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WTCC-Boss: "Sehe sieben bis neun potenzielle Weltmeister"

02. Dezember 2016 - 13:40 Uhr

WTCC-Serienchef Francois Ribeiro spricht über die Regeländerungen und rechnet trotz aller Rückschläge 2017 mit einer extrem spannenden Meisterschaft

Francois Ribeiro
Francois Ribeiro spricht über die Veränderungen in der WTCC
© FIA WTCC

(Motorsport-Total.com) - Die Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) hat schon bessere Zeiten erlebt. Zwei Hersteller steigen aus, der Kalender schrumpft auf zehn Veranstaltungen, eine zweite Klasse muss das Starterfeld füllen. Doch Serienchef Francois Ribeiro sieht auch Positives und glaubt, dass nach dem Rückzug von Dominator Jose-Maria Lopez und Citroen 2017 sieben bis neun Fahrer um den WM-Titel fahren können.

Im Interview erklärt Ribeiro, warum die Kürzung des Kalenders und die Einführung der WTCC-2 aus Kostengründen die richtige Entscheidung war. Der Franzose spricht auch über die Veränderungen im Kalender, in den Monza und Macao zurückkehren und erklärt, was es mit der neuen Joker-Runde auf sich hat.

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Frage: "Francois, der WTCC-Kalender 2017 umfasst zehn Veranstaltungen. Das ist eine weniger als 2016. Warum?"
Francois Ribeiro: "Wir haben mit unseren Teams gesprochen, und da war der Tenor, dass zehn Veranstaltungen aus dem Blickwinkel des Budgets gut funktionieren. Dieser weniger dicht gefüllte Kalender hilft die laufenden Kosten zu reduzieren. Gleichzeitig haben wir über die Saison verteilt aber eine gute Mischung von Veranstaltungen auf vier Kontinenten, was den Anforderungen der TV-Übertragungen sowie unserer kommerziellen Partner und Anteilseigner entspricht."

"Der Rückzug von Lada hat im Fahrerlager zu Besorgnis geführt, und ich war auch enttäuscht darüber. Gleichzeitig sehe ich aber im nächsten Jahr sieben bis neun potenzielle Weltmeister. Man muss sehr weit in den Geschichtsbüchern der WTCC zurückblättern, um solch eine offene Meisterschaft zu finden. Es ist unberechenbar und ausgeglichen, und ist es nicht das, was die Fans wollen?"

Warum der Kalender verändert wurde

Frage: "Was ist mit Moskau, Le Castellet und dem Slovakiaring passiert?"
Ribeiro: "Wir hatten immer eine gute Beziehung zum Team vom Moscow Raceway, und die Rennen dort waren immer unterhaltsam. Nachdem Lada seine Aktivitäten 2017 auf den nationalen Rennsport konzentriert, haben wir zusammen mit allen Beteiligten der WTCC entscheiden, in der nächsten Saison nicht mehr auf dem Moscow Raceway zu fahren. Ich hoffe aber, dass wir eines Tages zurückkommen."

"Die WTCC fährt zwar nicht mehr auf dem Circuit Paul Ricard und auf dem Slovakiaring, aber auch zu diesen beiden Rennstrecken halten wir engen Kontakt. Sie sind beide Austragungsorte der Langstrecken-Weltmeisterschaft für Motorräder, die ebenfalls von Eurosport Events vermarktet wird. Wir freuen uns ganz besonders auf die erste Ausgabe der 8 Stunden von Slovakiaring im nächsten Juni."

Frage: "Macao kehrt trotz ihrer Vorbehalte in der Vergangenheit zurück. Wird damit nur ein freier Platz im Terminplan gefüllt oder steckt mehr dahinter?"
Ribeiro: "Wir haben die Türe für Macao immer offen gehalten und freuen uns sehr, zu diesem Kult-Stadtrennen zurückzukehren. Macao ist etwas ganz Besonderes, vielleicht das stärkste Rennen in ganz Asien."

"Die Gespräche mit dem neuen Management vor Ort sind unkompliziert und glatt verlaufen. Beide Seiten haben den festen Willen, diese Veranstaltung zu einem großen Erfolg zu machen. Außerdem gibt es Synergien mit den anderen FIA-Veranstaltungen am Wochenende des Macao-Grand-Prix."

Frage:"Weshalb kehr Monza in die WTCC zurück?"
Ribeiro: "Die WTCC hat in Monza Tradition. Dort fand 1987 das allererste WTCC-Rennen statt, und auf das erste Rennen nach der Wiederbelebung der Serie im Jahr 2005 wurde in Monza ausgetragen. Und die Rennen waren dort immer sehr gut. Wir freuen uns daher, dass die WTCC nach drei Jahren Pause dorthin zurückkehrt."

Frage:"Der Motorsportweltrat hat für die nächste Saison die WTCC-2 genehmigt. Ist sie mehr als nur ein Lückenfüller im Starterfeld?"
Ribeiro: "Wir beobachten, dass Fahrer und Teams im aktuellen wirtschaftlichen Klima Schwierigkeiten haben, das notwendige Budget zur Finanzierung des Einsatzes eines TC1-Tourenwagens zu sichern. Die WTCC bleibt klar der Gipfel des Tourenwagensports, doch mit der WTCC-2 bieten wir den Tourenwagen-Weltmeistern von morgen eine gute Plattform, um ihr Talent auf der weltweiten Bühne zu zeigen.

"Sie fahren um einen FIA-Titel, aber zu geringeren Kosten, da die TCN2-Autos der WTCC-2 in Anschaffung und Unterhalt günstiger sind. Die Teilnehmer der WTCC-2 profitieren dabei von den hohen Standards der Organisation, dem weltweiten Medieninteresse und den Vermarktungs-Aktivitäten der WTCC."

WTCC-2 als nächster Karriereschritt für Talente

Frage: "Was bedeutet die Einführung der WTCC-2 für die ETCC, wo ja auch TCN2-Autos eingesetzt werden?"
Ribeiro: "Wir sind gerade dabei, eine mehr als günstige Karriereleiter zu erschaffen. Der Sprung von der ETCC in ein TC1-Auto ist schon recht groß. Mit der WTCC-2 schaffen wir einen machbaren Schritt für Fahrer, die eine Karriere im Tourenwagen planen. Man darf auch nicht vergessen, dass einige Fahrer und Teams aus der ETCC weder die Zeit noch das Geld haben, um mehr als die aktuell sechs Veranstaltungen zu bestreiten."

Frage: "Kommen wir zu guter letzt zum Konzept der Joker-Runde. Was wollen Sie damit erreichen?"
Ribeiro: "Die Joker-Runde funktioniert im Rallycross recht gut, warum sollte sie also bei Straßenrennen der WTCC nicht mehr Raum für Strategien eröffnen? Das wird in Marrakesch und Vila Real eine neue Dimension eröffnen. Dort sollte der Veranstalter die Möglichkeit haben, eine alternative Route anzubieten, die nicht auf Kosten der Sicherheit geht."

"Die Joker-Runde ist 2017 neu in der WTCC, so wie es 2016 MAC3 und 2015 die Nürburgring-Nordschleife waren. Die Welt verändert sich, und ich weiß nicht was falsch daran sein soll, Neuerungen einzuführen, von denen die Fans profitieren."

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