• 23.07.2017 17:50

BMW sauer: "Audi hat Spielchen gespielt"

BMW konnte die Pole-Position nicht in einen Sieg umwandeln und bezichtigt Audi, mit Nico Müller "Spielchen gespielt" zu haben, der geblockt haben soll

(Motorsport-Total.com) - Bruno Spengler hat im Sonntagsrennen der DTM auf dem Moskau Raceway als Dritter einen Podestplatz gefeiert. Nachdem er im Qualifying die 60. Pole-Position für BMW in der DTM-Geschichte hatte herausfahren können, lieferte er in einem turbulenten Rennen einen großen Kampf und stand anschließend zum 48. Mal in seiner DTM-Karriere auf dem Treppchen.

Titel-Bild zur News: Nico Müller, Marco Wittmann

BMW beschuldigt Audi und Nico Müller im Rennen geblockt zu haben Zoom

Marco Wittmann profitierte zunächst von der Taktik eines frühen Boxenstopps und lag nach einer Safety-Car-Phase gut im Rennen. Allerdings wurde er lange von einem Konkurrenten aufgehalten, der seinen Stopp noch nicht absolviert hatte. Der amtierende DTM-Champion lag auf Podiumskurs, wurde dann aber in einem harten Zweikampf von einem Konkurrenten abgedrängt. Er kam als Sechster ins Ziel. Tom Blomqvist sammelte als Achter ebenfalls Punkte, nachdem er im Qualifying zunächst die Bestzeit erzielt hatte, dann aber disqualifiziert worden war.

Bruno Spengler konnte seine Pole-Position am Start verteidigen und führte das Rennen an. Im Mittelfeld wurde Maxime Martin von Loic Duval getroffen und fiel ans Ende des Feldes zurück. Marco Wittmann und Tom Blomqvist kamen schon nach einer Runde zum Pflichtboxenstopp. Nach sechs Umläufen musste Martin seinen BMW in Folge der frühen Kollision mit einem Bremsdefekt abstellen, das Safety-Car führte das Feld wieder zusammen. Nach dem Restart behauptete Spengler zunächst die Führung, musste aber in Runde elf Mattias Ekström passieren lassen.

Wittmann und Blomqvist lagen dank ihrer frühen Boxenstopps strategisch gut im Rennen. Allerdings wurden die Fahrer, die gleich zu Beginn gestoppt hatten, von Nico Müller aufgehalten. Der Schweizer absolvierte seinen Stopp erst in der Schlussphase. Entsprechend rückte das Feld gegen Rennende wieder eng zusammen. Es entbrannte ein harter Kampf um die Podiumsplätze, in dem sich Spengler Platz drei sichern konnte. Wittmann wurde nach einigen harten Zweikämpfen Sechster, Tom Blomqvist Achter. Augusto Farfus und Timo Glock belegten die Plätze zwölf und 13. Maro Engel feierte den ersten Sieg seiner DTM-Karriere.

Jens Marquardt (BMW-Motorsport-Direktor): "Es war ein hartes Rennen, in dem erneut eine Menge passiert ist. Den Fans haben wir wieder Action satt geboten. Ich bin stolz auf unsere Jungs. Sie sind großartige Fighter und echte Racer. Das kann man leider heute nicht von allen im Feld behaupten. Trotzdem haben wir mit Bruno Spengler einen tollen Podesterfolg erzielt. Er hat das super gemacht und war fehlerlos unterwegs. Mir tut es leid für Maxime Martin. Loic Duval hat ihn von der Strecke geschoben, danach war der Kühler blockiert und die Bremsen haben überhitzt. Als dann das Safety-Car auf die Strecke kam, hatten wir Glück, dass bereits zwei unserer Autos an der Box gewesen waren."

"Vor allem für Marco Wittmann war es extrem frustrierend, nicht zeigen zu können, was möglich gewesen wäre. Trotzdem Hut ab vor unseren Jungs, die alles gegeben haben, und Gratulation an Maro Engel zum Sieg. Jetzt gilt unsere volle Konzentration den nächsten beiden Rennen in Zandvoort."

Stefan Reinhold (RMG-Teamchef): "Nach so einem Wochenende möchte ich mich zu allererst einmal bei meinem gesamten Team und bei BMW bedanken. Wir haben zusammen einen guten Job gemacht. Enttäuscht bin ich natürlich von den zahlreichen Zwischenfällen - gestern waren es Unfälle, heute taktische Spielchen."


Fotos: DTM in Moskau


Marco Wittmann (6.): "Wir haben am Anfang alles richtig gemacht, auch was die Strategie angeht. Ich habe einen guten Start erwischt, bin an Timo Glock vorbeigezogen und planmäßig am Ende der ersten Runde in die Box gekommen. Nach dem Stopp hatte ich eine gute Pace. Als das Safety-Car kam, wusste ich, dass wir in einer sehr guten Ausgangsposition sein würden."

"Aber leider haben wir nicht mit Audi und Nico Müller gerechnet, die ihre Spielchen gespielt und ihn extrem lange draußen gelassen haben. Er hat teilweise sehr früh gebremst, auch auf der Geraden. Er hat uns geblockt, damit Mattias Ekström aufschließen konnte. Dadurch wurde unser Rennen zerstört. Das war sehr enttäuschend."

Augusto Farfus (12.): "Das Rennen heute war wieder ein Roulette-Spiel. Einmal mehr haben die Jungs, die es riskiert haben, in der ersten Runde zu stoppen, die entsprechenden Ergebnisse nach Hause gebracht. Wir haben das leider nicht geschafft. Das war dieses Mal die falsche Entscheidung. Schade."

Timo Glock (13.): "Als das Safety-Car auf die Strecke kam, war klar, dass das Rennen für uns gelaufen war. Dann haben wir beim Boxenstopp auch noch fünf Sekunden verloren. Danach war nichts mehr zu holen. Eigentlich sind das die Rennen, in denen man gerne Punkte mitnimmt. Aber leider fahren wir an diesem Sonntag mit leeren Händen nach Hause."

Bart Mampaey (RBM-Teamchef): "Zunächst muss ich mich bei Tom Blomqvist für das entschuldigen, was im Qualifying passiert ist. Das hätte nicht passieren dürfen. Sorry dafür. Bruno Spengler hatte die Pace, um vorne zu bleiben, doch dann kam das Safety-Car. Es war ein ziemlich spektakuläres Rennen an der Spitze. Bruno hat heute einen guten Job gemacht und einen Podestplatz erreicht. Auch Tom war gut unterwegs und konnte noch den achten Platz holen. Am Ende nehmen wir hier einige Punkte mit."

Bruno Spengler (3.): "Ich hatte heute schon im Qualifying ein tolles Auto, vielen Dank dafür an meine Jungs. Das Rennen war hart, und wir hatten kein Glück mit dem Safety-Car. Allerdings hat es uns am Ende gar nicht so sehr geschadet, wie am Anfang befürchtet. Ich denke, wir hätten das Rennen auch unter normalen Umständen nicht gewinnen können. In den letzten Runden war es ein großer Kampf, und ich habe versucht, irgendwie aufs Podium zu kommen. Das habe ich geschafft."

Tom Blomqvist (8.): "Nach dem Qualifying waren wir alle enttäuscht. Wir haben einen Fehler gemacht und die Pole verloren. Im Rennen setzten wir dann auf einen frühen Stopp und hatten Glück, dass das Safety-Car auf die Strecke kam. Aber ich hatte das gesamte Rennen über mit den Reifen zu kämpfen und nie das Gefühl, die richtige Pace und den richtigen Grip zu haben. Letztlich bin ich froh, dass wir noch Punkte gerettet haben."

Maxime Martin (Ausfall): "Mein Start war in Ordnung. Dann wurde ich aber von Loic Duval in der ersten Kurve getroffen und bin ins Kiesbett geraten, sodass ich mich am Ende des Feldes wiederfand. Die Front meines Autos wurde dabei ziemlich beschädigt, später haben dann plötzlich die Bremsen nicht mehr richtig reagiert. Damit war das Rennen für mich vorbei."