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Tony Stewart bestätigt: "Nächstes Jahr wird mein letztes"

30. September 2015 - 19:13 Uhr

Der dreimalige NASCAR-Champion Tony Stewart macht die Saison 2016 zu seiner Abschiedstour - Clint Bowyer übernimmt Stewarts Cockpit ab 2017

Tony Stewart
Der dreimalige NASCAR-Champion Tony Stewart fährt 2016 seine letzte Saison
© NASCAR

(Motorsport-Total.com) - Die NASCAR-Karriere von Tony Stewart neigt sich dem Ende zu. Wie Stewart in diesen Minuten auf einer Pressekonferenz am Stammsitz von Stewart/Haas Racing in Kannapolis (North Carolina) bestätigt, wird die Saison 2016 seine letzte im Sprint-Cup sein.

"Nächstes Jahr wird mein letztes Jahr im Sprint-Cup sein. Die Entscheidung war zu 100 Prozent meine eigene. Es gab keinen Druck von außen. Irgendwann kommt in jeder Karriere der Zeitpunkt, an dem man eine Veränderung vornehmen muss", so Stewarts erste Worte. Für seine letzte Saison im NASCAR-Cockpit setzt sich der Fahrer und Teammitbesitzer von Stewart/Haas Racing noch zwei große Ziele: "Mir fehlt noch ein Sieg beim Daytona 500 und beim Southern 500. Ich hätte nichts dagegen, wenn sich das noch ändern ließe."

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Auch nach seinem Rücktritt als Fahrer wird Stewart der NASCAR erhalten bleiben. "Am meisten ist man wahrscheinlich bei NASCAR enttäuscht, weil sie mich nicht loswerden. Ich werde als Teambesitzer dabei bleiben. Es gibt also weiterhin Gelegenheit, mich zu bestrafen - so, wie es immer war", grinst der 44-Jährige und schiebt mit Blick auf seinen Teammitbesitzer Gene Haas einen weiteren Witz hinterher: "Bis jetzt hat er nur einen Fahrer für sein Formel-1-Team bestätigt. Ich werde noch mal mit ihm reden..." Ganz ernsthaft stellt Stewart klar, dass sich sein Rücktritt Ende 2016 nur auf die NASCAR bezieht: "Ich werde nicht komplett mit dem Rennfahren aufhören."

Champion im IndyCar und im NASCAR-Boliden

Tony Stewart, der seit Jahrzehnten den Spitznamen "Smoke" trägt, ist einer der vielseitigsten Akteure der US-Racing-Szene. Nach zahlreichen Titeln in der hauptsächlich auf Dirt-Tracks stattfindenden Sprint-Car-Szene stieg er 1996 in die Indy-Racing-League (IRL) ein. Nach einer kurzen, aber erfolgreichen Karriere, die er mit dem Gewinn des IRL-Titels 1997 krönte, wechselte Stewart in die NASCAR. 1999, in seinem Rookie-Jahr in der höchsten NASCAR-Liga (damals Winston-Cup), gewann er drei Rennen und war bester Neuling.

Anschließend reihte sich über ein Jahrzehnt lang Erfolg an Erfolg. Bei seinen bisher 582 Rennen im Winston-Cup beziehungsweise Nextel-Cup beziehungsweise Sprint-Cup hat Stewart 48 Siege, 15 Pole-Positions und drei Titel (2002, 2005 und 2011) eingefahren. Die ersten beiden Titel holte er für Joe Gibbs Racing, den dritten als Fahrer und Teammitbesitzer in Personalunion für Stewart/Haas Racing. Detail am Rande: Tony Stewart ist der einzige Fahrer, der einen Winston-Cup, einen Nextel-Cup und einen Sprint-Cup im Trophäenschrank stehen hat. Den als Fahrer und Teambesitzer eingefahrenen 2011er-Titel bezeichnet Stewart als "das Highlight meiner Karriere".

2013: Der Anfang vom Ende

Seit zwei Jahren allerdings tut sich "Smoke" schwer, an alte Erfolge anzuknüpfen. Seit dem 2. Juni 2013 (Dover) stand er nicht mehr in der Victory Lane. Stattdessen machte er anderweitig Schlagzeilen. Am 5. August 2013 hatte der dreimalige NASCAR-Champion bei einem seiner damals noch zahlreichen Gaststarts auf Dirt-Tracks einen schweren Sprint-Car-Unfall. Auf dem Southern Iowa Speedway in Oskaloosa (Iowa) brach sich Stewart bei einem Überschlag das rechte Schien- und Wadenbein.

Im Februar 2014 kehrte Stewart in Daytona ins Cockpit seines Stewart/Haas-Chevy mit der Startnummer 14 zurück, doch wie schon 2013 trat er nicht bei allen Saisonrennen an. Grund dafür, dass er im Sommer drei Rennen ausließ, war das Drama von Canandaigua. Bei einem neuerlichen Gaststart in der Sprint-Car-Szene war Stewart am 9. August 2014 in einen Unfall mit Todesfolge verwickelt.

Der 20-jährige Kevin Ward Jr. lief auf dem Dirt-Track des Canandaigua Motorsports Park im US-Bundesstaat New York auf die Strecke, während das Rennen infolge einer Kollision zwischen ihm und Tony Stewart unter Gelb lief. Stewart erwischte Ward Jr. mit dem rechten Hinterrad seines Sprint-Cars. Dabei wurde der Nachwuchspilot aus Port Leyden (New York) so schwer verletzt, dass er 45 Minuten später verstarb.

Die Karriere von Tony Stewart

Mit der Saison 2016 endete auch Tony Stewarts Sprint-Cup-Karriere nach mehr als 600 Rennen - Wir blicken zurück auf den langen Weg, den "Smoke" hinter sich hat


1996-2016
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1996: Der junge Tony Stewart fährt sein erstes Indy 500 in einem Lola-Buick von Team Menard, damals schon mit der Startnummer 20. Er wird 24.
1996: Der junge Tony Stewart fährt sein erstes Indy 500 in einem Lola-Buick von Team Menard, damals schon mit der Startnummer 20. Er wird 24.

Im September 2014 wurde Stewart von einem Geschworenengericht (Grand Jury) freigesprochen. Ein kriminelles Handeln im Zusammenhang mit dem Tod von Kevin Ward Jr. konnte dem NASCAR-Star nicht nachgewiesen werden. Stattdessen brachten die gerichtlichen Untersuchungen ans Tageslicht, dass Ward Jr. zum Zeitpunkt des Unfalls unter dem Einfluss von Marihuana stand. Ungeachtet dessen hat Stewart seit August 2015 eine Zivilklage der Familie Ward am Hals. Die diesbezüglichen Sitzungen vor Gericht sollen in der kommenden Woche beginnen.

In der laufenden Saison 2015 in der NASCAR-Topliga Sprint-Cup hat Stewart zwar alle bisher ausgetragenen Rennen bestritten. Dennoch liegt er in der Gesamtwertung nur auf Rang 25. Nur zweimal (Bristol im April und Pocono im August) kam er in den Top 10 ins Ziel. In die Top 5 hat er es anno 2015 bislang nicht geschafft. Die Zahl von Stewarts diesjährigen Führungsrunden steht bei gerade mal 24.

Während zwei seiner drei Stewart/Haas-Teamkollegen den Einzug in den Chase geschafft haben (Kevin Harvick und Kurt Busch) und auch Danica Patrick als 24. der aktuellen Gesamtwertung vor Stewart liegt, ist der 44-jährige Boss rein ergebnisbezogen nun schon seit Monaten das Schlusslicht in Reihen des Vier-Wagen-Teams, das er zusammen mit Gene Haas besitzt.

Nachfolgefrage geklärt: Clint Bowyer übernimmt

Im Zusammenhang mit der Ankündigung, dass Tony Stewart zum Ende der kommenden Saison zurücktreten wird, erfolgte in Kannapolis soeben auch die Bekanntgabe des Nachfolgers. "Ich werde Harry Gant aus dem Ruhestand zurückholen", scherzt Stewart, um dann doch seinen tatsächlichen Nachfolger vorzustellen. Wie gerüchtweise bereits seit Wochen im Raum stand, wird Clint Bowyer beginnend mit der Sprint-Cup-Saison 2017 bei Stewart/Haas Racing das Auto von "Smoke" übernehmen. Nach Informationen von 'Associated Press' wollte Stewart ursprünglich Kyle Larson als seinen Nachfolger verpflichten. Doch Larsons Vertrag bei Chip Ganassi Racing verhindert, dass Stewart seinen Wunschnachfolger bekommt. Somit fiel die Wahl auf Clint Bowyer.

Was Bowyer betrifft, so ist dieser zunächst auf ein Übergangsjahr 2016 angewiesen. Bowyers aktueller Arbeitgeber Michael Waltrip Racing sperrt Ende 2015 zu. Es gilt als sicher, dass der NASCAR-Vize-Champion von 2012 in der kommenden Saison für HScott Motorsports fährt. Die offizielle Bekanntgabe dieses Deals soll am Wochenende in Dover erfolgen. Dem Vernehmen nach nimmt Bowyer seinen langjährigen Hauptsponsor 5-Hour Energy mit und übernimmt für ein Jahr das Cockpit des HScott-Chevy mit der Startnummer 51 von Justin Allgaier, bevor er ab 2017 den Stewart/Haas-Chevy mit der Startnummer 14 von Tony Stewart übernimmt.

Tony Stewart ist binnen weniger Monate der zweite NASCAR-Champion, der seinen Rücktritt bekanntgegeben hat. Im Januar überraschte Jeff Gordon mit der Meldung, dass die Saison 2015 seine letzte sein wird. Nur ein Jahr nach der Abschiedstour des viermaligen Champions fährt auch der dreimalige Champion Tony Stewart seine Abschiedstour. Mit seinen 48 Sprint-Cup-Siegen liegt Stewart in Reihen der aktiven Piloten hinter Jeff Gordon (92) und Jimmie Johnson (74) auf Platz drei. In der ewigen Bestenliste seit der ersten NASCAR-Saison (1949) liegt Stewart auf Platz 14. Mit seiner Vielseitigkeit in Form von Erfolgen in unterschiedlichsten Fahrzeugen hat "Smoke" aber den meisten seiner Konkurrenten etwas voraus.

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