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Triumphaler Abschluss: De Villiers gewinnt die Dakar!

Die Rallye Dakar 2009 ist entschieden: Giniel de Villiers sicherte sich den Gesamtsieg - auf deutschem Fahrzeug und mit deutschem Beifahrer

(Motorsport-Total.com) - Triumph auf der ganzen Linie: Mit dem Sieg bei der 14. und letzten Etappe von Cordoba nach Buenos Aires sicherte sich Giniel de Villiers auch den Sieg bei der Rallye Dakar 2009! Der Südafrikaner schrieb damit Geschichte, denn es war der erste Dakar-Erfolg für Volkswagen und vor allem auch der erste eines dieselbetriebenen Fahrzeugs.

Giniel de Villiers

Großer Sieger nach den Ausfällen von Al-Attyah und Sainz: Giniel de Villiers Zoom

De Villiers ging mit 2:20 Minuten Vorsprung auf seinen Markenkollegen Mark Miller auf die verhältnismäßig einfache Etappe mit 227 Wertungskilometern und ließ von Anfang an nichts anbrennen. Vom Start weg setzte er sich vor Miller, bei 142 Kilometern kam er erstmals als Führender durch und am Ende sicherte er sich sogar den Tagessieg - nach einem spannenden Duell mit Leonid Novitskiys X-raid-BMW, den er um gerade mal zwei Sekunden abhängen konnte!#w1#

Mark Miller

Mark Miller hatte heute gegen Giniel de Villiers keine Chance mehr Zoom

Miller kam mit 6:39 Minuten Verspätung als Sechster ins Ziel, womit sein Rückstand in der Gesamtwertung auf 8:59 Minuten anwuchs. Das tat der Freude bei VW aber keinen Abbruch, denn die Wolfsburger brachten trotz des Ausfalls von Topfavorit Carlos Sainz einen Doppelsieg ins Ziel und erfüllten sich damit endlich den lange gehegten Traum vom Triumph bei der bedeutendsten Marathonrallye der Welt.

Die deutsche Beteiligung an dieser Sternstunde ist nicht unerheblich: Navigiert wurde de Villiers vom Schleswig-Holsteiner Dirk von Zitzewitz, der vor allem gestern mit seinem Know-how einen entscheidenden Beitrag leisten konnte, und der VW Race Touraeg 2 ist spätestens seit heute das Paradefahrzeug des größten deutschen Automobilherstellers. Der Deutsche Dieter Depping rundete den Erfolg in Südamerika als Sechster ab.

Hinter dem VW-Duo an der Spitze schaffte NASCAR-Export Robby Gordon mit seinem Hummer-Buggy den Sprung auf das Podest: Der Amerikaner musste zwar wegen einer Reifenpanne bei Kilometer 80 zwischendurch anhalten, verlor aber trotzdem nur knapp 20 Minuten auf de Villiers und brachte den dritten Platz damit locker über die Runden. Vierter und Fünfter wurden die beiden Nissan-Piloten Erik Tollefsen und Krzysztof Holowczyc.


Fotos: Rallye Dakar


Aufhorchen ließ zum Abschluss der Rallye - morgen steht nur noch die Siegerehrung in Buenos Aires auf dem Programm - auch noch einmal Matthias Kahle mit seinem HS-Honda: Kahle büßte auf der 14. Etappe weniger als zehn Minuten ein, fuhr damit neuerlich in die Top 10 und verbesserte sich in der Gesamtwertung noch auf den achtbaren 13. Rang. Im Vorfeld der zwei Wettbewerbswochen hatte er die Top 15 als Ziel angegeben.

Damit ist die erste Rallye Dakar außerhalb von Afrika Geschichte - und die Siegesserie von Mitsubishi durchbrochen: Jutta Kleinschmidt hatte 2001 den ersten von sieben Erfolgen hintereinander gefeiert. 2008 musste die Veranstaltung wegen Terrordrohungen bekanntlich abgesagt werden. Allerdings war bei der Comeback-Dakar nicht alles rosig: Verkürzte Etappen und andere organisatorische Probleme provozierten durchaus auch Kritik.

14. Etappe (Top 10):

01. De Villiers/Von Zitzewitz (Volkswagen) - 1:35:43 Stunden
02. Novitskiy/Tyupenkin (BMW) + 0:02 Minuten
03. Holowczyc/Fortin (Nissan) + 0:17
04. Roma/Cruz Senra (Mitsubishi) + 0:38
05. Chicherit/Baumel (BMW) + 0:50
06. Miller/Pitchford (Volkswagen) + 6:39
07. Kuipers/Palmeiro (BMW) + 9:02
08. Kahle/Schünemann (Honda) + 9:14
09. Garland/Suzuki (Isuzu) + 9:31
10. Tollefsen/Evans (Nissan) + 9:33

Gesamtwertung (Top 10):

01. De Villiers/Von Zitzewitz (Volkswagen) - 48:10:57 Stunden
02. Miller/Pitchford (Volkswagen) + 8:59 Minuten
03. Gordon/Grider (Hummer) + 1:46:15 Stunden
04. Tollefsen/Evans (Nissan) + 6:04:34
05. Holowczyc/Fortin (Nissan) + 6:37:49
06. Depping/Gottschalk (Volkswagen) + 8:43:29
07. Zapletal/Ourednicek (Mitsubishi) + 11:03:08
08. Novitskiy/Tyupenkin (BMW) + 13:15:13
09. Chicherit/Baumel (BMW) + 14:49:49 (davon 2:00:00 Strafe)
10. Roma/Cruz Senra (Mitsubishi) + 17:27:46

Alle Dakar-Sieger im Überblick:

1979: Francois Genestrier/Jacques Lemordant (Frankreich) Range Rover
1980: Freddy Kottulinsky/Hans Löffelmann (Ingolstadt) VW Iltis
1981: Rene Metge/Bernard Giroux (Frankreich) Range Rover
1982: Bernard Marreau/Jean-Louis Marreau (Frankreich) Renault 20
1983: Jacky Ickx/Claude Brasseur (Belgien/Frankreich) Mercedes 280
1984: Rene Metge/Dominique Lemoyne (Frankreich) Porsche 911
1985: Patrick Zaniroli/Jean da Silva (Frankreich) Mitsubishi
1986: Rene Metge/Dominique Lemoyne (Frankreich) Porsche 959
1987: Ari Vatanen/Bernard Giroux (Finnland/Frankreich) Peugeot 205
1988: Juha Kankkunen/Juha Piironen (Finnland) Peugeot 205
1989: Ari Vatanen/Bruno Berglund (Finnland/Schweden) Peugeot 405
1990: Ari Vatanen/Bruno Berglund (Finnland/Schweden) Peugeot 405
1991: Ari Vatanen/Bruno Berglund (Finnland/Schweden) Citroen ZX
1992: Hubert Auriol/Philippe Monnet (Frankreich) *Mitsubishi
1993: Bruno Saby/Dominique Serieys (Frankreich) *Mitsubishi
1994: Pierre Lartigue/Michel Perin (Frankreich) Citroen ZX
1995: Pierre Lartigue/Michel Perin (Frankreich) Citroen ZX
1996: Pierre Lartigue/Michel Perin (Frankreich) Citroen ZX
1997: Kenjiro Shinozuka/Henri Magne (Japan/Frankreich) *Mitsubishi
1998: Jean-Pierre Fontenay/Gilles Picard (Frankreich) *Mitsubishi
1999: Jean-Louis Schlesser/Henri Magne (Frankreich) +Schlesser
2000: Jean-Louis Schlesser/Henri Magne (Frankreich) +Schlesser
2001: Jutta Kleinschmidt/Andreas Schulz (Köln/München) *Mitsubishi
2002: Hiroshi Masuoka/Pascal Maimon (Japan/Frankreich) *Mitsubishi
2003: Hiroshi Masuoka/Andreas Schulz (Japan/München) *Mitsubishi
2004: Stephane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (FRA) *Mitsubishi
2005: Stephane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (FRA) *Mitsubishi
2006: Luc Alphand/Gilles Picard (Frankreich) *Mitsubishi
2007: Stephane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (FRA) *Mitsubishi
2008: Giniel de Villiers/Dirk v. Zitzewitz (RSA/GER) VW Touareg

* Mitsubishi Pajero
+ Schlesser-Renault