lüthi. Klar, er hat sich am Ende noch Luca Marini geschlagen geben müssen, aber trotzdem war seine Performance ein Befreiungsschlag - nicht nur für Lüthi selbst, sondern für das gesamte IntactGP-Team. Seit Monaten sucht die Mannschaft nach den letzten Details, um wieder an die Form des Frühlings anknüpfen zu können.

36 WM-Punkte sind nicht unaufholbar

Wirklich weit weg davon war man nie, aber es hat auch nie gereicht, um ganz vorne mitmischen zu können. Zum ersten Mal seit Barcelona - und das war Mitte Juni! - stand Lüthi nun als Zweiter auf dem Podest. In seiner langen Karriere war das auch ein Meilenstein, denn es war sein 50. Podestplatz in der Moto2-Klasse.

Tom Lüthi, Luca Marini

Bis zur vorletzten Runde führte Tom Lüthi vor Luca Marini Zoom

Als WM-Zweiter beträgt sein Rückstand auf Alex Marquez nun 36 Punkte. Bei 75 noch zu vergebenden Zählern ist theoretisch alles möglich. Als ich mich in Misano länger mit Lüthi unterhalten habe, hat er selbst auch gemeint, dass "in der Moto2 alles passieren kann" und die Hoffnungen auf den WM-Titel noch nicht vorbei sind.

Lüthis Hoffnungen lagen damals vor allem bei den Überseerennen. Sein Plan sah vor, in Misano und Aragon Schwung zu nehmen und für die vier Überseerennen Momentum aufzubauen, um in der WM noch einmal richtig anzugreifen. In Misano klappte das mit Platz vier schon recht gut. Aragon war mit Rang sechs nicht wie erwartet. Und dann kam Thailand, wo Lüthi zum ersten Mal mit der Moto2 fuhr. Es wurde Rang sieben.

Lüthis starke Bilanz bei den Überseerennen

Sein Plan schien nicht aufzugehen, doch die traditionellen Überseerennen sind Japan, Australien und Malaysia. Und die Erfolgsbilanz von Lüthi ist auf diesen Strecken sehr, sehr gut. In Motegi konnte er schon zweimal gewinnen. Auf Phillip Island gewann er 2016 (und 2005 in der 125er-Klasse) und in Sepang siegte er 2011 (und 2005 in der 125er-Klasse). Dazu kommen weitere Podestplätze auf allen drei Strecken.

Thomas Lüthi

In Motegi fand der Schweizer wieder zu seiner alten Form Zoom

Mit Rang zwei und vor allem mit der Performance, die Lüthi im Laufe des Rennens gezeigt hat, hat er sein Vorhaben in die Tat umgesetzt. Kann er das nun auch an den kommenden Wochenenden in Australien und Malaysia bestätigen, dann bestehen vielleicht tatsächlich noch Titelchancen beim Finale in Valencia, wo er 2014 gewonnen hat. Klar gehört dazu auch eine Portion Glück sowie etwas Pech bei Marquez

Schwächelt Alex Marquez?

Doch wenn man den Spanier unter Druck setzt, wer weiß, was alles passiert. In der zweiten Saisonhälfte wirkt Marquez auch nicht mehr so stark wie zu Beginn des Sommers, als er fünf Siege gefeiert hat. Zunächst gab es den selbstverschuldeten Sturz in Silverstone und dann zwei dritte Plätze in Misano und Aragon. Und zuletzt in Thailand und Motegi musste Marquez kämpfen, um überhaupt in den Top 6 zu sein.

Alex Marquez

Hält Alex Marquez dem Druck stand und bringt den Punktevorsprung ins Ziel? Zoom

Blickt man auf seine Moto2-Statistik, dann waren die Ergebnisse von Marquez bei den ausstehenden Rennstrecken nicht besonders gut. Deshalb sind 36 Punkte nicht unaufholbar. Lüthis großes Ziel ist es, noch einmal Weltmeister zu werden. Im Intact-Team glaubt der Schweizer alle Voraussetzungen dafür zu haben. Selbst wenn es in diesem Jahr nicht klappt, kann es im nächsten Jahr nur besser werden, weil man auf dieser Saison aufbauen kann.

Aus deutschsprachiger Sicht wäre es natürlich eine tolle Geschichte, wenn ein Schweizer mit einem deutschen Team Weltmeister werden würde. Es wäre ein wichtiges Zeichen, dass wir in diesem spanisch und italienisch geprägten Umfeld auch eine große Rolle spielen können. Übrigens hat mir Lüthi einmal verraten, dass er es nicht wie Nico Rosberg machen würde und auch im Falle eines Titelgewinns weiterfahren wird.

Ihr,


Gerald Dirnbeck

P.s.: Die Kolumne "Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat" finden Sie auf unserer Schwesterseite Motorsport.com. Dieses Mal dreht sich alles um die derzeitige Form von Valentino Rossi und Jorge Lorenzo.

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