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Jeff Gordon: Wie viel Pech kann man haben?

04. Juni 2012 - 16:00 Uhr

Ex-Champion Jeff Gordon ist nach einer unglaublichen Serie von Pleiten, Pech und Pannen anno 2012 der Verzweiflung nahe: "Ich bin es leid..."

Jeff Gordon
Jeff Gordons Überschlag in Daytona wurde zum Sinnbild einer Seuchensaison
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Schon der Beginn der NASCAR-Saison 2012 verlief für Jeff Gordon äußerst ungewöhnlich. Im nicht zur Meisterschaft zählenden Budweiser Shootout in Daytona lieferte der vierfache Sprint-Cup-Champion im 20. Jahr seiner Zugehörigkeit zur Top-Klasse seinen ersten Überschlag ab. Was zum damaligen Zeitpunkt noch niemand ahnte: Das Bild des auf dem Dach dahin schlitternden Hendrick-Chevy mit der Startnummer 24 sollte zum Sinnbild einer absolut verkorksten, ja fast schon verteufelten Saison werden.

Mit dem FedEx 400 in Dover wurde am Sonntag die erste Hälfte der Regular-Season im Sprint Cup besiegelt. Bis zum Beginn des Chase verbleiben weitere 13 Rennen und für Jeff Gordon sieht es derzeit gar nicht gut aus wenn es darum geht, einen der Playoff-Plätze zu ergattern. In einem in puncto Chancenverwertung absolut unterirdisch verlaufenen Rennjahr kann sich Gordon Woche für Woche weiter von dem Gedanken verabschieden, den Sprung unter die Top 10 der Gesamtwertung bis zum 8. September in Richmond noch zu schaffen.

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Nur einmal - in der Saison 2005 - verfolgte Gordon einen Chase als nicht-aktiver Playoff-Teilnehmer und damit als Außenstehender im Titelkampf. In diesem Jahr könnte es erneut dazu kommen. Nach vier Titeln und insgesamt 85 Siegen im Sprint Cup müssen sich der erfolgsverwöhnte Routinier, sein Team und seine Fans in diesem Jahr beinahe Woche für Woche die Frage stellen: Wie viel Pech kann man haben?

Pleiten, Pech und Pannen

Jeff Gordons "Erfolgsbilanz" 2012 liest sich wie eine Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen. Es scheint, als hätten der 40-Jährige und seine Hendrick-Crew jedes erdenkliche Hindernis mitgenommen:

18. Februar: Budweiser Shootout in Daytona
Runde 74 von 75: Gordon liegt auf Platz drei. Nach einem etwas zu aggressiv vorgetragenen Bump-Draft gegen den Gibbs-Toyota von Kyle Busch in Turn 3 verliert der Kalifornier seinen Hendrick-Chevy und setzt zu einem mehrfachen Überschlag an: "Das war ganz sicher nicht das Ende des Rennens, das ich mir vorgestellt hatte."

27. Februar: Daytona 500
Runde 81 von 200: Gordon liegt im dichten Pulk in den Top 10. Vor Turn 3 verabschiedet sich der Motor seines Hendrick-Chevy im großen Stil: "Es passierte ohne Vorwarnung. Das ist ganz sicher nicht die Art und Weise, wie ich die Saison beginnen wollte."
Ergebnis: Platz 40

Jeff Gordon
Bristol: Gordon kracht nach Kontakt mit Earnhardt mit Reifenschaden in die Mauer
© NASCAR

18. März: Bristol
Runde 359 von 500: Gordon liegt auf Platz fünf. Bei einem Kontakt mit dem Auto von Teamkollege Dale Earnhardt Jr. fängt sich Gordon einen Reifenschaden ein und landet in der Mauer von Turn 3: "Wir haben das gegenseitige Anklopfen wohl etwas übertrieben. Es war kein harter Schlag, den ich von seinem Auto bekommen habe, aber ich vermute, dass sein Auspuffendrohr wohl meinen Reifen aufgeschlitzt hat." Ergebnis: Platz 35

25. März: Fontana
Runde 108 von 129: Kurz vor dem drohenden Abbruch wegen Regens liegt Gordon im Zuge der letzten Runde der Boxenstopps in Führung. Da der Gasman beim Stopp die Tankkanne nicht rechtzeitig vom Stutzen bekommt, wird er einige Meter mitgeschleift. Gordon muss ein weiteres Mal die Boxengasse aufsuchen und eine Stop-and-Go-Penalty absitzen: "Wir hatten in diesem Jahr schon oft ein schnelles Auto. Jetzt muss es uns einfach mal gelingen, ein 'komplettes' Rennen ohne Fehler abzuliefern." Ergebnis: Platz 26

Clint Bowyer, Kasey Kahne, Kevin Harvick, Jeff Gordon
Martinsville: 328 Runden Führung und am Ende Platz 14 nach Chaos beim Restart
© NASCAR

1. April: Martinsville
Runde 503 von letztlich 515: Gordon liegt nach absolut dominanter Vorstellung im Rennen beim Green-White-Checkered-Restart in Führung. In Turn 1 wird er von Clint Bowyer umgedreht: "Ich mag Clint, er ist ein Freund von mir. Und er hat mir erklärt, dass er von Ryan (dem späteren Sieger Newman; Anm. d. Red.) einen Schubser abbekam. Sehr schade, denn diese Gelbphase hätte es nicht gebraucht, aber das passt zu unserer Saison. Es kann nicht ewig so weitergehen." Ergebnis: Platz 14

22. April: Kansas City
Runde 238 von 267: Gordon liegt auf Platz neun. Plötzlich meldet sich ein Zylinder ab und die 24 verliert massiv an Tempo. Nach einem unplanmäßigen Stopp unter Grün schleppt sich der vierfache Ex-Champion mit dem maladen Hendrick-Chevy ins Ziel: "Irgendetwas im Bereich der Ventilsteuerung ist gebrochen." Ergebnis: Platz 21

28. April: Richmond
Runde 57 von 400: Gordon liegt knapp außerhalb der Top 10. Im dichten Pulk schiebt ihn Aric Almirola in die Fahrspur von Greg Biffle und Kurt Busch. Gordon fängt sich beim Kontakt einen Reifenschaden ein und verliert zwei Runden. "Sieh mal einer an, ein weiteres schlechtes Wochenende für uns", so die lakonische Reaktion des Hendrick-Piloten via Twitter. Ergebnis: Platz 23

6. Mai: Talladega
Runde 141 von 188: Von der Pole-Position ins Rennen gegangen, schwimmt Gordon im Führungspulk mit. Der ohne Sprit langsamer werdende Aric Almirola bringt die nachfolgenden Fahrer in Bedrängnis und löst einen Big-One aus. Gordon wird im Bemühen auszuweichen von Martin Truex Jr. getroffen. Der Hendrick-Chevy gerät aus der Spur und kracht in die Mauer von Turn 3: "Ich dachte schon, ich wäre durch, da hat mich Martin noch erwischt. Das passt absolut ins Bild, wie unsere Saison bisher verlaufen ist. Es ist einfach eines der bizarrsten Jahre, die dieses Team je durchmachen musste." Ergebnis: Platz 33

Jeff Gordon
Darlington: Der linke Hinterreifen verabschiedete sich gleich mehrfach
© NASCAR

12. Mai: Darlington
Runde 194 von 367: Gordon liegt auf Platz acht. Beim Überfahren eines Trümmerteils auf der Strecke fängt er sich hinten links einen Reifenschaden ein. Im Verlauf der folgenden 20 Runden kommt es am Auto von Gordon zu zwei weiteren Schäden dieser Art, da auch die Radaufhängung in Mitleidenschaft gezogen wurde: "Pech ist, wenn du über ein Teil auf der Strecke fährst, das sonst kein anderer findet und du dir dabei den Reifen aufschlitzt. Wir haben das heute gleich zweimal hinbekommen." Ergebnis: Platz 35

3. Juni: Dover
Runde 244 von 400: Gordon hat neben Teamkollege Jimmie Johnson wie schon in Martinsville das schnellste Auto im Feld und liegt in Führung. Aufgrund eines beim vorangegangenen Stopp nicht richtig angezogenen linken Hinterrads wird der Hendrick-Chevy des vierfachen Champions langsamer und muss drei Runden später zu einem unplanmäßigen Reifenwechsel unter Grün an die Box: "Das linke Hinterrad machte schon beim Stopp Probleme, als es sich nicht richtig aufsetzen ließ. Der Mechaniker wusste das. Wenig später wurde mir klar, dass wir in ernsthaften Schwierigkeiten stecken." Ergebnis: Platz 13

Dem ewigen Optimisten ist die Laune vergangen

Jeff Gordon
Jeff Gordons Moral ist angesichts der Chancenverwertung 2012 am Boden
© NASCAR

Top-10-Ergebnisse sprangen für Jeff Gordon lediglich in Phoenix (8.), Fort Worth (4.) und Charlotte (7.) heraus. Zum Vergleich: Der seit vier Jahren sieglose Hendrick-Teamkollege Dale Earnhardt Jr. brachte es in den 13 bisherigen Saisonrennen auf zehn Top-10-Platzierungen und damit auf so viele wie kein anderer Fahrer im Feld.

Gordons miserable Top-10-Quote von 3 aus 13 schmerzt umso mehr, wenn man bedenkt, dass die Pace der Startnummer 24 absolut vorhanden ist: Kein anderer Fahrer im Feld lag bei den ersten sieben Rennen des Jahres jedesmal für mindestens eine Runde in Führung. Insgesamt brachte es Gordon einschließlich des FedEx 400 in Dover auf 403 Führungsrunden. Mehr können in der laufenden Saison nur Roush-Pilot Greg Biffle (470) und Gordons Hendrick-Teamkollege Jimmie Johnson (791) für sich verbuchen.

Während Biffle als Führender der Gesamtwertung und Earnhardt/Johnson als Tabellendritter beziehungsweise -fünfter voll auf Chase-Kurs steuern, liegt Gordon als 21. der Fahrerwertung bei Halbzeit der Regular-Season außerhalb der Top 20. Mittlerweile ist selbst dem ewigen Optimisten aus Kalifornien der Spaß vergangen. "Wir können uns solche Fehler wie heute nicht leisten. Ich bin es leid, immer über dieselben Dinge zu berichten. Irgendetwas geht bei uns immer schief. Es ist ein Witz", so Gordon nach dem jüngsten Malheur in Dover.

Chase-Qualifikation rückt in weite Ferne

Jeff Gordon
Schafft die Startnummer 24 noch den Sprung in den Chase 2012?
© NASCAR

Feuert Gordon in den kommenden Wochen nicht eine ähnliche Serie an Top-Ergebnissen wie im Sommer 2011 (im Verlauf von 14 Rennen von Anfang Juni bis zum Beginn des Chase Anfang September zehn Mal Top 6, darunter zwei Siege) ab, dann besteht seine einzig verbliebene Chase-Hoffnung in einer der beiden Wildcards.

Dazu müsste er zwei bis drei der anstehenden 13 Rennen gewinnen. Das weiß der vierfache Champion spätestens seit dem jüngsten Rückschlag am Sonntag nur allzu gut: "Top-10- oder Top-15-Platzierungen bringen uns jetzt gar nichts. Was wir brauchen, sind Siege."

Das Rennen in Dover war übrigens der 666. Sprint-Cup-Start in Gordons Karriere. Irgendwie passend, denn derzeit geht es im 24er-Lager wahrlich mit dem Teufel zu. Man darf schon jetzt gespannt sein, was beim Dauerpechvogel dieser Saison am kommenden Sonntag in Pocono dazwischen kommt...

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