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Peugeot erneuert Interesse an Le-Mans-Comeback

09. Mai 2016 - 18:04 Uhr

Peugeot will zurück nach Le Mans und mit einem LMP1-Fahrzeug in der WEC antreten - Können ACO/FIA und Hersteller die Kosten auf ein erträgliches Maß bringen?

Stephane Sarrazin, Nicolas Minassian
2011 absolvierte Peugeot ausgiebige Tests mit einem Hybridauto, das nie Rennen fuhr
© Peugeot

(Motorsport-Total.com) - Der französische PSA-Konzern hat sein Interesse an einer Rückkehr in die LMP1-Klasse mit der Marke Peugeot erneut bekräftigt. Nachdem die Unternehmenszahlen seit einer erheblichen Umstrukturierung in den vergangenen Jahren nun wieder positiv sind, macht Konzernboss Carlos Tavares erheblichen Druck. ACO und FIA sollen die Voraussetzungen für ein Le-Mans-Comeback der "Löwen" schaffen. Dabei stehen vor allem die Kosten im Vordergrund.

"Alles hängt am Budget", so Peugeot-Sportchef Bruno Famin gegenüber 'endurance-Info.com'. Der französische Ingenieur, der bereits für den 2009 in Le Mans siegreichen 908 HDi FAP verantwortlich zeichnete, bereitet ein Comeback im Hintergrund bereits vor. Bei positiven Entscheidungen bezüglich des Regelwerks könnte alles sehr schnell gehen. "Der PSA-Präsident träumt von einer Rückkehr nach Le Mans und einem Start auf der Langstrecke von Peugeot."

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"Bisher ist es eine Idee, oder ein Ziel am Horizont", so Famin. Peugeot will gute Voraussetzungen vorfinden. Dies wird jedoch schwierig. Zwar hatte die letzte Version des 908, die nach dem plötzlichen Rückzug zu Beginn des Jahres 2012 nicht mehr im Wettbewerb antrat, bereits Hybridtechnologie verbaut, dennoch haben die aktuellen LMP1-Hersteller Audi, Porsche und Toyota in diesem Bereich viel Vorsprung. Zudem geben die Platzhirschen derzeit jährlich enorme Summen aus.

Peugeot: Bühne WEC ist besser als Formel 1

Bei Porsche spricht man von einem Jahresbudget von rund 220 Millionen Euro, bei Audi von nur geringfügig weniger. Toyota bewegt sich in einem Bereich von etwa 100 Millionen Euro. Wer neu einsteigen will, muss zunächst viel Geld in die Hand nehmen, um Strukturen und Know-how aufzubauen und konkurrenzfähig zu werden. "Auch wenn die deutschen Hersteller auf zwei Autos in Le Mans reduziert haben, so ist dies doch eher ein symbolischer Akt", meint Famin. Die Kosten seien dennoch zu hoch.

"Zwei Drittel der Formel-1-Teams würden sich wünschen, ein Budget auf dem Niveau der Top-LMP1-Teams zu haben", sagt der Franzose. "Die Budgets sind viel zu hoch. Wir können nur darum bitten, dass man die Kosten senkt. Die Technologie ist interessant, das Format ebenso. Die WEC ist eine großartige Rennserie mit wunderschönen Autos. Die Szene ist eigentlich ideal für Hersteller, viel besser als die Formel 1", so der Peugeot-Sportchef.

2007-2011: Peugeot in Le Mans

Frankreich


2007-2011
Foto 1 von 21
Im Jahr 2006 stellte Peugeot zunächst die Studie eines Prototypen vor, baute anschließend die ersten Chassis auf.
Im Jahr 2006 stellte Peugeot zunächst die Studie eines Prototypen vor, baute anschließend die ersten Chassis auf.

Klartext: Peugeot kommt zurück, wenn ACO und FIA gemeinsam mit den aktuellen Herstellern auf dem Weg zum LMP1-Regelwerk 2018 mit viel Augenmaß und Verantwortung handeln. "Das Reglement wird in diesem Jahr in Le Mans veröffentlicht, zumindest die Rahmendaten", sagt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. "Bis dorthin gibt es noch ein paar nette Arbeitsgruppen, in denen man versuchen wird, das alles so gut wie möglich auf die Beine zu stellen - und zwar kundenorientiert."

Die angesprochene Kundenorientierung ist schwierig darzustellen, da drei Kunden oftmals drei Meinungen haben. "Ich höre auch oft, dass angeblich ein Hersteller vieles blockiert und kein neues Regelwerk will. Aber ganz ehrlich: In den Meeting ist davon rein gar nichts zu spüren. Wir haben einen offenen Dialog. Am Schluss entscheiden ACO und FIA", erklärt Porsche-Teamchef Andreas Seidl. "Das Reglement muss weiter entwickelt werden, aber im passenden Maße", meint der kommissarische Technikchef der Weissacher.

Kommt Peugeot über den Umweg Box 56?

"Die Teams setzen sich in den kommenden Wochen wieder im Rahmen der TWG (Technical Working Group; Anm. d. Red.) zusammen", sagt TMG-Geschäftsführer Rob Leupen. "Unser Fokus und unser Interesse ist es, dass wir 2018 eine weitere Innovation bekommen - ein drittes ERS. Es geht um die logische Weiterentwicklung des aktuellen LMP1-Regelwerks. Gleichzeitig müssen wir aber auch auf die Kosten achten." Toyota setzt sich daher intensiv für Regeln ein, die ein Ausufern der Kosten verhindern sollen.

Bruno Famin
Viel Erfahrung in Le Mans: Bruno Famin kennt die LMP1-Szene bestens
© xpb.cc

Bei den Debatten geht es nicht nur um eine mögliche Adaptierung des Token-Systems aus der Formel 1, sondern auch um andere Baustellen. Gefragt ist unter anderem auch die WEC-Organisation, denn Budgets sinken auch dann, wenn die Serie Vermarktungserlöse ausschütten kann. Bei den üblichen Stellschrauben wie Testbegrenzungen oder Beschränkungen von Personal an der Strecke oder Windkanalzeiten ist bereits nahe am unteren Limit angelangt.

Für Peugeot gibt es allerdings einen Plan B. Laut Bruno Famin ist es eine Option, die sogenannte Garage 56 als Sprungbrett für die Rückkehr zu nutzen. "Wir haben schon kurz nach dem Ende des 908-Programms darüber nachgedacht", sagt der Peugeot-Technikchef. "Es ist derzeit so etwas wie eine Einstiegshilfe in die LMP1." Der Franzose stellt klar: "Peugeot wird an jenem Tag auf die Langstrecke zurückkehren, an dem wir ein nachhaltiges Projekt garantieren können, hinter dem auch etwas steckt."

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