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Texas-Triumph: Der "Spiderman" klettert wieder

09. Juni 2013 - 05:24 Uhr

Souveräne Vorstellung: "Spiderman" Helio Castroneves gewinnt in Texas und übernimmt die alleinige Tabellenführung - Andretti-Team deutlich geschlagen

Helio Castroneves
Helio Castroneves kontrolliert das IndyCar-Rennen von Texas
© IndyCar

(Motorsport-Total.com) - IndyCar-Dauerbrenner Helio Castroneves hat noch ein ganz großes Ziel in seiner langen Motorsport-Karriere: Bevor der 38-jährige Brasilianer in Diensten von Roger Penske irgendwann in Rente geht, will der "Spiderman" noch wenigstens einen IndyCar-Titel holen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag machte Castroneves dazu einen großen Schritt: Der Penske-Chevrolet mit der Startnummer 3 übernahm kurz vor Halbzeit in Runde 97 die Führung - und gab sie in der Folge nicht mehr ab.

Es war eine überzeugende Vorstellung in Sachen Reifen- und Benzinmanagement. "Aber nicht nur das", jubelte der immer gut gelaunte Spring-ins-Feld in seiner klassischen Manier. "Es war auch das Resultat harter Arbeit, denn wir haben uns lange mit dem Renn-Setup beschäftigt. Das hat sich heute ausgezahlt." In der Tat: Als die Konkurrenz bei den nicht einfachen Bedingungen auf dem schnellen 1,5 Meilen-Oval mit einer Kurvenüberhöhung von 24 Grad schwächelte, war Castroneves zur Stelle und fuhr souverän seinen IndyCar-Sieg Nummer 28 nach Hause.

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Die Geschlagenen kamen aus dem Lager von Andretti Autosport. Ryan Hunter-Reay (2.) und Marco Andretti (5.) fuhren in der ersten Rennhälfte sogar konstant vor dem Texas-Dominator, lagen am Ende mit ihrem Reifen-Management - und damit der Boxenstopp-Strategie - jedoch nicht mehr auf der Augenhöhe des perfekt arbeitenden Penske-Teams. "Das war heute richtig hart", bilanzierte Hunter-Reay. "Heute musstest du dein Auto wirklich fahren. Angesichts unserer Probleme haben wir das Optimum herausgeholt."

Rang drei ging an Tony Kanaan (KV-Chevrolet), der Ed Carpenter (Carpenter-Chevrolet; 4.) im Finale noch schnupfte. Carpenter erlebte zwei suboptimale Stopps, während Kanaan wieder einmal eine etwas andere Boxenstrategie an den Tag legte. Am Ende hatte der Indy-500-Sieger insofern Pech, als keine Gelbphase mehr kam und er zu einem Extrastopp abbiegen musste. "Das hätte aber nichts am Ergebnis geändert, denn heute hatten wir keine Chance gegen Helio", sagte Kanaan. Nur diese fünf Piloten lagen am Ende eines extrem schnellen Texas-Rennens noch in der Führungsrunde.

Andretti und Hunter-Reay beginnen stark

Doch der Reihe nach: Das Andretti-Duo Andretti und Hunter-Reay hatte Polesitter Will Power bereits in der Anfangsphase kassiert, als Pippa Mann (24.) in ihrem Dale-Coyne-Honda in Runde vier mit einem Motorschaden ausrollte. Die beiden Andretti-Boys donnerten in der Folge vorne im Parallelflug weg, während sich hinter Power mit Castroneves ein zweiter Penske-Chevy zunächst auf Platz vier einnistete und seinen Teamkollegen in Runde 30 überholte. Power (6.) war einer derjenigen, der unter dem erwarteten Fall-Off der Firestone-Reifen litt, denn auch Josef Newgarden (Fisher-Honda; 8.) zog kurz danach am Australier vorbei.

Kanaan hatte sich unterdessen schnell von Startplatz 15 auf Rang sechs nach vorne gearbeitet und spürte Scott Dixon, James Hinchcliffe (Andretti-Chevrolet; 9.), James Jakes (Rahal-Honda; 12.) und Carpenter hinter sich. Doch Dixons Texas-Auftritt (23.) war von kurzer Dauer: Nach seinem Green-Flag-Stopp in Runde 53 rollte der Neuseeländer in Diensten von Chip Ganassi Racing ohne Vortrieb aus. Gelbphase Nummer zwei war die Folge. Andrettis Stopp ging derweil in die Hose, weil der Tankschlauch nicht einrasten wollte. Der bisherige Exklusiv-Leader verlor zwei Positionen.

Der neue Führende hieß Hunter-Reay, der allerdings 14 Runden vor Andretti zum Tanken gegangen war. Letzerer war inzwischen wieder Zweiter und befand sich zusammen mit "Spiderman" Castroneves auf der Verfolgungsjagd. Ernesto Viso (Andretti-Chevy; 10.) und Justin Wilson (Dale-Coyne-Honda; 15.) hatten sich im Rahmen der Green-Flag-Stopps weit nach vorne gefahren, Kanaan, Jakes, Takuma Sato (Foyt-Honda; 11.), Newgarden und Hinchcliffe rundeten die Top 10 ab. Das Tempo des Spitzentrios war höllisch: Nach 90 Runden lagen nur noch 15 Teams in der Führungsrunde.

Auch in seinem zweiten Stint bekam Hunter-Reay am Ende große Balance-Probleme und musste in Runde 93 als Erster der Spitzengruppe an die Box zum Reifenwechsel. Castroneves zog unterdessen wieder an Andretti vorbei und führte das Firestone 550 in Runde 97 nun erstmals an. Auch Andretti ging schnell zum Service, denn der erwartete Fall-Off der Firestone-Gummis war enorm: In Sachen Rennspeed gemessen, betrug der Unterschied zwischen alten und neuen Reifen rund 20 Meilen pro Stunde.

Castroneves fährt auf und davon

Als Oriol Servia (19.) in Runde 113 seinen Panther-Chevy ohne Mauerkontakt und Fremdeinwirkung drehte, und damit Gelbphase Nummer drei auslöste, war Leader Castroneves immer noch nicht an der Box gewesen. Der IndyCar-Routinier hatte in seinem ersten Stint stolze 54 Runden gefahren, sein zweiter Stint betrug gar 61 Runden. Lediglich sieben Fahrzeuge befanden sich noch in der Führungsrunde, aber da diese alle zum Tanken gingen, kamen die Verfolger bis zu Platz 14 (Simona de Silvestro) auf diese Art und Weise zurück in die Lead-Lap.

Beziehungsweise bis Platz zwölf, denn de Silvestro (Überholen des Pace-Cars bei der Boxenausfahrt; 16.) und Viso (ein selbstständiger Reifen in der Boxengasse) kassierten jeweils eine Strafe. Castroneves hatte zur Halbzeit alles im Griff, sein neuer Verfolger hieß Power, dann Hunter-Reay, Wilson, Carpenter, Franchitti, Kanaan und Andretti. Die restlichen Piloten in der Führungsrunde waren Jakes, Newgarden, Sato und Hinchcliffe.

Castroneves drehte nun so richtig auf: In Runde 175 hatte der Brasilianer satte zwölf Sekunden Vorsprung auf Power herausgefahren und kam auch als souveräner Leader von seinem letzten Tankstopp zurück auf die Strecke. Durch die früheren Stopps hatten sich Kanaan und Andretti auf die direkten Verfolgerplätze gebracht, dahinter lauerten Hunter-Reay, Newgarden, Power, Carpenter, Jakes und Sato. Nur noch diese neun Piloten lagen in der Führungsrunde.

Allerdings brauchten Kanaan und Andretti noch eine längere Gelbphase, um ohne weiteren Service zu Ende fahren zu können. So war auf der Strecke Hunter-Reay der ärgste Castroneves-Verfolger und der amtierende IndyCar-Champion lag bereits satte 15 Sekunden zurück - Tendenz steigend. In diesem Wissen schaltete der "Spiderman" nun komplett in den Spritspar- und Reifenschon-Modus. Die Startnummer 3 kontroliierte das Renngeschehen in der längst eingefallenen IndyCar-Nacht auf dem Texas Motor Speedway deutlich.

Castroneves übernimmt alleinige Tabellenführung

Eine weitere Gelbphase kam nicht: 30 Runden vor dem Ende musste Kanaan tanken, fünf Runden später folgte Andretti. Die neue Reihung zehn Runden vor Schluss lautete: Castroneves, Hunter-Reay und Carpenter, der jedoch den auf frischen Reifen stark aufholenden Kanaan im Nacken hatte. Sechs Runden vor dem Ende war Carpenters Podiumsplatz Geschichte, als Kanaan problemlos vorbeizog. Andretti holte sich noch Rang fünf vor einem wie immer unauffälligen, aber grundsoliden Franchitti, Power, Newgarden, Hinchcliffe und Viso.

Doch der klare Sieger im Lone-Star-State hieß Castroneves, der in seinem Schluss-Stint ungefährdet zu seinem vierten Erfolg auf dem Texas Motor Speedway rollte. Der Lohn der Arbeit war nicht nur der erste Penske-Triumph der Saison 2013, sondern auch die deutliche und alleinige Tabellenführung: Der IndyCar-Routinier hat nunmehr 259 Punkte auf seinem Konto gesammelt und liegt damit klar von Andretti (-22) und Hunter-Reay (-27). Dahinter klafft schon eine größere Lücke zu Kanaan (-64) und Sato (-65).

Allerdings ist noch nicht einmal Halbzeit im IndyCar-Kalender 2013: Texas war erst Saisonrennen Nummer acht von insgesamt 19 Events. Derzeit geht es Schlag auf Schlag, denn nur eine Woche nach dem Firestone 550 steht nun der Ausflug auf die traditionsreiche Milwaukee Mile auf dem Programm. Castroneves ist gewarnt: Genau dort begann vor Jahresfrist die Aufholjagd von Ryan Hunter-Reay, die dem Andretti-Piloten letztlich den IndyCar-Titel 2012 einbrachte.

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