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  • 16.01.2022 · 15:49

  • von Thomas Harrison-Lord

24h Le Mans virtuell: Redline siegt beim Finale, gewinnt virtuelle Le-Mans-Serie

Team Redline gewinnt bei den virtuellen 24 Stunden von Le Mans 2022, dem Finale der E-Sport-Langstreckenserie, beide Klassen und den Titel

(Motorsport-Total.com) - Felipe Drugovich, Oliver Rowland, Jeffrey Rietveld und Michal Smidl vom Realteam Hydrogen Redline haben die virtuellen 24 Stunden von Le Mans 2022, das Finale der virtuellen Le-Mans-Serie (LMVS) 2021/22, souverän gewonnen. (Bilder: 24h Le Mans virtuell 2022)

E-Sport: #70 Redline-Oreca von Felipe Drugovich bei den 24h Le Mans virtuell

Felipe Drugovich, Oliver Rowland, Jeffrey Rietveld, Michal Smidl: Sieger der virtuellen 24h Le Mans 2022 Zoom

Das Finalrennen der ersten Saison der E-Sport-Langstreckenserie war mit einem Preisgeld von 250.000 US-Dollar notiert. Diesen Preis sicherte sich die Mannschaft vom Reealteam Hydrogen Redline. Denn der Sieg bei den virtuellen 24 Stunden von Le Mans machte für sie auch den Titelgewinn perfekt.

Aber nicht nur in der LMP-Klasse, sondern auch in der GTE-Klasse ging der Sieg beim Saisonfinale an die Mannschaft von Redline, in diesem Fall unter der Nennung vom BMW Team Redline mit Kevin Siggy, Rudy van Buren, Lorenzo Colombo und Enzo Bonito.

Formel-2-Pilot Felipe Drugovich im Redline-Oreca mit der Startnummer 70 führte am Samstag, 15. Januar 2022, um 14 Uhr MEZ das 50 Fahrzeuge und 200 Fahrer umfassende Feld an. In einem spannenden Qualifying tags zuvor hatte Teamkollege Jeffrey Rietveld die Pole erobert, nur zwei Tausendstelsekunden vor dem Redline-Oreca mit der Startnummer 123, gefahren von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen.


24h Le Mans virtuell: Highlights

Die Höhepunkte der zweiten Auflage des virtuellen 24-Stunden-Rennens von Le Mans, dem Finale der virtuellen Le-Mans-Serie (LMVS) 2021/22!

In der GTE-Klasse stand Red Bull Racing Esports mit der Corvette auf der Pole, nachdem Sebastian Job von der Scuderia AlphaTauri F1 esports eine beeindruckende Runde hingelegt hatte.

Aber: Vor dem Start des Rennens gab es Sechs-Minuten-Strafen in der Boxengasse für die GTE-Polesitter mit der Startnummer 111 sowie #56 Team Project 1 x BPM Porsche und #5 Williams Esports LMP, weil sie nicht die erforderliche Anzahl von Profifahrern eingesetzt hatten.

Für die aus der W-Serie bekannte Besetzung des BMW GTE mit der Startnummer 31 gab es ein Hardware-Problem. So war das Auto schon vor dem Start aus dem Rennen.

Dramen im gesamten Prototypen-Feld

Wenngleich Polesitter Drugovich die ersten beiden Kurven des Rennens als Führender hinter sich brachte, war die Führung nur von kurzer Dauer. Noch in der ersten Runde ging Verstappen in Tertre Rouge vorbei und übernahm somit früh die Spitze.

E-Sport: #123 Redline-Oreca von Max Verstappen bei den 24h Le Mans virtuell

Max Verstappen im #123 Oreca von Redline führte lange, baute dann aber einen Crash Zoom

Von da an versuchte der Formel-1-Weltmeister, seine Führung auszubauen. Doch der vom britischen GT-Rennsieger James Baldwin gesteuerte Rennwagen mit der Startnummer 28 von Veloce Esports hatte sich in der Anfangsphase vom vierten auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Dieses Duell gab den Ton für die ersten sechs Stunden an: Verstappen gegen Baldwin, Redline gegen Veloce.

Weiter hinten im Feld drohte ein schwerer Zwischenfall das Rennen für das in der Meisterschaft führende Auto mit der Startnummer 4 von Floyd ByKolles-Burst vorzeitig zu beenden, als Franco Colapinto im Auto mit der Startnummer 31 vom Team WRT SIMTAG Esports über die Wiese in das Auto von Tom Dillmann krachte - zum Glück konnten beide weiterfahren.

Mercedes-AMG Petronas hoffte auf eine erfolgreiche Rückkehr zum Circuit de la Sarthe, doch leider verpatzte Daniel Juncadella einen Schaltvorgang und überdrehte den Motor. So schied das Team nach drei Stunden aus.

Verzweifelt war auch Erhan Jajovski im #8 Oreca von R8G Esports, der in dieser Saison für das gleichnamige Team von Romain Grosjean hat aufhorchen lassen. Nach einer Berührung mit Marcell Csincsik im Auto mit der Startnummer 22 von Williams Esports auf der Mulsanne-Gerade landete Jajovksi rückwärts in der Mauer, verlor den Heckflügel und erhielt eine Durchfahrtsstrafe.

Als das Rennen in den Abend überging, lag das Auto mit der Startnummer 123 von Redline nach einem metronomischen Stint von VCO-ProSIM-Champion Maximilian Benecke komfortabel in Führung.

Nach über sieben Stunden war Verstappen wieder am Steuer, wählte dann aber n der Ford-Schikane eine aggressive Linie über die Randsteine. Das Ergebnis war ein Dreher und ein heftiger Kontakt mit der Streckenbegrenzung, wobei zwei Räder abgerissen wurden. Für den einstigen Spitzenreiter war das Rennen damit beendet.


24h Le Mans virtuell: Crash von Max Verstappen!

In Führung liegend fliegt Formel-1-Weltmeister Max Verstappen beim virtuellen 24-Stunden-Rennen von Le Mans in die Reifenstapel. Das gesamte Rennen können Sie hier sehen! Weitere Formel-1-Videos

Der Abflug von Verstappen brachte das Redline-Schwesterauto mit der Startnummer 70 in Führung. Und diese Führung gab man anschließend nicht mehr ab. Formel-E-Pilot Oliver Rowland das Steuer von Rietveld, während Michal Smidl das Rennen bei Anbruch des Sonntags kontrollierte.

Es gab Zeiten, in denen Veloce Esports ihnen dicht auf den Fersen war. Der ehemalige BTCC-Pilot Mike Epps lieferte sich mit Smidl ein packendes Duell. Letztendlich fiel das Auto mit der Startnummer 28 aber allmählich zurück und musste den zweiten Platz an die Titelverteidiger abgeben - das Auto mit der Startnummer 1 von Rebellion GPX Esports.

Eine Durchfahrtsstrafe aufgrund eines Kontakts mit einem anderen Auto in der Boxengasse am Sonntagmorgen ließ die Hoffnungen von Veloce weiter schwinden, bevor dem Team nach knapp drei Stunden der Sprit ausging und das Rennen damit vorzeitig zu Ende war.

In der LMP-Klasse kam es zu zahlreichen Zwischenfällen, insbesondere Juan Pablo Montoya, der mit dem Heck voran gegen eine Mauer prallte, bevor sein Sohn Sebastian in der Nacht die Nase des GTE-Porsche mit der Startnummer 77 streifte, sich in die Reifenstapel drehte und ausschied.

Ebenfalls ausgeschieden ist in der Nacht der #444 Oreca von Alpha Ind. ByKolles-Burst - Übersteuern führte zu einem heftigen Einschlag in die Mauer. Indes blieben #44 ARC Bratislava und #39 GRAFF by ProSimu mit mechanischen Problemen liegen.

Das Aus für WTCR-Rennsieger Attila Tassi im #5 Oreca von Williams Esports kam im Laufe des Abends in den Porsche-Kurven, nachdem er sich ins Kiesbett gedreht hatte und mit dem #61 SEM9.Axle Porsche GTE von Alister Yoong kollidierte. Der war aufgrund eines separaten Zwischenfalls kurz zuvor bereits von der Straße abgekommen.

"Schachpartie" im GTE-Feld

In der GTE-Klasse ging es nicht weniger spannend zu. In der Anfangsphase fiel Dennis Lind, Britischer GT-Meister von 2021, in der Corvette mit der Startnummer 111 allmählich hinter die Spitzengruppe zurück.

Die erste Stunde dominierte das Porsche Esports Team, das mit der Startnummer 91 vor dem Schwesterauto (Startnummer 92) in Führung lag. Der #71 BMW Team Redline M8 lag an dritter Stelle vor dem Ferrari 488 der Ferrari Driver Academy. Diese vier Teams sollten sich 24 Stunden lang ein strategisches Katz-und-Maus-Spiel liefern.

Der #71 BMW war scheinbar in der Lage, seine frühen Stints um eine Runde gegenüber den Porsches zu verlängern - etwas, das er bisher in jedem Rennen der LMVS-Saison 2021/22 versucht hat. Es dauerte bis zur siebten Rennstunde, bis der BMW in den Händen von Siggy die Führung von IndyCar- und NASCAR Xfinity-Pilot Sage Karam übernahm.

Die Porsche blieben jedoch dicht dran und schienen das höchste Tempo zu haben, wenn auch nicht die ideale Strategie. Auch Ferrari war noch nicht abgeschlagen und tauschte im Laufe des Abends je nach Stintlänge die virtuellen Podiumsplätze mit den beiden Porsche. Alle vier lagen eng beieinander, bevor sich das BMW Team Redline setzte sich langsam, aber sicher absetzte.

Dann ereilte den Porsche mit der Startnummer 92 mitten in der Nacht, knapp über 14 Stunden vor Ende des Rennens, eine Katastrophe. Mit Tommy Östgaard am Steuer fuhr Nico Varrone im #65 Oreca von Panis Racing dem Porsche vor die Nase und schob dabei das GTE-Auto in die Leitplanke.

Mit schweren Beschädigungen blieb nur noch ein werksunterstützter Porsche im Rennen. Sie waren nicht die einzigen Teilnehmer in dieser Klasse, die mit Problemen zu kämpfen hatten. Dennoch muss man sagen muss, dass die GTE-Klasse im Allgemeinen ein hohes fahrerisches Niveau aufwies.

Schon früh wurde der Porsche mit der Startnummer 56 von Britcar-Rennsieger Jimmy Broadbent in der zweiten Mulsanne-Schikane von WEC-Pilot Ben Barker im 911 mit der Startnummer 86 von GR Wolves Racing bedrängt.

Anschließend kollidierten die beiden Autos noch zweimal abseits der Strecke! Barker erhielt eine Durchfahrtsstrafe für die Berührung am Kurveneingang, Broadbent eine für die Berührung abseits der Strecke. Die #86 schied vier Stunden später mit einem Motorschaden aus.

Zum Leidwesen von R8G Esports kollidierten der #15 Oreca und der #888 BMW in den Porsche-Kurven, wobei der französische Formel-4-Pilot Elliott Vayron in die Leitplanken geriet, aber glücklicherweise nicht ausschied.

Als sich das Rennen dem Ende zuneigte und noch etwas mehr als zwei Stunden zu fahren waren, begann der Porsche mit der Startnummer 77 von Proton Competition mit dem Ferrari um den dritten Platz zu kämpfen.

Kevin van Dooren, der sich das ganze Rennen über abgemüht hatte, duellierte sich mit Ferrari- erksfahrer Nicklas Nielsen. Die beiden fuhren Seite an Seite durch die zweite Mulsanne-Schikane, dann durch Indianapolis und auch durch Arnage. Eine Runde später, als sie erneut nebeneinander durch Indianapolis fuhren, rutschte Nielsen in die Leitplanke und musste an die Box, um den Schaden zu reparieren. Proton lag nun klar auf dem dritten Platz.

E-Sport-Rennen vom Feinsten

Am Ende war es das Realteam Hydrogen Redline mit den Fahrern Drugovich, Rowland, Rietveld und Smidl, das nach 24 aufreibenden Stunden als Erster die Ziellinie überquerte und sich damit den zweiten Sieg der Saison und auch den Gesamtmeistertitel sicherte.

Der LMP-Bolide mit der Startnummer 1 wurde Zweiter mit eineinhalb Minuten Rückstand, während das Auto mit der Startnummer 4 von Floyd ByKolles-Burst mit einer Runde Rückstand Dritter wurde und damit den LMVS-Titel nur knapp verpasste.

"Das fühlt sich wie eine Wiedergutmachung für das vergangene Jahr an, eine erstaunliche Leistung des Teams bei einem so unglaublichen Event", sagte Atze Kerkhof, Direktor des Team Redline, und weiter: "Das Jahr 2022 fängt richtig gut an. [In der GTE] haben wir uns durchgesetzt. Wir hatten eine tolle Strategie, perfekte Ingenieure und Teamwork. Heute waren wir zwar nicht das bessere Auto, aber wir haben es geschafft."

In der GTE-Klasse hatte das BMW Team Redline ab der Hälfte des Rennens mit Kevin Siggy, Rudy van Buren, Lorenzo Colombo und Enzo Bonito leichtes Spiel. Das Team erholte sich sogar von einem Schreck, als van Burens Simulator kurz vor Halbzeit des Rennens ausfiel, was für ihn eine dreistündige Fahrt zu Siggys Standort zur Folge hatte, um auf dessen Simulator das Rennen zu beenden.

Gerard Neveu, Executive Producer der 24h Le Mans virtuell, bilanziert: "Wir sind sehr zufrieden. Wenn 116 Simulatoren, die die 50 Autos repräsentieren, 24 Stunden lang in 28 Ländern im Einsatz sind und mit demselben Server verbunden sind, ohne dass es während des langen Rennens zu technischen Ausfällen kommt, ist das sehr zufriedenstellend."

Ergebnis 24h Le Mans der LMVS (LMP):
1. #70 Realteam Hydrogen Redline - Felipe Drugovich, Oliver Rowland, Jeffrey Rietveld, Michal Smidl - 407 Runden
2. #1 Rebellion GPX Esports - Louis Deletraz, Agustin Canapino, Kuba Brzezinski, Nikodem Wisniewski
3. #4 Floyd ByKolles-Burst - Tom Dillmann, Bent Viscaal, Jesper Pedersen, Jernej Simoncic
4. #21 Graff by ProSimu - Arno Santamato, Jan Marschalkowski, Maxime Brient, Yohann Harth
5. #49 Yas Heat - Will Tregurtha, Sandy Mitchell, Marko Pejic, Balazs Remenyik

Ergebnis 24h Le Mans der LMVS (GTE):
1. #71 BMW Team Redline - Rudy van Buren, Lorenzo Colombo, Enzo Bonito, Kevin Siggy - 367 Runden
2. #91 Porsche Esports Team - Mitchell deJong, Laurin Heinrich, Mack Bakkum, Martin Krönke
3. #77 Proton Competition - Loek Hartog, Matt Campbell, Kevin van Dooren, Jeremy Bouteloup
4. #51 FDA Esports Team - Nicklas Nielsen, David Perel, Jordy Zwiers, Kasper Stoltze
5. #89 BMW Team BS+ Competition - Bruno Spengler, Robby Foley, Alen Terzic, Joonas Raivio

LMVS-Gesamtwertung (LMP):
1. #70 Realteam Hydrogen Redline - 91 Punkte
2. #1 Rebellion GPX Esports - 90,5
3. #4 Floyd ByKolles-Burst - 88,5
4. #123 Team Redline - 58
5. #8 R8G ESPORTS - 54

LMVS-Gesamtwertung (GTE):
1. #71 BMW Team Redline - 127 Punkte
2. #91 Porsche Esports Team - 101,5
3. #88 Proton Competition - 55,5
4. #77 Proton Competition - 53
5. #55 BMW Team GB - 49

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