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Favorit Dixon gewinnt das Indy 500!

Scott Dixon triumphierte beim Indy 500 vor Vitor Meira und Marco Andretti - Pech für AGR-Stars Tony Kanaan und Danica Patrick

(Motorsport-Total.com) - Das Indy 500 hat seine eigenen Gesetze, heißt es immer, aber manchmal gibt es eben doch auch Favoritensiege: Scott Dixon, schon den ganzen Monat Mai der dominante Mann am "Brickyard", wurde heute seiner Favoritenrolle voll gerecht und gewann den Klassiker mit einer brillanten Vorstellung als insgesamt 19. Fahrer in der Geschichte von der Pole-Position!

Scott Dixon

Noch nie hat Scott Dixon ein Schluck Milch so gut geschmeckt wie heute...

Nach insgesamt acht Gelbphasen, in denen es auch den einen oder anderen Mitfavoriten erwischt hatte, spitzte sich das Rennen für die letzten 25 Runden auf einen Dreikampf zwischen dem Ganassi-Piloten, Vitor Meira (Panther) und Marco Andretti (Andretti/Green) zu. Dixon behielt in der Schlussphase jedoch coolen Kopf und fuhr nach Juan Pablo Montoya im Jahr 2000 souverän den zweiten Indy-500-Sieg für Chip Ganassi ein.#w1#

Ganassi-Express vom Start weg dominant

Pech hatte "Supergirl" Danica Patrick: Die Sympathieträgerin von Andretti/Green (AGR) kollidierte beim Boxenstopp während der letzten Gelbphase mit Ryan Briscoe (Penske), der beim Herausbeschleunigen vom Standplatz etwas ins Rutschen kam und Patrick keinen Platz zum Ausweichen ließ. Die Motegi-Siegerin schied mit gebrochener Radaufhängung aus - und war erst einmal stinksauer...

Aber der Reihe nach: Erwartungsgemäß setzten sich die beiden Ganassi-Stars Dixon und Dan Wheldon am Start an die Spitze des Feldes, gefolgt von Tony Kanaan (AGR), Briscoe und Tomas Scheckter (Luczo-Dragon). Bereits in der achten Runde kam es wegen Debris auf der Strecke zur ersten Gelbphase, die alle Führenden zum ersten Boxenstopp nutzten. Peinlich: Die draußen gebliebene Sarah Fisher (Fisher) drehte sich beim Warmhalten ihrer Reifen.

Bereits vor der zweiten Gelbphase wegen eines Unfalls von Graham Rahal (Newman/Haas/Lanigan) musste Briscoe außer Sequenz an die Box kommen, womit der Australier aus der Führungsrunde fiel und im weiteren Rennverlauf keine Rolle mehr spielte - bis auf die Situation mit Patrick. Ebenfalls unter Gelb kam es zu einem spektakulären Boxenfeuer bei A.J. Foyt IV., das der Vision-Pilot aber bis auf einen Schock unbeschadet überstand.

Kaputter Frontflügel bei Castroneves

Marty Roth (Roth) in Runde 60 und Jaime Camara (Conquest) in Runde 80 verursachten die nächsten beiden Gelbphasen. Zwischendurch musste Helio Castroneves (Penske) seinen wegen Debris angeschlagenen Frontflügel wechseln lassen, wodurch er um etwa zehn Positionen nach hinten rutschte, während es an der Box zu einer überflüssigen Kollision zwischen Darren Manning (Foyt) und Buddy Rice (Dreyer & Reinbold) kam.

Marco Andretti vor Scott Dixon

Zwischenzeitlich lag Marco Andretti beim Indy 500 sogar in Führung Zoom

Vorne gab weiterhin der Ganassi-Express den Ton an, aber ab Rennmitte schien sich das Blatt zu Gunsten von AGR zu wenden: In der 94. Runde ging erstmals Kanaan auf Platz eins nach vorne, der damit seine Serie weiterführen kann, bei jedem Indy-500-Start geführt zu haben. Aber auch die Serie, dass er dennoch nie gewinnt, hat weiterhin Bestand, denn in der 106. Runde war das Abenteuer Indianapolis 2008 für ihn vorbei.

Beim Überrunden verlor Kanaan ein wenig Schwung, wodurch zunächst Dixon und dann auch Andretti an ihm vorbeizogen. Ausgerechnet Teamkollege Andretti war dabei aber so kompromisslos, dass Kanaan auf die schmutzige Spur gehen musste, ins Rutschen kam, sich drehte und unglücklich von Fisher abgeschossen wurde. Kanaan war anschließend sauer auf Andretti und tröstete Fisher, die ihr ganzes Vermögen aufs Spiel gesetzt hatte, um überhaupt an den Start gehen zu können.

Carpenter mit Pech beim Boxenstopp

In der 122. Runde ging dann auch Andretti kurzzeitig in Führung, bis es wegen Justin Wilsons (Newman/Haas/Lanigan) Abflug die sechste Gelbphase gab. Pechvogel diesmal: Ed Carpenter (Vision). Nach einer bis dahin starken Leistung wurde an fünfter Stelle liegend sein Boxenstopp verpatzt, sodass er weit zurückfiel. Vorne lag Andretti vor Dixon, Scheckter, Meira und Ryan Hunter-Reay (Rahal/Letterman).

Kurios dann Gelbphase Nummer sieben: Alex Lloyd (Rahal/Letterman) krachte in der Zielkurve in die Mauer und schlitterte mit hoher Geschwindigkeit in die Boxengasse, wo zu jenem Zeitpunkt zum Glück niemand stand! Wenig später war der Arbeitstag von Scheckter vorbei - bitter, denn der Südafrikaner hatte zu Beginn ein regelrechtes Feuerwerk abgefackelt und zählte durchaus zu den aussichtsreichen Kandidaten auf den ganz großen Coup.

"Supergirl" zeigt Emotionen

In der 169. von 200 Runden wurde es langsam ernst, als Milka Duno (Dreyer & Reinbold) die letzte Gelbphase auslöste - allerdings ausnahmsweise schuldlos, denn die rassige Südamerikanerin wurde von Buddy Lazier (Hemelgarn) nach innen gedrückt und kam auf die Wiese. Noch vor dem Restart dann aber große Aufregung um die bereits erwähnte Boxengassenkollision zwischen Briscoe und Patrick.

Patrick war nämlich danach so stinksauer, dass sie mit entschlossenem Blick - und begleitet von unzähligen Kamerateams - in Richtung Penske-Box marschierte, wo man sie geistesgegenwärtig davon abhielt, an Briscoe Dampf abzulassen. Unter frenetischem Beifall der Fans zog sie sich schließlich entnervt zurück, ehe sie nach der Zieldurchfahrt doch wieder auftauchte. Der Traum vom ersten Indy-500-Sieg einer Frau war aber natürlich geplatzt.

Start zum Indy 500 2008

Volles Haus: Die Stimmung am "Brickyard" war dieses Jahr ausgezeichnet Zoom

Bei 24 noch zu fahrenden Runden und ohne verbleibende Boxenstopps kam es zu einem chaotischen Restart. Dixon behauptete seine Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab. Zwar lief Meira kurzzeitig in seinem Windschatten auf, eine ernsthafte Attacke lancieren konnte der Außenseiter aber nicht mehr. Auch Andrettis Run auf den Sieg wurde auf Rang drei liegend gestoppt, nachdem er sich zuvor immerhin noch Castroneves geschnappt hatte.

Andretti: Am Ende falsch gepokert

Andretti machte nach dem Rennen eine schlechte Änderung der Heckflügeleinstellung für sein Scheitern verantwortlich - trösten konnte er sich mit 35 Punkten für die Meisterschaft, in der er nun auf Platz fünf liegt. Neuer IndyCar-Gesamtleader ist der heutige Sieger Dixon mit 188 Punkten vor Castroneves (176) und Wheldon (156), der im Rennverlauf übrigens mit Handlingproblemen immer weiter zurückfiel und nur Zwölfter wurde.

Carpenter fuhr nach seinem schlechten Boxenstopp als Fünfter noch ein Achtungsresultat und vor allem sein bestes Indy-500-Ergebnis ein, unmittelbar vor Hunter-Reay, Hideki Mutoh (AGR) und Rice. Bester Vertreter der ehemaligen ChampCar-Fraktion wurde der Spanier Oriol Servia (KV) als Elfter. Der frühere Formel-1-Pilot Enrique Bernoldi (Conquest) wurde als letzter Fahrer in der Führungsrunde solider 15.

Nach dem Zieldurchlauf spielten sich schöne Szenen ab: Dixon jubelte in der Victory-Lane so abgeklärt, als hätte er gar keinen anderen Rennausgang erwartet, dafür war sein Teamchef Ganassi umso mehr aus dem Häuschen, der sich glatt ein Schlückchen von der traditionellen Siegermilch gönnte. Erste Gratulantin: Dixons hübsche Ehefrau Emma, die ihre Tränen der Rührung nicht mehr zurückhalten konnte...

Alle Indy-500-Sieger auf einen Blick:

1911: Ray Harroun (USA) Marmon
1912: Joe Dawson (USA) National
1913: Jules Goux (Frankreich) Peugeot
1914: Rene Thomas (Frankreich) Delage
1915: Ralph DePalma (USA) Mercedes
1916: Dario Resta (Italien) Peugeot
1917: kein Rennen
1918: kein Rennen
1919: Howard Wilcox (USA) Peugeot
1920: Gaston Chevrolet (USA) Frontenac
1921: Tommy Milton (USA) Frontenac
1922: Jimmy Murphy (USA) Duesenberg-Miller
1923: Tommy Milton (USA) Miller
1924: L.L. Corum und Joe Boyer (USA) Duesenberg
1925: Peter DePaolo (USA) Duesenberg
1926: Frank Lockhart (USA) Miller
1927: George Souders (USA) Duesenberg
1928: Louis Meyer (USA) Miller
1929: Ray Keech (USA) Miller
1930: Billy Arnold (USA) Summers-Miller
1931: Louis Schneider (USA) Stevens-Miller
1932: Fred Frame (USA) Wetteroth-Miller
1933: Louis Meyer (USA) Miller
1934: Bill Cummings (USA) Miller
1935: Kelly Petillo (USA) Wetteroth-Offy
1936: Louis Meyer (USA) Stevens-Miller
1937: Wilbur Shaw (USA) Shaw-Offy
1938: Floyd Roberts (USA) Wetteroth-Miller
1939: Wilbur Shaw (USA) Maserati
1940: Wilbur Shaw (USA) Maserati
1941: Floyd Davis (USA) Wetteroth-Offy
1942: kein Rennen
1943: kein Rennen
1944: kein Rennen
1945: kein Rennen
1946: George Robson (USA) Adams-Sparks
1947: Mauri Rose (USA) Deidt-Offy
1948: Mauri Rose (USA) Deidt-Offy
1949: Bill Holland (USA) Deidt-Offy
1950: Johnnie Parsons (USA) Kurtis-Offy
1951: Lee Wallard (USA) Kurtis-Offy
1952: Troy Ruttmann (USA) Kuzma-Offy
1953: Bill Vukovich Sr. (USA) KK500A-Offy
1954: Bill Vukovich Sr. (USA) KK500A-Offy
1955: Bob Sweikert (USA) KK500C-Offy
1956: Pat Flaherty (USA) Watson-Offy
1957: Sam Hanks (USA) Salih-Offy
1958: Jim Bryan (USA) Salih-Offy
1959: Rodger Ward (USA) Watson-Offy
1960: Jim Rathmann (USA) Watson-Offy
1961: A.J. Foyt (USA) Trevis-Offy
1962: Rodger Ward (USA) Watson-Offy
1963: Parnelli Jones (USA) Watson-Offy
1964: A.J. Foyt (USA) Watson-Offy
1965: Jim Clark (Großbritannien) Lotus-Ford
1966: Graham Hill (Großbritannien) Lola-Ford
1967: A.J. Foyt (USA) Coyotte-Ford
1968: Bobby Unser (USA) Eagle-Offy
1969: Mario Andretti (USA) Hawk-Ford
1970: Al Unser (USA) Colt-Ford
1971: Al Unser (USA) Colt-Ford
1972: Mark Donohue (USA) McLaren-Offy
1973: Gordon Johncock (USA) Eagle-Offy
1974: Johnny Rutherford (USA) McLaren-Offy
1975: Bobby Unser (USA) Eagle-Offy
1976: Johnny Rutherford (USA) McLaren-Offy
1977: A.J. Foyt (USA) Coyote-Foyt
1978: Al Unser (USA) Chaparall-Lola-Cosworth
1979: Rick Mears (USA) Penske-Cosworth
1980: Johnny Rutherford (USA) Chaparall-Cosworth
1981: Bobby Unser (USA) Penske-Cosworth
1982: Gordon Johncock (USA) Wildcat-Cosworth
1983: Tom Sneva (USA) March-Cosworth
1984: Rick Mears (USA) March-Cosworth
1985: Danny Sullivan (USA) March-Cosworth
1986: Bobby Rahal (USA) March-Cosworth
1987: Al Unser (USA) March-Cosworth
1988: Rick Mears (USA) Penske-Chevrolet
1989: Emerson Fittipaldi (Brasilien) Penske-Chevrolet
1990: Arie Luyendyk (Niederlande) Lola-Chevrolet
1991: Rick Mears (USA) Penske-Chevrolet
1992: Al Unser Jr. (USA) Galmer-Chevrolet
1993: Emerson Fittipaldi (Brasilien) Penske-Chevrolet
1994: Al Unser Jr. (USA) Penske-Mercedes
1995: Jacques Villeneuve (Kanada) Reynard-Ford
1996: Buddy Lazier (USA) Reynard-Ford
1997: Arie Luyendyk (Niederlande) G-Force-Aurora
1998: Eddie Cheever Jr. (USA) Dallara-Aurora
1999: Kenny Bräck (Schweden) Dallara-Aurora
2000: Juan Pablo Montoya (Kolumbien) G-Force-Aurora
2001: Helio Castroneves (Brasilien) Dallara-Oldsmobil
2002: Helio Castroneves (Brasilien) Dallara-Chevrolet
2003: Gil de Ferran (Brasilien) G-Force-Toyota
2004: Buddy Rice (USA) G-Force-Honda
2005: Dan Wheldon (Großbritannien) Dallara-Honda
2006: Sam Hornish Jr. (USA) Dallara-Honda
2007: Dario Franchitti (Großbritannien) Dallara-Honda
2008: Scott Dixon (Neuseeland) Dallara-Honda

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