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Le Mans 1965: Die Nacht, in der Rindt der Durchbruch gelang

18. April 2017 - 13:21 Uhr

Jochen Rindt wäre heute 75 Jahre alt geworden: Der Durchbruch gelang ihm 1965 in Le Mans - einem Rennen voller Mysterien, das er nie hätte gewinnen sollen

Masten Gregory, Jochen Rindt
Masten Gregory und Jochen Rindt jubeln - aber fehlt da nicht jemand?
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Graham Hill ist der Einzige, der ihn hat - Fernando Alonso und Juan Pablo Montoya träumen noch davon: den Grand Slam des Motorsports. Jochen Rindt, der heute 75 Jahre alt geworden wäre, war beim Indy 500 am Start, Monaco hat er 1970 auf legendäre Art und Weise in der letzten Kurve gewonnen. Sein Durchbruch gelang ihm aber mit dem Sieg in Le Mans 1965.

Dabei hätte der damals 23-jährige deutsche Staatsbürger mit österreichischer Rennlizenz gar nicht starten sollen, hatte eigentlich vor dem Langstreckenklassiker kein Cockpit. Der Plan des Formel-1-Einsteigers, der den Ruf hatte, besonders materialmordend zu fahren, stand bereits fest: ein paar Tage bei seiner Großmutter in Graz zu verbringen. Dann tat sich aber kurzfristig die Chance auf, für das North American Racing Team zu fahren.

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Dabei handelte es sich um eine Art Semi-Werksteam von Ferrari. Der Teambesitzer: Luigi Chinetti, der alle Le-Mans-Rennen zwischen 1932 und 1953 bestritten und drei Mal gewonnen hatte. Chinettis heißer Draht nach Maranello: Nachdem er 1946 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, mauserte er sich über die Jahre zum wichtigste Ferrari-Händler im Wachstumsmarkt USA.

Teampartner Gregory verhindert Rindts vorzeitige Aufgabe

Rindt, der erst zwei Tage vor dem Rennen die Freigabe erhielt, weil er einen BP-Vertrag hatte, das Auto aber mit Shell-Sprit lief, kam keineswegs als Mitfavorit an die Sarthe. Sein Ferrari 250 LM galt als chancenlos. Und als Partner fungierte damals Masten Gregory, genannt "Catastrophy Gregory", weil er davor fünf Mal wegen Bremsdefekten aus fahrenden Rennwägen gesprungen war.

Seinen zweifelhaften Spitznamen trug er aber zu unrecht, wie Rindts Jugendfreund Helmut Marko, später ebenfalls Le-Mans-Sieger und heute Red-Bull-Motorsportkonsulent, klarstellt: "Masten hatte zwar das Geld für den Einsatz, war aber auch ein halbwegs guter Sportwagenfahrer."

Trotzdem ging der Start schief: Um 19 Uhr lagen Rindt und Gregory nach zahlreichen Defekten in der Anfangsphase ganz hinten. Rindt wollte bereits aufgeben und hatte sich bereits umgezogen, um nach Hause zu fahren, doch Routinier Gregory überredete den Debütanten zum Weitermachen. Der stellte aber eine Bedingung: "Ich gebe nur noch Vollgas."

Geheimnisvoller dritter Fahrer

Marko erinnert sich: "Er hat mir erzählt, dass er beschlossen hatte, dass jetzt alles egal ist. Entweder hält das Auto, oder es zerfällt." Auch in das großen Duell zwischen den Ford-GT und Ferrari hatte sich der Defektteufel eingemischt: Drei Ford hatten sich schon in den ersten zwei Stunden verabschiedet, bei den Werks-Ferrari sorgten die Scheibenbremsen für unerwartete Probleme. Um Mitternacht - also nach einem Drittel der Distanz - lagen Rindt und Gregory bereits auf Platz 13.

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So kannte man Jochen Rindt: Der "James Dean der Formel 1" - stets mit Zigarette - war einer der verwegensten Piloten der Königsklasse. Obwohl der deutsche Staatsbürger, der wegen seiner österreichischen Rennlizenz als Österreicher galt, nur sechs Rennen gewann, wurde er zum Mythos. Das lag auch daran, dass der ...
So kannte man Jochen Rindt: Der "James Dean der Formel 1" - stets mit Zigarette - war einer der verwegensten Piloten der Königsklasse. Obwohl der deutsche Staatsbürger, der wegen seiner österreichischen Rennlizenz als Österreicher galt, nur sechs Rennen gewann, wurde er zum Mythos. Das lag auch daran, dass der ...

Rindt fuhr bei Dunkelheit völlig entfesselt und holte Position um Position auf - eine sensationelle Aufholjagd, die kaum jemand für möglich gehalten hatte, begünstigt durch die Ausfälle aller Werks-Ford und -Ferrari. Brillenträger Gregory hatte allerdings gegen vier Uhr morgens seine liebe Not, weil der Rauch der vielen Grillfeuer in der Nacht ins Cockpit eindrang. Bis heute hält sich das Gerücht, dass er aus diesem Grund seinen Nacht-Turn früher als geplant beendet haben soll.

Rindt sei allerdings nirgends auffindbar gewesen und daher habe ein geheimnisvoller dritter Pilot das Steuer von Gregory übernommen. Es soll sich dabei um den US-amerikanischen Ersatzmann Ed Hugus gehandelt haben, der aber auch in der späteren Ergebnisliste nicht auftauchte. Angeblich, weil er es wegen der Menschenmassen nicht zur Siegerehrung schaffte. "So ein Blödsinn", wundert sich Marko über die kuriose Anekdote.

Entfesselter Rindt prügelt Ferrari zum Sieg

"Gut, dass Masten das Rennen zu Ende fuhr. Ich wäre weiter Vollgas gefahren. Dann hätte es vielleicht alles zerrissen."
Jochen Rindt

Im Morgengrauen ging der Rindt-Ferrari jedenfalls erstmals in Führung - und Rindt hielt die Spitzenposition, ehe er für den Schluss-Turn wie ausgemacht an Gregory übergab. Das war der Wunsch des Routiniers gewesen. Der von "Vollgastier" Rindt ordentlich malträtierte Ferrari 250 LM machte es ihm nicht gerade leicht, hielt aber bis zur Zielflagge. Erst in der Auslaufrunde streikte das Getriebe. "Gut, dass Masten das Rennen zu Ende fuhr", sagte Sieger Rindt später zur Österreichs Reporterlegende Heinz Prüller. "Ich wäre weiter Vollgas gefahren. Dann hätte es vielleicht alles zerrissen."

Der Sensationstriumph - übrigens nach wie vor der letzte Gesamtsieg eines Ferrari - schaffte es bis in die Redaktion der Bild-Zeitung, wie Prüller erzählt. "Ich erinnere mich noch an den Aufmacher: 'Deutscher gewinnt für Ferrari in Le Mans'." Und das, obwohl sich Rindt, der mit österreichischer Lizenz fuhr und für den stets die österreichische Hymne gespielt wurde, nie als Deutscher sah.

Porsche-Rennleiter Fritz Enzinger auf Rindts Spuren

In Österreich schaffte es Prüllers Bericht aus Le Mans jahrzehntelang in die Schulbücher und war dort neben Texten von Goethe, Schiller und Grillparzer als Musterbeispiel für eine aufregende Sportreportage abgedruckt. Als Rindt am 5. September 1970 in Monza tödlich verunglückte, war sein Le-Mans-Kollege Gregory übrigens ausgerechnet an der Sarthe, wo er die Todesnachricht erhielt.

Er war damals als Berater für den legendären Le-Mans-Film mit Steve McQueen vor Ort. Gegory wurde später in Amsterdam Diamantenhändler und starb 1985 im Alter von nur 53 Jahren bei einem Italienurlaub an Herzversagen.

Der legendäre Triumph blieb unvergessen: Selbst für Porsches aktuellen Rennleiter Fritz Enzinger war die Sternstunde des Jahres 1965 beim Porsche-Comebacksieg 2015 - also 50 Jahre danach - Thema. Der Österreicher, der nicht weit vom Österreichring in der Steiermark aufwuchs und dessen Motorsportbegeisterung durch Rindt geweckt worden war, verrät: "Mir ist beim Sieg vor zwei Jahren bewusst geworden, dass ich erst der dritte Steirer bin, der als Gesamtsieger auf diesem Podest war. Zuerst Rindt, 1971 Helmut Marko und 2015 ich."

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